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 Was geschah!

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BeitragThema: Re: Was geschah!   Mi Sep 29, 2010 12:43 pm

Anjun war gerade dabei für Daeron Kakao zu kochen. Das war gut für die Nerven, und seitdem ihm sein Verlobter erzählt hatte, dass seine verstorbene Mutter das immer für ihn getan hatte, tat Anjun das öfter, wenn es galt den guten Lord mal wieder von irgendeiner Palme zu holen. Wovon es in letzter Zeit diverse gab. Eine davon war Nayera, ein permanentes Ärgernis. Nicht nur, dass sie Anjun wegen einer Lappalie bei Daeron angeschwärzt und ihn damit gezwungen hatte seine Meute zu verlassen, nein, sie mischte sich auch noch in alles ein, war respektlos und unverschämt, und konnte keine Anweisung ausführen, ohne zuvor ausgiebig darüber diskutiert zu haben. Dass sie auf Kosten des Hauses eine neue Küche für 3 Millionen Kinah hatte anliefern lassen, und sich obendrein mit diversen neuen Kleidungsstücken "gesegnet" hatte, wobei sie auch noch freimütig zugab, das nur getan zu haben um ihren Arbeitgeber zu ärgern, war nur die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Kein Wunder, dass der Lord mit den Nerven am Ende war, und in letzter Zeit ein zu lauter Furz ausreichte, um ihn unter der Decke kleben zu lassen. Da musste dringend was passieren. Wenn Anjun nur gewusst hätte, was...

Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als es an der Tür klingelte. Daeron ging hin um zu öffnen, und Anjuns Stirn runzelte sich, als er die laute, fordernde Stimme von Larian, dem Sohn von Richter Krudhgelmir, vernahm. Was mochte dieser Spinner denn wollen? Er nahm den Kakao von der nigelnagelneuen Herdplatte aus Vulkanglas, die auf wundersame Weise sofort erkaltete, sobald man den Topf vom Feuer nahm, und tappste ebenfalls zur Tür.

Dort stand tatsächlich Larian, aufgrund der merkwürdigen Gebilde an seinem Kopf liebevoll "Hörnchen" genannt, in wie üblich stutzerhafter Kleidung und mit wie üblich grosser Klappe. Womit er bei Daeron natürlich gleich an der richtigen Adresse war. Der Lord schätzte es nicht, an seiner eigenen Haustür wie ein Lakai umher gescheucht zu werden, noch dazu von einem Bengel, der hauptberuflich Sohn war. Diesmal schien Larian allerdings tatsächlich ein Problem zu haben, und sich nicht nur aufspielen zu wollen. "Was is'n passiert?" wagte Anjun vorsichtig zu fragen, bevor Daeron das Hörnchen harsch abkanzeln konnte.

Die Antwort erübrigte sich, denn hinter Larian tauchten plötzlich noch mehr Leute auf. Zwei von ihnen waren alte Bekannte. Atame und... Razan? Anjun blinzelte. Den Rest der Leute kannte er teilweise vom Sehen, teilweise gar nicht. Auch nicht die Dame, die schlaff im Griff eines Erdgeistes hing, und ein klaffendes, blutiges Loch in der Brust hatte. Schlagartig wurde ihm klar worum es ging, und er schlug hastig vor die Verletzte ins Haus zu schaffen. Daeron und Larian waren allerdings immer noch dabei die Kompetenzen zu klären, Daeron schaltete auf stur, also stürmte Anjun aus dem Haus hinter den anderen her, welche bereits dabei waren die Verwundete in die Räumlichkeiten des Hauses Schattenblut zu bringen. Innerlich seufzte er. Manchmal gingen ihm die feinen Herrschaften mit ihren ewigen Disputen doch unwahrscheinlich auf den Keks.

Er würde später mit Daeron reden. Zunächst galt es, die unbekannte Daeva, die mit klaffendem Brustkorb auf der Couch lag, davon abzuhalten am nächsten Obelisken aufzuwachen. Anjun war kein sonderlich begabter Heiler, was körperliche Wunden anging, daher konzentrierte er sich darauf, zumindest die zerfetzte Schlagader zu flicken, aus der unablässig Blut in den offenen Brustkorb strömte. Das war gar nicht gut, und so nahm er Atames Angebot Verbandszeug zu holen dankbar an. Dann stimmte er einen leisen Gesang an, und leitete den heilenden Äther in den Körper.

Undeutlich nahm er dabei die Stimmen von Razan und diesem Mädchen im Hintergrund wahr. Sie gingen sehr vertraut miteinander um, fast wie ein Liebespaar. Anjun schottete seine Gedanken ab, bevor ihn das zu sehr ablenken konnte. Es war anstrengend genug, sich auf den Äther zu konzentrieren, der langsam aber stetig die dünne Membran der Ader verschweisste und die Blutung versiegen liess. Geschafft. Der junge Seelenheiler wischte sich den Schweiss von der Stirn. Den Rest würden die Priester erledigen müssen. Dankend nahm er von Atame das Verbandszeug entgegen, und begann die Frau für den Transport zum Tempel vorzubereiten, wobei er leise und beruhigend zu ihr sprach, da sie schlimme Schmerzen zu haben schien, allerdings bei Bewusstsein war.

Wieder drangen die Stimmen in sein Bewusstsein, diesmal deutlicher, und da das Verbinden der Verletzten reine Routine war, hatte er auch keinen Grund mehr sich davon abzulenken. Es piekste unangenehm irgendwo in seiner Herzgegend. Zu anderen konnte Razan also charmant und nett sein, für ihn hatte er immer nur ruppige Sprüche übrig gehabt. Er sei zu schwach, zu weich, gehe ihm auf die Nerven, hätte eh nichts drauf. Aber dieses schmächtige Püppchen konnte er anscheinend umgarnen und anschleimen. Naja, es war nicht mehr seine Sache.

Er trat zurück, als Atame ihm zu verstehen gab, dass seine Hilfe wohl nicht länger vonnöten war, und erwiderte ihren Dank mit einem Nicken. Dann machte er dass er rauskam, ohne Razan zu fragen was das für ein merkwürdiges, ekelhaftes Ding in seiner Klaue war. Wie immer mit jenem sanften Lächeln auf den Lippen, welches jede andere Emotion verbarg. Ein Problem? Es gab niemals ein Problem...
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BeitragThema: Re: Was geschah!   Mi Nov 03, 2010 2:51 pm

OOC: Zugetragen, hat sich das ganze am Dienstag, den 02. November 2010 MEZ. Ich schildere hier den turbulenten Tag von Rikai. Sämtliche Gedankengänge, sind Gedankengänge, Äusserungen etc. sind nicht wortwörtlich wiedergegeben, sondern lediglich im Wortlaut, da es soviel war was dort passierte. Ich bitte um Nachsicht, das der O-Ton nicht genau getroffen wird, habe halt nicht alles gescreent Wink

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Es war ein lauer Tag, zum Wochenanfang, das spürte Rikai sofort, als er aufwachte. Doch da war was anderes, es tat weh. Es schmerzte ungemein, das hatte er im Schlaf wohl nicht so gespürt, er hatte für seine Verhältnisse sogar sehr tief und lang geschlafen.

"Sie hat mich doch sehr gefordert und mein Auge," er fasste danach und verzog schmerzverzerrt das Gesicht, "das wird sie büßen. Heute abend werde ich vorbereitet sein und sie nicht unterschätzen, freches Biest!"


So quälte er sich denn hoch und trippelte, noch leicht benommen ins Bad seiner kleinen, engen Wohnung. Der Blick in den Spiegel ließ ihn erstarren. Es erstrahlte in bunten Regenbogenfarben, am schlimmsten jedoch ragte das Auge hervor, welche alle möglichen Farben beinhaltete. Er bandagierte sich die Stelle mit einem Turbanverband.

"Nun, was stell ich heute an? So kann ich kaum auf die Straße gehen, aber ich muss noch ein paar Besorgungen machen ... ", so seufzte er dann auch und zog sich die weiße Stoffrüstung an, welche er nach der Bekanntgabe des Todes seines Vaters, von seiner Mutter überreicht bekam. Er war stolz auf die Rüstung, sein Vater trug sie immer zu besonderen Anlässen.

Zu guter letzt steckte er sich seinen Würfel ein, der direkt neben der Tür lag, bei den Hausschlüsseln. Ein letzter Blick in die Wohnung, da schloß er die Tür auch schon hinter sich ab. Schweren Schrittes ging er die paar Stufen hinab, wo er auch schon kurz darauf mitten im Getümmel stand. Seine Gedanken sammelnd bewegte er sich langsam Richtung Tempel des Goldes. Seine Gedanken schwirrten nur mehr um andere Dinge, da wurde er auch schon angesprochen.

He, Rikai!Von einem Lächeln wurde er begrüßt. Es war Ahjan, welche ihn anscheinend zufällig traf. Rikai drehte sich um, merkte dann aber erst, das er wohl seine Brille noch nicht auf hatte, denn alles war so verschwommen. Er konnte zunächst nicht wahrnehmen, wer ihn da ansprach. Als Ahjan jedoch näher kam und er die Umrisse schärfer wahrnahm, grinste er.

Na was treibst du denn hier?Er umarmte sie kurz zur Begrüßung. Sie verfielen in Smalltalk. Rikai hatte längst vergessen weshalb er überhaupt hier war und stimmte alsbald einer Einladung zum Teich zu. So taperte er hinter Ahjan her, in Gedanken versunken und rempelte eine der Säulen, woraufhin er sich bei der Säule noch entschuldigte, was Ahjan wohl für recht amüsant empfand.

Sie unterhielten sich eine Weile, u.a. darüber wie Ahjan zur Daeva wurde und das ihr eine Melodie eines Kinderliedes nicht aus dem Kopf ginge, welches sie Rikai sogar vorsummte. Er legte seine Hände auf ihre Schultern, als sie angesprochen wurden.

Er wusste nicht wer oder was die Person war, sie stellte sich aber dann als Zinael, Beamte im Dienste der Stadt vor und führte eine Personenkontrolle durch. Sie wollte den Namen, Legionszugehörigkeit und Aufenthaltsgrund in Pandämonium wissen. Rikai, der normal eher skeptisch den Behörden gegenübersteht, gab eine knappe Antwort: Rikai, Cwn Annan, Urlaub. Auch Ahjan gab kurz darauf ihre Daten preis, wo sich doch vorher recht zögerlich schien. So stand Rikai sehr nachdenklich da, er wusste diese Stimme kannte er, doch konnte er sie nicht zuordnen. Die Stadtbeamte verabschiedete sich, als ihm die Erleuchtung kam. Er kannte sie von einem früheren Treffen am Vanahal-Bezirk. Damals als Kinsey festgenommen wurde. Sie war die Wache, welche ihn abführte. Sie war welche, die von Rikai an der Schulter gefasst wurde, und sich dann umdrehte um kurz darauf ihren Kolben aus der Hand gleiten zu lassen, welcher nur knapp Jui, die 12-Jährige Waise, welche auf Rikai´s Rücken hockte, verfehlte. Sie war es, die sogar noch patzig antwortete ähnlich das er selbst Schuld sei, wenn er eine Stadtwache anfasste, bei der Arbeit. Sie war es die Schuld war, das Jui nun ein Trauma hat und sie war es die er mehr hasste als die Hühneraugen, die er nach zu langen Märschen ausdrückte.

Nach kurzer Absprache mit Ahjan, nahm er die Verfolgung auf. In der Taverne bekam er keine nützlichen Informationen, aber sie ging doch Richtung Crandale Bezirk. Sie rannten die Stufen hinauf zur Bibliothek und da wurde er auch schon von Ahjan gebremst, mit den Worten: "Da vorn ist sie, die welche du suchtest." Er nickte nur knapp und rannte auch schon los. Unterwegs löste er seinen Verband und setzte seine Brille auf, damit er scharf sehen konnte, wenn auch nur aus einem Auge. Er kam nur knapp hinter der Beamten zum stehen und sein heißer Atem strich ihren Nacken, woraufhin sie sich schreckhaft, aber irgendwie doch ruhig umdrehte. Sie verdrehte klar sichtbar die Augen und wollte wissen, ob noch irgendwas sei. Daraufhin sprach Rikai sie auf die Geschehnisse an und er vermutete, das sie damals die Wache gewesen sei die den Kolben warf und fast ein menschliches Kind erschlagen hätte.

Ohne große Umschweife oder Ausflüchte gestand sie die Tat, gab aber im selben Atemzug Rikai die Schuld, das es nicht rechtens sei, eine Wache während der Dienstverrichtung oder überhaupt im Dienst handgreiflich zu berühren. So wurde er böse und aggressiv und warf ihr beleidigende Kommentare an den Kopf, das sie ihr Büchlein doch nehmen sollte, welches sie nutzte für Notizen, und es für sinnigere Zwecke nutzen sollte, wie zum Beispiel einem Besuch im Bad. Das ganze sprach er jedoch in einem weitaus beleidigenderem Ton aus, so das der Beamten keine Wahl blieb als ihn vorerst unter Arrest zu stellen. Nun war er verblüfft, stellte aber niemals eine Gefahr dar, da er wusste, das es nur mehr Ärger bringen würde, wenn er sich dem langen Arm des Gesetzes erwehren würde.

Folglich wurde er abgeführt zum Schattengerichtshof, begleitet von Ahjan und der Beamtin Zinael. Unterwegs floskelte er noch über die Gerichtsbarkeit und die Armut der asmodischen Politik, das sie sich lieber um die Elyos und weitaus wichtigere Dinge kümmern sollten, als ihre besten Kämpfer hinter Schloß und Riegel zu bringen. Auch jenes wurde natürlich, wenn auch nur hirntechnisch von der Beamtin aufgenommen und fand später sicher noch Verwendung.

Kaum am Gerichtshof angekommen, musste man feststellen, das Khrudgelmir, wie sollte es anders sein, schwer beschäftigt war und so ging Zinael hin und legte eine Akte an über den Vorfall. Ahjan kümmerte sich in der Zwischenzeit über den aufgebrachten Rikai, welcher schon in seiner Zelle schmorrte, bis Sapentiam auftauchte. Ja es war in der Tat Sap, der wohl wieder Lunte roch für ein lukratives Geschäft, doch wieso gifteten sich Ahjan und Sap so an? Eine Frage die es noch zu klären gibt, dachte sich Rikai nur. Doch bevor er sich Sap zuwandte entsendete er Ahjan, sie solle doch seinen Mentor Yhiseo informieren, das Rikai festsäße auf ungewisse Zeit und wo er ihn finden könnte. Sie eilte sogleich davon, als er schon mit Sap ins Gespräch kam. Sie überlegten etwaige Auswegmöglichkeiten vom Tod, über einen Ausbruch bis hin zur Bestechung. Er meinte nur er würde Kinsey und Razan informieren wollen, aber erstmal versuchen seine Beziehungen hier spielen zu lassen als ehemaliges Mitglied. Doch die Beamte schien unbestechbar und wies ihn nur ab, woraufhin sich Sap auch zurückzog mit den Worten, das er Hilfe holen würde.

Da saß er nun also der Rikai und dachte nach. Doch statt darüber nachzudenken, welchen Mist er verzapft hat und wie er da wieder rauskäme, schliffen seine Gedanken wieder in andere Richtungen. Er lächelte dabei scheinbar und war soweit fort, das er Ahjan´s Wiedereinkunft nicht bemerkte. Er nahm sie garnicht wahr irgendwie. Sie unterhielten sich eine Weile, bis sie meinte, das sie nochmal fort müsste ein paar Erledigungen machen. So verabschiedeten und verabredeten sich zum Abend, wo sie noch meinte sie würde was essbares auftreiben.

Er begann dann auch recht zeitig mit Liegestützen, wenn er doch schon nicht zum Training könnte, so wollte er nicht tatenlos vergammeln in der Zelle, bis sich ein Richter bemühte, nein er wollte trainieren und fing auch schon an. Dreihundert waren das Ziel. Bis 120 kam er als Ahjan wieder auftauchte mit einer vor Fett nur so triefenden Box. Sie warf sie ihm vor die Füße, weshalb auch immer sie das tat, sie tat es einfach. Er nahm sie auf, öffnete sie und grinste breit. Fleisch genau das richtige für einen hart trainierenden, merkte er beiläufig an als er auch schon genüsslich zubiß. Gerade als er auch noch einen Schlauch Wasser gereicht bekam und daraus trank, wurde er von Ahjan aufmerksam gemacht das Besuch da war, er neigte sofort den Kopf und erblickte zunächst Yhiseo und dann auch Tylinn, was ihn so überraschte, das er das Wasser aus dem Munde geradewegs auf Ahjan ausspuckte, welche dies wohl nicht für gut hieß und laut ihren Unmut äusserte.

Nachdem Yhiseo und Tylinn die Besuchsformulare ausfüllten, fanden sie sich schon an der Zelle ein und so unterhielt man sich. Rikai musste Rede und Antwort stehen und gemeinsam überlegten sie was man tun könnte. Als Tylinn auf die Idee kam, Rikai eine Giftphiole in die Hand zu drücken wurde Yhiseo ziemlich sehr böse und die Idee wurde alsbald verworfen. Die Besuchszeit verging viel zu schnell, als das man groß hätte sich unterhalten können. So wurden die drei von Khrudgelmir rausgebeten. Sie waren kaum fort, als es laut im Vorraum wurde. Neugierig streckte Rikai natürlich den Kopf in Richtung des Raumes und erblickte einen grossen Auflauf an Leuten. Vorn weg Skygge, die Stadtwache, hinzu Anjun, Aedony und Corven. Die anderen kannte er nicht. Er strengte seine Ohren an, als Skygge die Anklageschrift verlas. In der ging es um eine Tavernenschlägerei und einem tätlichen Angriff mit Waffen gegen zwei Leibweichen. Dieser Angriff soll wohl von Aedony ausgegangen sein, was das Beisein von Corven rechtfertigen sollte. Kaum getätigt traten alle Beteiligten zur Seite und verbeugten sich vor einer Person. Diese wurde von Skygge angekündigt als Richter Kharim. Dieser nahm sogleich Platz hinter dem Richterpult und erwischte wohl auch sogleich die Akte von Rikai. Er las sie schnell durch, schrieb ein paar Sätze darunter und überreichte jene abgestempelt an einen Gerichtsdiener, welcher sogleich Rikai freiließ mit der Urteilsverkündung.

Zwei Wochen Wachdienst in Beluslan, sowie eine Woche gemeinnützige Arbeit im ausgeübten Berufszweig, was zweifelsohne das kochen ist, man mag es nicht glauben, aber der Bär von einem Mann ist Koch. Recht zufrieden nickte Rikai und erkannte das Urteil an. So war er nun auch vorbestraft.

Es war mittlerweile späte Nacht geworden und der Tag neigte sich dem Ende, aber er musste noch den Leuten Bescheid geben, die sich vielleicht Sorgen machten. Er kramte ein Pergament hervor, von Yhiseo, auf diesem war beschrieben, wie er zur Wohnung kam von Yhis und Jael. So machte er sich auch gleich auf den Weg und kam nach kurzem Suchen auch an. Er klopfte an die Tür und rief recht laut, das geöffnet werden sollte. Vollends verschlafen öffnete sein Mentor auch die Türe und wurde herzlichst begrüßt mit einer Umarmung seitens Rikais, welche er auch erwiederte. Nach einem kurzen Informationsaustausch verabschiedete sich jener auch schon wieder um nach Altgard aufzubrechen um dem Rest, welcher sich hoffentlich noch am Übungsplatz aufhielt bescheid zu geben. Er kam gerade an, als Kimi dem Thall seine Klinge an den Hals hielt, dennoch stürmte er auf Tylinn vor, welche hinter Thall, die Hände auf seinen Schultern hockte und nahm sie gespielt in den Würgegriff, woraufhin Tylinn schnell wie sie war, reflexartig ihren Ellenbogen in seinen Bauch rammte, dann aufstand und ihm gleich noch eine Faust hinterherjagte mit einer doch recht bösen Gestik und Mimik. Sie fragte gerade, wie es ihm ginge, als die beiden durch einen knochenschmetternden Knall unterbrochen wurden. Der nächste Blick war das Drangur einen Schritt nach hinten machte, die Hand an sein Kinn haltend und mit finsterer Miene gegenüber Rikai, und Kimi mit ausgestrecktem Arm, er muss wohl Drangur eine Keule verpasst haben. Rikai verzog nur kurz das Gesicht, als er sich auch schon auf den Weg machte, nachdem er kurz die Info bei Ty hinterließ, wo sie ihn finden könnte.

Er traf rechtzeitig zum Dienstantritt in Beluslan-Festung ein, wo er nun bis zur 10. Stunde des kommenden Morgens Wache schieben musste...
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BeitragThema: Re: Was geschah!   Mi Nov 10, 2010 7:06 pm

Diesmal gibt es eine "Was Geschah..."-Geschichte in überarbeiteter Form...innovativ wie ich finde *g*

Viel Spass beim schauen Smile




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BeitragThema: Re: Was geschah!   Fr Nov 12, 2010 10:06 pm

Rikai & Tylinn - The Mission Teil 1 und 2

Es ist vollbracht, was geschah heute morgen... jaha die beiden waren wieder unterwegs und der zweite Teil ist schon im Kasten bedarf nur der Bearbeitung, wird morgen wohl folgen Smile

Enjoy it:



Da isser auch schon der 2. Teil:

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Hanhepiwin
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BeitragThema: Re: Was geschah!   Mo Nov 15, 2010 9:26 pm

Schlacht mit den Stadtwachen in der Taverne:

Meute! Wie lange ist es her dass er dieses Glückspiel mit seinen Leuten gespielt hat. Viel zu lange! Er wollte seine Legionsmitglieder mal wieder besoffen rumtorkeln sehen, mit ihnen lachen und Spaß haben. So was schweißt zusammen.
Zusammengeschweißt wurden sie. Aber nicht wegen des Meutespiels.

Doch doch, gespielt wurde schon. Genau eine Runde. Aber beginnen wir von vorne.

Der dunkelhäutige Beschwörer fand in der Taverne erstmal nur 3 seiner Mitglieder vor. Aber er hatte damit gerechnet dass die meisten zu spät zum angesagten Treffpunkt kamen. Also wurde als erstes alles vorbereitet. Die Würfel, das starke Gesöff + Trinkbehälter auf den Tisch gestellt. 2 Jungs der Freibeuter wurden auch gleich gefragt ob sie nicht Lust hatten mitzumachen, erklärten aber dass sie es sich erstmal ansehen wollten. An Hige erinnerte sich der Alpha auch. Er war einer von den Argo Navis Jungs, der der den Wettbewerb letztens gewonnen hatte. Als er ihn aber zu einem Getränk einladen wollte, reagierte dieser etwas pampig und so wurde die Einladung zum mitspielen auch nicht ausgesprochen.

Mit deutlicher Verspätung war es um den Spieltisch schließlich doch sehr voll geworden und der Alpha begann die Regeln des Würfelspiels zu erklären. Die Mitspielerliste zeigte folgende Namen:
Als Cwn Annans Mitglieder: Razan, Iraj, Tylinn, Yhiseo, Rikai, Tajira, Kiminayu
Und als externe Cujima, die sich frisch dazu gesellt hatte und obwohl unbekannt wegen Platzmangel auf Razans Schoß saß.
Die erste Runde war trink mäßig sehr enttäuschend. Rikai war der einzige der Saufen musste. Yhiseo hatte haushoch gewonnen, auch wenn er aufgrund einem dreifachen 9er Wurfs sein Oberteil ablegen musste. Aufgrund einer trockenen Kehle erweiterte der Alpha die Regeln. Bei einer 1 musste nun auch gesoffen werden.
Die zweite Runde, mit Sapentiam als neuen Spieler, begann viel versprechend. Kiminayu, Iraj und Tylinn hätten gleich mal trinken müssen und Yhiseo würfelte schon wieder eine 9 was langsam den Verdacht von Schweineglück oder Betrug in den Raum stellte.

Wäre da nicht die Stadtwache gewesen und hätte alles verdorben. Skygge, der offenbar jetzt irgendeine wichtige Befehlshabende Persönlichkeit in der Stadtwache war und den Abend nutzen wollte um sein Ego zu befriedigen, stand plötzlich hinter Kiminayu, packte ihn grob an beiden Schultern und sagte er sei vorgestraft und solle sich gefälligst benehmen. Es war ein Vorwurf dass war klar, bloß auf was? Gerade eben hatte Kiminayu nichts getan außer Iraj, der neben ihm saß, einen nicht mal schmerzlichen Stoß in die Seite zu geben und einen dummen Spruch zu reißen, dass er ihn besoffen sehen wollte, und seinen Würfel wütend auf den Tisch zu donnern da er mal wieder eine 1 hatte. Der Alpha war mit dem so schwierigen Welpen eh schon recht zufrieden. Klar hatte dieser es sich nicht nehmen lassen alle um sich zu provozieren, anderen Schläge anzudrohen, dumme Sprüche zu reißen und die Frauen am Tisch plump anzumachen. Aber es waren alles harmlose Legionsinterne Keilereien und, was wirklich überraschend war, er ließ sich ohne auf Razan los zu gehen jedes Mal mühelos durch wenige Worte wieder zur Ruhe bewegen. Zudem war dass alles gelaufen bevor die Stadtwache da war und etwas mitbekommen hätte. Nichts war also passiert was ein eingreifen der Stadtwache erforderte oder gar berechtigte. Es war deutlich reine Provokation.

Und sie schlug an, leider. Erst bei Kiminayu, der mit dem Ellenbogen nach hinten zustieß und maulte das Skygge verschwinden sollte und die Pfoten von ihm nehmen. Und dann, als die Wache daraufhin Kim an den Handgelenken packte, auf dessen Befreiungsversuch seinen Arm schmerzlich auf den Rücken verdrehte und ihn auf die Tischplatte drückte um ihm Handschellen anzulegen und ihn mit auf die Wache zu nehmen, erreichte die Provokation auch den Alpha.
Während dieser behutsam die Frau von seinem Schoß schob und langsam aufstand bat er etwa dreimal Skygge ruhig Kiminayu los zu lassen. Da dieser nichts getan hatte und sie doch in Ruhe weiter spielen wollen. Er spendiere ihm auch ein Bierchen und er solle sich doch entspannt dazu setzen, oder wohin gehen wo er wirklich gebraucht werde.
Skygge reagierte nicht, auch nicht auf Cujima die ihn wohl kannte, woher sollte sich erst später herausstellen. Weiter versuchte er Kiminayu, der sich fauchend und geifernd befreien wollte, festzunehmen und wegzubringen. Die Handschellen waren schon dran. Auch der Rest von Cwn Annan stand nun langsam auf und umstellte den einzelnen Soldaten. Die nächsten zweimal in denen Razan auf Skygge einredete und Kims Gekeife er solle sich raushalten ignorierte, klang es nun eher nach einer Warnung, oder Drohungen. Skygge wollte Kim dennoch gewaltsam mitnehmen und ein kurzer Blick des Alphas auf seine Leute genügte um das Chaos ausbrechen zu lassen.

Tylinn stürzte sich auf die große Wache und riss ihn zu Boden, wobei dieser Kim nicht los ließ und mit runter zog. Es entstand ein wildes Gerangel in dass sich auch Cujima auf Seitens Skygge einmischen wollte, sie gehörte offenbar zur Stadtwache und Sapentiam als unbeteiligter mischte sich schließlich auch mit ein und stellte sich gegen Cujima. Als zwei zusätzliche Wachen eintrafen, konnten sie im ersten Moment wohl nicht mal Skygge sehen. Da dieser erstens hinter einem Tisch lag, und zweitens unter und zwischen rangelnden, sich befreienden und wehrenden Leuten war.
Genau in dem Moment als die neu angekommene weibliche Stadtverwaltung, Wache oder was auch immer Zinael schrie was denn hier los sei, und gleich darauf ihr Kollege Namaan ebenfalls irgendwas schrie. Kam Razans zweiter Zauberversuch durch. Er konnte fühlen wie der Zauber in Skygges Kopf kroch um dort Angst und Schrecken zu verbreiten. Dieser war gerade hoch gekommen, sah sich nun plötzlich panisch um, lies Kiminayu los, sprang auf den Tisch und rannte erstmal orientierungslos davon.
Ein Klauenheben und ein kurzer Befehl des Alphas genügte auch um den Rest erstmal inne halten zu lassen. Cwn Annan stand auf der einen Seite des Tisches, Namaan auf der Anderen. Zinael an der Treppe, Cujima und Sapentiam an der Bar. Für einige Momente blieb es auch ruhig. Razan trat etwas vor bis zur Tischkante und schlug Namaan vor, dass er gerne mit auf die Wache kommen würde und dass er alles erklären würde. Freiwillig und ohne Gegenwehr. Er sei Anführer dieser Legion und trage die Verantwortung für das alles.
In dem Moment kam Skygge zurück, der Zauber hatte nachgelassen und er sich wohl schon orientiert. Er stürmte neben Namaan, zog seinen Bogen, spannte einen Pfeil ein, zielte auf alle und schrie aus vollem Hals sie sollen ihre Waffen runter nehmen. Da keiner mehr Waffen oben hatte herrschte kurz leichte Irritation, diese Wache brauchte dringend Urlaub. Razan trat in die Zielbahn des Pfeils und so vor Kiminayu. Sprach abermals entspannt dass Skygge sich beruhigen sollte und er doch freiwillig mitgeht. Skygge schrie irgendwas von Hände hoch…oder hinter den Kopf oder so was und Cujima wollte hinter Razan gehen um ihm Handschellen anzulegen. Unter Skygges befehlen auch Kiminayu und Tylinn mitzunehmen.
DAS war nun wieder nichts was er zulassen wollte. Anstatt aber die Situation wieder eskalieren zu lassen, geht der Alpha einfach vorwärts und weicht so Cujima aus. Natürlich mit einem knurrenden Kommentar, dass er doch gesagt hat er gehe freiwillig mit.
Skygge folgt ihm mit seinem Bogen und spannt diesen noch mehr. Brüllt irgendwas. Der Alpha ignoriert den unzurechnungsfähigen, cholerischen Kerl aber. Der Wachtyp ist offenbar nicht dazu in der Lage zu denken bevor er handelt und nutzt seine Position nur um sein Ego aufzugeilen, nen Rückschlag akzeptiert der wohl auch nicht. Also geht er auf Zinael an der Treppe zu und spricht ruhig zu dieser.
„Gehen wir zur Wache“, waren die letzten Worte des Beschwörers, ehe Skygges Pfeil von hinten in seinen Rücken eindringt, durch seinen Bauch schlägt und vorne wieder heraus schaut.
Die Sicht um ihn rum verschwimmt, die Welt beginnt sich zu drehen. Zinael kann er nur noch verschwommen wahrnehmen. Schmerz explodierend durch seinen Leib und lässt ihn auf die Knie sinken. Die Hände stützen noch einen Moment den Oberkörper am Boden ab. Er spürt wie ein Hustenreiz entsteht, dieser metallische Flüssigkeit in seinen Mund befördert. Nebenbei hört er Kiminayu voller Zorn aufbrüllen, irgendwas von Bastard schreien, Lärm beginnt erneut. Dann verzehren sich die Geräusche. Das Atmen wird immer schwerer. Das Sichtfeld schwindet. Das ganze Blickfeld wird rot…dann schwarz…wieder rot…Dann verschluckt die Ohnmacht seinen Schmerz.

Er bekommt nicht mehr mit wie er Iraj in die Arme gefallen ist. Bekommt die sich um ihn sammelnden Personen nicht mit. Wie Zinael den Pfeil abbricht und dann aus seinem Leib zieht. Wie sie und Iraj, beides Kantoren, verzweifelt um sein Leben kämpfen. Während andere ständig betonen ihn doch einfach zu töten und am Obelisken wieder abzuholen, das wäre einfacher. Nicht wie Tylinn ihn schließlich an sich stützt um Iraj das heilen zu erleichtern. Er bekommt nicht mit wie sich alle anderen Cwn Annanler entsetzt und voller Wut auf Skygge gestürzt haben. Wie an diesem ihre Angriffe ergebnislos an seiner Rüstung abprallen und sein Kopf unerreichbar scheint.
Und….er bekommt nicht mit…wie Kiminayu, die Hände immer noch auf dem Rücken gefesselt und unbewaffnet, auf Cujima zustürmt….wie diese Wache ihr Schwert zieht und gnadenlos zuschlägt…dass sie ihm damit die Kehle aufschlitzt und er röchelnd und sterbend vom Tisch fällt.
Er bekommt nicht mit wie sie und Skygge dann einfach gehen. Skygge noch irgendwas von „wir sehen uns auf der Wache“ brüllt, wobei sie zum Obelisken geht um Kiminayu dort zu verhaften.
Nicht wie Kiminayu am Tavernenboden in seinem eigenen Blut liegt und sich sein Äther langsam auflöst, während die wenigen Heiler hilflos daneben stehen und zusehen müssen…wie seine Legionsgeschwister entsetzt dabei zusehen müssen.
Nicht dass Namaan der einzige der Wachen ist der anscheinend gemerkt hat, dass da was schief lief. Der Namen sammelte und seinen eigenen Wachkollegen anzeigen will.
Nicht dass er selbst stabilisiert wird, seine inneren Wunden alle erfolgreich geheilt, so dass nur noch Fleischwunden zurück bleiben, nicht wie Sapentiam ihn verbindet und schließlich mit Tylinn zum Bankettsaal bringt um ihn dort auf einem Sofa ab zu legen.

Und auch nicht dass Prothall ebenfalls zu dem Obelisken geeilt ist, in dem Versuch den seelisch zerrissenen Kiminayu vor den Wachen zu retten.

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Hanhepiwin
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BeitragThema: Re: Was geschah!   So Jan 09, 2011 5:47 pm

Erschrocken ruckt er aus seinem unruhigen Schlaf in die sitzende Position hoch und verweilt so. Den Kopf leicht hängen lassend, wird mehrere Male tief durchgeatmet.
Ein lautes, leicht rasselndes Geräusch.
Schweißtropfen laufen ihm in die Augen, werden weggeblinzelt und fallen dann auf die Bettdecke.
Minuten vergehen und es passiert nichts...oder waren es doch nur Sekunden?
Eine Klaue hebt sich, fährt durch das schweißgebadete Gesicht und streicht das Haar zurück. Dabei fällt sein Blick neben sich.
Leer.
Leer, wie seit Tagen.
Nicht das er jede Nacht hier verbracht hätte. Die Wildnis lag ihm eher und es war ja nicht einmal sein Zimmer. Aber dennoch…sah er jeden Tag hinein. Doch es lag immer noch unberührt da. Nicht so wie es vom Eigentümer verlassen worden war, sondern inzwischen so wie er es verlies.
Wohin? ….Es gab Vermutungen …die wahrscheinlich auch der Wahrheit entsprachen. Gewissheit hatte er aber nicht. Er war nicht informiert worden. Keine Verabschiedung. Der Shugo den sie geschickt hatten, hatte sich nicht mehr gemeldet.
Weg…ohne ein Wort…
Nicht dass es ihn wirklich groß überraschte. Es hätte ihn wohl eher verblüfft wen derjenige sich verabschiedet hätte.
Aber ausgerechnet mit... Ihm! ….alleine…sonst wo…Tage lang. Vielleicht würden Wochen daraus werden.
Ein Seufzen…er gab es die Tage oft von sich. Noch weiter senkt er seinen Kopf, beugt den Oberkörper und verbirgt sein Gesicht in der Klaue ehe diese wieder durch das feuchte Haar fährt.
Allein sein war ihm nie schwer gefallen….warum jetzt.
Ein Klopfen.
Stille.
Er hatte inzwischen aufgegeben hoffnungsvoll den Kopf zu heben und zur Tür zu sehen. Er wusste wer es war und unterdrückte eher ein genervtes Stöhnen.
Lange brauchte er nicht warten.
Ohne Aufforderung öffnete sie die Tür und sie trat einfach ein, schlich unnötigerweise und schloss die Tür sofort sicherheitshalber hinter sich. Ihre angenehme Frauenstimme erklingt besorgt.
“Ich habe dich Schreien hören. Ist alles in Ordnung?“
Vermutlich hatte sie nur wieder mit ihrem Ohr an der Tür geklebt und den kleinsten Laut von ihm als Schrei bezeichnet.
…Oder hatte er wirklich geschrieen?
Es war ein Fehler gewesen her zu kommen. Er hatte gehofft seine Albträume hören hier auf. Aber sie waren nur noch schlimmer geworden. Neue dazu gekommen.
„Du bist ja total verschwitzt.“ Ihre Stimme klang übertrieben entsetzt und voller Sorge. Sie hatte sich inzwischen neben ihn gesetzt. Ihre eine zarte Klaue auf seinen viel größeren Bizeps gelegt. Die andere ergriff ein Tuch und sanft schob sie seine Klaue beiseite um sein Gesicht abwischen zu können.
Viele hatten zurzeit Albträume. Aber die Legion hatte wohl zu viele Probleme um diesem auf dem Grund zu gehen. Oder sie glaubten die Lösung schon gefunden zu haben. Lafandas! Er glaubte nicht daran…er war bei ihm gewesen. Die Visionen und Stimmen die er dort abbekommen hatte waren anderer Art.
Er drehte den Kopf. Vielleicht um ihrer Berührung auszuweichen, vielleicht um einfach noch mal auf diese Leere im Bett neben sich zu blicken.
Ein niedergeschlagenes Seufzen von ihr, voller Mitgefühl. Er erahnte die Falschheit dahinter. Seit er allein war klebte sie immer, wenn sie, konnte an ihm.
Sie hatte ihm seinen letzten „Ausrutscher“ verziehen, er hatte es ja sicher nicht so gemeint und ihre Wunden waren längst verheilt.
Er war zu müde ihr zu widersprechen. Es hatte auch keinen Sinn. Sie war eine typische Frau. Verstand und hörte nur das was sie hören wollte.
„Ach jetzt guck doch nicht so niedergeschlagen. Das ist es doch gar nicht wert so darüber zu trauern. So ist das Leben nun mal. Vergiss dieses Kind doch und blicke nach vorne. Es gibt noch andere Leute, welche die so was nicht mit dir machen würden. Die sich wirklich für dich interessieren!“
Immerhin hatte sie gelernt. „Kind“ war zwar noch immer nicht wirklich die richtige Wortwahl aber immerhin brachte es ihn nicht dazu sie mit Wucht auf den Boden zu stoßen. Wie das letzte Mal als sie statt „Kind“ die Worte „wertloses Stück“ verwendet hatte.
Er hatte aufgegeben zu versuchen sie los zu werden. Hatte keinen Elan mehr sich ständig gegen ihre Annäherungen zu wehren. Was sollte er auch groß tun, wenn nicht mal ein wegstoßen, nicht mal ein anbrüllen…nicht mal ein wegschlagen etwas half.
Sie hat ihre Hand auf seine Wange gelegt, dreht seinen Kopf nun zu ihr damit er sie ansehen muss. Ein mitleidiges aufmunterndes Lächeln liegt auf ihren Lippen. Der Blick sanft in seinem. Dann schweifen ihre Augen hinauf zu seinen Hörnern, eine Klaue hebt sich und streicht fasziniert darüber.
Ihr Blick schweift herab über seine stark ausgeprägten Muskeln, seine breiten Schultern …und da war es wieder, dieses verheißungsvolle Funkeln in ihren Augen.
Innerlich genervt aufstöhnend erhebt er sich rücksichtslos. Wenigstens hat sie diesmal genug Zeit noch rasch aufzustehen und wird nicht einfach vom Bett gestoßen.
Er sollte sich angewöhnen zuzusperren.
Die Frage war nur ob dies überhaupt etwas brachte. Immerhin war sie die Wirtin und besaß damit für jedes Zimmer einen Ersatzschlüssel. Er traute ihr sogar zu, dass sie über das Fenster hinein kommen würde...oder irgendwo noch Geheimgänge hatte.
Aber vermutlich war ein zusperren sowieso nicht nötig, er würde es vermeiden hier zu schlafen.
….Obwohl er sich das schon das letzte Mal vorgenommen hatte…es zog ihn dennoch zurück.
„Pack es mir ein, ich nehme es mit“ erklingt erstmals die tief basserne Stimme.
„Oh….“ Die Enttäuschung ist ihr anzuhören. „Gehst du schon?“ Doch ihr Blick schweift über seinen nur mit einer lockeren Hose bekleideten Körper. Beobachtet wie er zu dem Tisch geht, auf welchem er seine Rüstungsteile ordentlich ausgebreitet hat. Dann stellt er sich plötzlich gerade hin, richtet sich zu seiner vollen beeindruckenden Größe auf und dreht seinen gehörnten Kopf zu ihr. Die tiefroten Augen starren sie hart an. Entlocken hingerissene Faszination ihrem Blick.
„Wenn ich mich ausgerüstet habe werde ich gehen. Mit oder ohne dein Essen!“ Dröhnt seine Stimme ruhig aber einschlagend durch den Raum.
Die Aufforderung war deutlich und sie zuckt tatsächlich kurz zusammen, wirbelt dann herum und verlässt das Zimmer anstatt ihm wie erhofft zusehen zu können.
Kämpfen gehen würde ihm gut tun.
Kämpfen befreit den Geist.
Und er konnte tun was er am besten kann:
Beschützen.

...vermutlich würde er die Tage wieder nach Baltasar kommen. Auch die Legion brauchte seinen Schutz. ...Wenn nur Sandvika nicht wäre.

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BeitragThema: Re: Was geschah!   Fr Jan 14, 2011 12:12 pm

Es ging ihm nicht gut…gar nicht gut.
Er konnte sich nicht mehr erinnern ob er zwischendurch einmal erwacht war.
Heute, öffnete er zum ersten Mal wieder bewusst die Augen. Sah Eldarion, der neben ihm auf dem Bett saß und besorgt zu ihm sprach. 2 Tage soll er durchgeschlafen haben. Das konnte nicht sein! Er musste nach der Legion sehen, ob sie schon was herausgefunden hatten! Ob noch alles in Ordnung war. Sehen wie die Freibeuter mit ihrem Problem zu Recht kamen!
Doch der hastige Versuch des Alphas aufzustehen, wurde durch den deutlich stärkeren Krieger unterbunden. Behutsam drückte er ihn wieder hinab und schien dafür kaum Kraft aufwenden zu müssen, während der Beschwörer schon von der kurzen Bewegung schwerer atmete.
Abermals flößte der Größere ihm einen Trank ein. Sie halfen ein wenig. Zumindest für eine gewisse Zeit.
Ganz langsam fiel ihm alles wieder ein. Er hätte die Anleitung des Zaubers und seine Risiken genauer lesen sollen bevor er ihn verwendete. Überhaupt hätte er sich die „Wir empfehlen es ihnen tunlichst zu vermeiden…“ genauer durchlesen sollen. Irgendwas musste er falsch gemacht haben. Oder hatte er sich einfach überanstrengt? Wenigstens war es Arnad danach gut gegangen, offenbar sogar sehr gut. Nach all den traumlosen Nächten und seiner Angst schien er sich richtig erholt zu haben, endlich mal geschlafen.
Der Beschwörer hatte schon bemerkt, dass es ihm selbst nicht so gut gegangen war. Hatte sich von Arnad verabschiedet und war von Baltasar nach Pandämonium gereist. Etwas was noch problemlos gegangen war, nun ja…mit etwas Übelkeit verbunden. Schließlich hatte er Eldarion in der Stadt treffen wollen. In der Taverne angekommen und danach in dessen gemieteten Zimmer, musste er feststellen dass es schon einen Tag später war. Er hatte das Treffen um einen ganzen Tag verpasst und er konnte nicht erklären wann dieser vergangen sein sollte.
Während einem sehr anstrengenden, ermüdenden Gespräch mit Eldarion war er immer schwächer geworden. Er hasste solche Gespräche. Irgendwann war es ihm so schlecht gegangen, dass die Erschöpfung seinen Leib in den Schlaf zwang. Sein Körper konnte sich nicht entscheiden ob es ihm warm oder kalt sein sollte. Und er fühlte sich wie durchgekaut und ausgespuckt, leer, unwirklich. Als stände er seelisch neben sich.

So hatte man seit dem Treffen nichts mehr von dem Alpha gehört oder gesehen. Nichts was besorgniserregend oder ungewöhnlich war. Allerdings hatte er natürlich auch keine Briefe beantworten können.

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BeitragThema: Re: Was geschah!   Mi Jan 26, 2011 4:27 pm

Schmerz ist eine Sinneswahrnehmung und in ihrer Ausprägung so abwechslungsreich und facettenreich wie das Leben selbst. Es gibt Schmerz und Schmerz und einige dieser Facetten sind auch ihm wohl vertraut.
Ein Hieb ins Gesicht, ein Tritt in den Magen. Fäuste, Vater, Krallen von Balaur, Krallen von Asmodiern, Elyos. Vater, kalter Schwertstahl, der hörbar knirschend an den Rippen abprallt, der heftige Schlag eines Pfeils. Magie die brennt, die vereist, die vergiftet und verzehrt, Vater...
Aber dieser hier war neu.

,Wenn du willst, versuche ich dich zu hassen.' Das hatte er am Ende gesagt, und auch in seinen roten Augen konnte man Schmerz lesen, erstmals echt und ungetrübt. Fäuste hatten dies nicht geschafft und er begriff in diesem Moment wirklich, tatsächlich erstmals, dass auch der andere dieses Gefühl in seinem Inneren trug.
Wie gut sie sich doch kannten und wie wenig sie von einander wussten.

Wenn er doch wenig so aussehen könnte, als würde er dieses Gefühl gegenwärtig auch empfinden. Hass! Hass machte eine ganze Menge einfacher. Effektiver als jede Rüstung bisweilen, belebender als Wasser und Brot. Kiminayu schloss kurz die Augen. „Steh auf, hoch mit dir. So sollte kein Krieger aussehen, STEH auf!“, hatte er gebrüllt, einfallslos und immer wieder. Er wollte ihn so nicht sehen. Er hatte Fäusten und Worten gleichermaßen getrotzt. Er hatte auch der Autorität eines Mannes getrotzt, dessen Macht seinem Wahnsinn sicher ebenbürtig war und der ihn, Kiminayu, dahin gebracht hatte, wo er heute stand...oder?

Nein, das hast du ganz alleine geschafft. Er hat dich zu anderen Dingen gebracht, ja, schon, aber das hier nicht, das warst du. Rundum eigene Leistung.

Ein tierhafter, langer Aufschrei verließ seine Lippen. Bebend vergrub er das bleiche Gesicht in den Händen und stieß mit einem wilden Tritt ein Glas vom Tisch, wo es klirrend am Boden zerschellte. Dort unten lag bereits eine Menge Glas. Glas, leere Holzbecher, Flaschen. Und die Reise war noch lange nicht zu Ende, mindestens zwei mit undefinierbarer, durchscheinender Flüssigkeit gefüllte Flaschen lehnten noch neben dem Tisch, gemeinsam mit einem großen Krug.

Wenn das ekelhafte, brennende Zeug doch alles wegspülen könnte...
Feigling!, meldete sich eine innere Stimme mit freundlichem Spott. Das ist ja noch viel bequemer, als die Beine in die Hand zu nehmen und wegzulaufen. Machen Krieger das so?

Hatte er das wilde, hysterische NEIN! nur gedacht oder laut hinaus geschrien? Unwichtig. Die demütigende Flucht in den schal und erbärmlich schmeckenden Alkohol half insofern, dass sie die Grenzen zwischen Damals und Heute, Phantastereien und Wirklichkeit allmählich verblassen ließ. Ein Schluck noch von dieser Pissbrühe. Dann geh' ich ihn suchen. Ich kann aussprechen, was ich meine und was ich will. Das kann ich immer. Eine Kleinigkeit. Da draußen ist Krieg, verdammte Scheiße, wenn ich da kämpfen kann, kann ich's auch hier. Nur ein Schluck noch...dann kann ich das auf jeden Fall.

Aus dem Schluck wurde eine weitere halbe Flasche. Die Welt drehte sich in trägen Kreisen und er schwankte leicht auf dem Tisch herum, während ihm, nicht zum ersten Mal an diesem Abend, heiße, brennende Tränen in die Augen stiegen. Schmerz. Bestimmt konnte man dieses Gefühl unendlich oft neu entdecken, wenn man nur wollte. Schmerz und...sein benommener Blick streifte das Chaos am Boden...Scherben.

Krieger weinen nicht wie kleine Mädchen, oder? Dachte er auch. Und was Iraj denken mochte, der in dem Moment die sanfte, grasbewachsene Anhöhe des Hügels hinauf schlenderte, ihn da auf dem Tisch hocken sah und wie erstarrt stehen blieb, kümmerte ihn in dem Moment auch ganz und gar nicht.
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BeitragThema: Re: Was geschah!   Do Jan 27, 2011 6:37 pm

~ Er hatte verloren. Den Kampf verloren…
Er war selten gescheitert, nie gestrauchelt, nie hatte etwas es geschafft ihn zu Boden zu ringen und dort zu halten.
Wie oft hatte er in seinem Leben gekämpft. Gekämpft, bis er selbst den Kampf völlig verkörpert hatte. Er war ein Krieger, einst Gladiator, nun Templer. Einst ausgenutzt um die Massen zu erheitern, nun geschaffen um zu schützen. Mit seinem Körper, mit seinem Blut, mit seinem Leben.
Warum verlor er gerade jetzt.
Warum hatte er den wichtigsten Kampf seines Lebens verloren.
…verloren.
Er hatte gekämpft! War sich sicher gewesen gewonnen zu haben. Der Gegner war am Boden gelegen, hatte aufgegeben, hatte ihm das Feld überlassen.
Er hatte gewonnen!!!...und übersehen wann der Moment gekommen war, als der Gegner sich hinter seinem siegessicheren Rücken erhob um ihm das zu nehmen, was er erobert hatte.
Töten…er hätte töten sollen. Noch deutlicher sein. Der Obelisk hätte das endgültige Töten verhindert, aber eine Warnung wäre es gewesen. Deutlich.~

„Du bist ein Dieb! Du hast ihn mir weggenommen“ abermals erklang die Stimme deutlich durch seinen Kopf.
~ Hatte er nicht. Hatte er nicht! Oder was wollte der Andere? Alles haben? Er hatte doch bereits wen anderes gehabt. Hatten sie sich noch? Oder hatte er die hübsche kleine Dame fallen lassen, als er als Konkurrenz für den Anderen auftauchte. Wollte der lieber 2, 3…mehr…al…~
Ein grobes Kopfschütteln stoppte ihn. Das aufgebrachte Schnauben ließ eine dichte Nebelwolke vor seinem Gesicht gen des kalten Himmels aufsteigen.
~ So dachte er nicht…das war er nicht. Der Andere war nicht das Problem. Er selbst war das Problem.
Warum? Warum musste er so anders sein. Warum so gefühlskalt. Warum so fixiert. Warum diese starken Gefühle nur für eine Person. Nicht einmal vorstellbar so was noch für jemanden empfinden zu können. Warum? Alle anderen konnten es auch, wieso er nicht? Es würde alles so viel einfacher machen. Asmodier schienen immer mehrere Partner zu haben, es schien ganz normal. Wieso war er so gefühlfixiert? Oder arm….war er vielleicht gefühlsarm?

Er hatte gekämpft.
In den Abyss hatte er dem Gegner folgen wollen. Streit hatte er gesagt. Was Dummes anstellen…hatte er gesagt.
Er hatte es nicht zugelassen! Hatte ihn ohnmächtig geschlagen und in einen Raum gesperrt. Nein! Er würde ihn nicht hergeben. Nicht verlieren!
Er hatte gekämpft!!!
Nichts hatte gestimmt. Alles gelogen! Nichts wäre dem Gegner im Abyss passiert. Er hatte den Alpha informiert und dieser den Feind aus Sorge zurück gerufen.
Feind….trotzdem Familienmitglied…trotzdem beschützen.
Angeschnauzt hatte dieser den Alpha…was man ihn zurück rufe.
Nichts war los gewesen. Er hatte ihm so hinterher laufen wollen.
Hatte er ihn damals schon verloren gehabt?
Hatte er nicht bemerkt, wie man den Dolch bereits in seinem Rücken gehoben hatte?~

Weg…er war einfach weg gewesen…Spurlos…Nachrichtenlos...Tage…eine Woche…weitere Tage…noch eine Woche. Und dann war die Nachricht gekommen. Es war keine erlösende Nachricht gewesen. Erschreckend…durchaus. Er hatte den Stich damals schon in seinem Inneren gefühlt. Schmerz der sich wie ein Untoter aus einem Grabe empor wühlen wollte. Mühelos, damals noch, hatte er ihn wieder hinab geschlagen. Und dann…war er vor ihm gestanden. Dieses beklemmende Gefühl erweckend. Er war ihm selber nachgelaufen…wohl um ihn zurück zu holen. 2 Wochen braucht man…um jemanden zurück zu holen.

„Seit wann muss man sich hier abmelden?!“ hatte er ihn angefahren.
~ Er war ihm nachgelaufen…wieder…und diesmal war er nicht da gewesen um ihn zurück zu halten. Um ihn zu halten. Der Gegner hatte ihn nicht mitgenommen, nicht gelockt…hatte ihn zurück gelassen obwohl sie wohl gemeinsam hatten gehen wollen. Aber er war ihm nachgerannt…ganz von sich aus.~
„…und wir waren einmal in…“ NEIN! ….nein… Er wollte diese nebensächlich, lässig gesprochenen Worte nicht noch einmal hören. Sie waren hartnäckig…schoben sich bei jeder Gelegenheit wieder hinauf und donnerten durch seinen Verstand. Und jedes Mal wenn er es schaffte sie zu stoppen, sah er stattdessen Bilder. Bilder von Dingen die er nie gesehen hatte…die er nie sehen wollte. Und jedes Mal schmerzte es…schmerzte wie ätzende Säure die sein Innerstes verzehrte.

~Schmerz…Qual…Leid. Alles lange kein Thema mehr. Alles unterdrückbar, abstellbar. Er hatte gelernt es auszuschalten. Hatte all der Folter, all den Wunden getrotzt. Schmerz…pah! Selbst Lafandas hatte ihn nicht besiegen können, nicht brechen können. Er hatte ihn erwürgt, hatte ihn getötet, gedemütigt für all das, was er seinem Sohn angetan hatte. Dumme Obelisken. War entkommen.
Schmerz….~
Jetzt…jetzt kauerte er ihm Schnee…seit Stunden. Diese Qual in seinem Inneren verhinderte das er aufstehen konnte. Er war zusammen gebrochen, hatte sich von den Schmerzen zu Boden ringen lassen. Auch der Schnee, der dicht vom kalten Himmel fiel, konnte den Schmerz nicht lindern. Nicht wie sonst betäuben. Nichts half…er ertrug das nicht.

Und zum allerersten Mal in seinem Leben wünschte er sich etwas.
Wünschte sich er wäre tot…
wünschte sich er wäre niemals von dort weg.
Wünschte er wäre noch immer Gefangener. Drüben… Bei Lafandas…egal wo.
Irgendwas….nur nicht hier…nicht das..
~ Trenne mich vom Obelisken…erlöse mich.
Ich ertrage das nicht! ~


Natürlich tat ihm Aion nicht den Gefallen. Nichts geschah. Der Schnee stürmte immer noch vom Himmel und bedeckte langsam seinen kraftlosen Leib. Er war selber Schuld. War nie wirklich gläubig gewesen. Warum sollte Aion jetzt auf ihn hören?
~Selber Schuld….Was hatte er erwartet. Was? Der Gegner war eine Schönheit. Ansehnlich, gefühlvoll, sensibel. „Püppchen“ ….neckend gemeint….doch ein liebevoller Begriff den Eltern zu ihren Kindern sagen, oder andere zu ihren geliebten Frauen.
Was….hatte er erwartet?.... Monster….Monster….MONSTER!~
Die Stimmen wiederholten das letzte Wort, hallen so unterschiedlich in Sprache und klang durch seinen Kopf, wie die Anzahl der Schneeflocken Beluslans. Dröhnten durch seinen Schädel.
Wieder stieg dieses Brennen in seine Augen, als hätte er ins grelle Licht des Elyseischen Sterns gesehen. Ein heißes, schmerzendes Gefühl welches seine Sicht wässerte und doch nicht annähernd an das quälende Pochen seines Innersten heran kam. Pochend…um sich nicht daran gewöhnen zu können.
MONSTER!
Ein Brüllen! Laut und aus vollem Halse. Es brachte die Stimmen in seinem Schädel abrupt zum Schweigen. Erinnerungen und eigene Gedanken.
Doch keine erlösende Stille
Das Brüllen hallte in den Bergen wieder und donnerte tausendfach auf ihn zurück. Schlug auf ihn ein wie ein Felsbrocken. Als wollte es ihm beweisen, dass sie recht hatten. Es klang nicht nach Mensch, nicht nach Asmodier…Monster….
Ein kläglich, winselnder Laut begleitet sein zusammen sacken. Seitlich…im Schnee zusammen rollend wie ein Embryo.
Bei sich selbst Schutz suchend.
Und obwohl es sein Leben war zu beschützen
Konnte er sich diesen selbst nicht bieten.


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BeitragThema: Re: Was geschah!   Di Feb 08, 2011 10:50 pm

Enttäuschend….so was von enttäuschend.
Er hatte den ganzen Abyss nach Dalvar absuchen müssen. Hatte sich von einer Person zur Anderen gefragt. War von einem Ort zum Anderen geschickt worden, hatte zwei Tage warten müssen bis Dalvar mit einer Truppe von einem Auftrag kam und dann DAS!
Dalvar konnte sie im Kampf nicht unterstützen.
Nicht dass er es nicht gewollt hätte. Razan hatte ihn auch ausführlich darüber informiert und Dalvar brannte nur so vor Rachelust und Tatendrang.
Einen kräftigen Dämpfer hatte ihnen der Aufseher verpasst. Ja Aufseher! Immerhin saß Dalvar immer noch seine Strafe ab…oder arbeitete sie eher im Strafdienst ab.
Nun…würde er wohl ein Weilchen länger arbeiten müssen. Dalvar hatte sich so darüber aufgerecht, dass er auf den sich bockig stellenden Aufseher losgegangen war und gleich einmal eine Strafverlängerung bekommen hatte.
Razan…der dem Aufseher auch gleich mal einen ordentlichen Fausthieb verpasst hatte…war entkommen. Zum Glück hatten Razan und Dalvar fast gleichzeitig zugeschlagen, so dass der Kerl den Schlag des Alphas nicht wirklich sicher wahrgenommen hatte. Festnehmen wollte er diesen allerdings dennoch. Aber kein schlauer Worg wartet bis man ihn geschnappt hat.

Nun war er also auf dem Weg zu Rasza. Hoffentlich würde der Besuch erfolgreicher enden. Zwischendurch hatte er noch ein paar Briefe verschickt. Einen davon an die Meute, als Empfänger Yhiseo. Man konnte nur hoffen, dass es Zuhause besser lief.

Der Brief an Yhiseo:


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BeitragThema: Re: Was geschah!   So Feb 13, 2011 8:17 pm

Endlich! Endlichendlichendlich! Warum zum Balaur war er da nicht selbst drauf gekommen, erst am Vormittag hatter sich doch mit Jeroan über ihn unterhalten! So dumm, so unendlich dumm!
Bei aller Sorgfalt, die die hektischen Krallen noch zustande brachten, rollte der Rotschopf den eben erhaltenen Bogen wieder zusammen, verstaute ihn im Würfel, wo er nicht lange würde suchen müssen. Endlich! Was würde er bloß ohne Jael machen, bei soviel Blindheit?!
Nach besagtem Vormittag und einem Abend Tajira, war er müde nach Hause gekommen, nur um von diesem verfluchten Aukwi in die Hand gebissen zu werden und vor lauter denken das Essen zu vergessen...! ...Aber bei dem Federvieh würde er sich später noch bedanken müssen für soviel Frechheit. Durch den Biss hatte sich Jael nach überraschend lautstarkem Gefluche seine Hand angesehen - und den rostrot glänzenden Meutering am Mittelfinger seiner Rechten. Man hörte es praktisch rattern... Es wurde geredet, weitergedacht, blind wie ein Maulwurf, erzählt, gefragt, erzählt...
Und dann das...
Es war so einfach! Cuma hatte ihm einen Zwischenbericht geliefert: Keine Verunreinigung, keine Krankheit. Aber! Von einer oder mehrere Proben stimmte etwas mit der Aetherstruktur nicht, vertrug sich nicht mit denen der anderen... Warum? Wie? Keine Ahnung. Deswegen hatte der Beta sich vor lauter Hirnknoten beim letzten Treffen erstmal nicht dazu geäußert, was ebenfalls dumm gewesen war.
Man kombiniere also: Veränderte Aetherstruktur von Blutproben + blonde Person aus Razans Traum =
...Anjun.
Anjun war nicht mehr Teil der Meute, aber sehr wohl dessen Blut, das aber nicht mehr dazu gehörte, zu dem Bund, dem Versprechen.
Jael, dieser Feuerteufel! Wenigstens einer von ihnen beiden der noch vernünftig denken konnte...



Briefe würde er nun schreiben, an die Träumer, damit sie Bescheid wussten von der guten Möglichkeit, und an die, die gerade nicht hier waren. Herumsprechen sollte es sich, damit er nicht so bald schon wieder ein Treffen würde anzetteln müssen - immerhin hatten auch die anderen zu tun.
Nur dass Razan noch länger fortbleiben würde, trübte die gute Laune in den grünen Augen ein wenig...
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BeitragThema: Re: Was geschah!   Mo Feb 21, 2011 8:01 pm

Beta.
Hatte er gewusst, dass der Titel schwerer wiegen würde? ...Sicher. SO schwer? Nein. Nein, damit hatte er nicht gerechnet. Bei der Verzögerung hatte er nur geseufzt, an Iraj gedacht, der ihn sicher vermisste, wie er selbst auch, und Tylinn, mit der er als einer der letzten gesprochen hatte.
Aber nicht das... Nicht dass er ihn sich holt...

Die Verarbeitung war phasenweise gekommen, nachdem er das Packet geöffnet und den Brief gelesen hatte. Entsetzen. Wut. Ein leichter Anfall von Verzweiflung der Überforderung wegen, der Tatsache, dass er zwar wusste was man tun sollte, aber nicht, wo ihm der Kopf stand.
Jael hatte ihm geholfen, wollte auch weiter helfen und Aufgaben erledigen, wenn es welche gab.
Trotzdem wog es noch... Und es sollte auch erst besser werden, nachdem er im Gasthaus in Baltasar mit Kirunrael, Drangur und Kiminayu gesessen hatte, ihnen die Dinge gezeigt hatte, die er da bekommen hatte, von einer Frau aus der Salintus-Wüste. Dinge von Razan...
Sein Legionsbanner... Einen Ring, den er erkannte... Und sein Meuteamulett. Welches echt war, wie Taji ihm später sagen würde.
Warum?
Sie schrieb, jemand sei zu ihr gekommen, jemand der sich als Alazais ausgab, habe sie erpresst, Razan in einen Hinterhalt zu locken. Der würde schon kommen - denn der echte Ala war nie im Kloster angekommen... Das könne der Hohepriester bestätigen. Ihr Enkel und die gesamte Siedlung sollten vernichtet werden, wenn sie es nicht tat - aber der Alpha hatte sie durchschaut. ...Und war doch gegangen, als er hörte womit man drohte.
Nichtmal die Brüder hatten Zweifel daran gehegt, wer dahinter steckte, genauso wenig wie es der Beta getan hatte.

Lafandas.
Lafandas hat Razan. Und Aion weiß, was er ihm gerade antut...

Die Pläne waren zügig entstanden, nachdem der Beta sich endlich wieder bewusst geworden war: Er war nicht allein für die Rettung verantwortlich.
Und folgendes trichterte er dann der Meute ein, nachdem er in schmerzhafter Klarheit verkündet hatte, wo ihr Alpha gerade war. Gerade ist... :

3 Tage hatten sie, für die Vorbereitungen. Dann würden sie in den Abyss ziehen.
Yhiseo würde sich darum kümmern, dass es möglich werden würde, Lafandas herauszulocken aus seiner Feste. Was genau hier geplant war, behielt er beim Treffen noch für sich, denn er würde erst sehen müssen, ob es dann zu schaffen war.
Alle würden sich in 2 Gruppen aufteilen:
Die 1. war für den Kampf gegen diesen Irren höchstpersönlich zuständig, draußen, unter Kiminayus Leitung. Starke brauchte man hierfür, Ausdauernde - und einen Kisk.
Gruppe 2 war dafür vorgesehen sich in die Burg zu schleichen, sich dort nochmals zu spalten, um den Obelisken zu zerstören (Jael wurde dafür fest eingeteilt, da er sich mit der entsprechenden Bombe auskennt), die restlichen, um Razan und Alazais zu finden. Späher würden also hier eingeteilt, zusammen mit Kirunrael, und auch Rasza, die kommen würde ihren Bruder zu retten.
Rausholen sollte sie einer der stärkeren, der solange unter Kim kämpfen würde, bis man über die Talismane Bescheid gab, dass der Obelsik vernichtet war. ...Und nach diesem Zeichen würde Lafandas auch fallen.

Tylinn würde nicht mitkommen, was ihr ziemlich übel aufstoß, dazu, dass sie ihrer unangebracht scharfen Zunge wegen von Kim eine gepfeffert bekommen hatte... Aber was sollte man auch tun? Ihr ungeborenes Kind riskieren, so wie sie es spontan vorhatte? Nein, sicher nicht. Ebenso wenig würde die Neue, Lykia, dabei sein. Sie war schlicht zu jung und unerfahren, würde sich darum kümmern, dass für ihre Rückkehr alles vorbereitet war.

Phiti würde den Kisk besorgen, der nötig war, Tylinn einige "Fälschungen" eines eben solchen, um die Gegner zu verwirren.
Jaels und Tajiras Aufgabe war es, den anderen die Handhabung mit den Rauchbomben beizubringen. Die mit Wumms würden nur sie beide zünden, viele waren es nicht, mangels Material. Aber es würde reichen um dünne Wände und Barrieren zu sprengen - und den Obelisken. Eigens dafür gab es bereits ein spezielles Modell.
Shinrai und Iraj wurde aufgetragen, in das Kloster und die Wüste zu gehen, alles zu überprüfen und rauszufinden, wie lange genau Razan und Alazais schon weg waren.
...Iraj bekam nach der Versammlung noch Razans Talisman - und den Ring, um ihm denjenigen wiederzugeben, von dem der Alpha ihn hatte. Sollten sie beide ihm diese Dinge zurückgeben, wenn sie ihn erstmal wieder hatten.
Nun galt es all das zu erledigen, die Pläne der Feste zu studieren, alles auszuarbeiten mit den Brüdern und Drangur. Gut, dass letzterer etwas von Taktik und Strategie versteht...
Kim wird sich die Leute raussuchen, mit denen er gegen Lafandas antreten will, und ihnen per Brief Bescheid geben. Wer keinen bekommt, wird für Gruppe 2 eingeteilt. Wer in eben diese möchte, solle sich melden.

...Es ging vorran. Auch wenn Drangur sich noch aufgeregt hatte, über die scheinbar mangelnde Einsatzbereitschaft. Nur Tylinn war wirklich ein ungläubiger Ausruf rausgerutscht, der Rest der Anwesenden schien zu geschockt dafür, oder wusste schon davon. Gerade bei Iraj hatte ihn das nicht gewundert...
Dennoch. Alles ist so weit bisher möglich geplant.
3 Tage. 3 Tage für Vorbereitungen, Gespräche, detailliertere Pläne, seelische Vorbereitung...
...Und das hoffen, dass Razan und Alazais noch lebendig und möglichst unversehrt sein würden...
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BeitragThema: Re: Was geschah!   Fr Feb 25, 2011 7:11 pm

Rastlos wie ein gefangenes Tier im Käfig schritt Kiminayu in dem großen Zimmer auf und ab. Die Klauen krümmten und ballten sich zusammen, entspannten sich wieder. Schließlich warf er sich mit einem Fluch bäuchlings auf das noch reichlich zerwühlte, breite Bett und grub einen Moment sein Gesicht in die zerknitterten Laken.
Familie...Hilfe...Vertrauen...Opfer...Familie.
Wütend riss er den Kopf hoch, wie Unkraut fielen dem Gladiator die langen, blonden Haare in die Augen.
Dich sollte man kastrieren, sonst...

„Dämliche Schlampe.“ Brennend wie Säure fraßen sich die Worte durch seine Gedanken. Sonst kam WAS heraus? Noch so einer wie Lafandas? War das der Wortlaut gewesen? Ein höhnisches Kichern brach sich Bahn, als Kiminayu kurz an sich herab sah. Kastrieren, blöde Idee. Das, was er da unten vorzuzeigen hatte, war vielleicht nicht ganz so stattlich und prachtvoll wie -ein Blick ging zur Seite, zur anderen Hälfte des Bettes- aber es erfüllte dennoch seinen Zweck und er würde sich nur ungern davon trennen.
Genau wie Lafandas...

Unvermittelt spürte er einen harten, brennenden Kloß im Hals, griff mit einem Wutschrei neben sich und riss den fast leeren Bierkrug in die Höhe, ehe er ihn voller Zorn gegen die Wand schleuderte. Das Gefäß zersprang unter protestierendem Scheppern in mehrere Stücke, warmes Bier spritzte über die Bodendielen. „Schlampe...“, zischelte er erstickt. „Du hast keine Ahnung. Keiner von euch hat das.“
Wie konnte sie es wagen. Und wer wagte es als Nächstes, ihm so etwas offen ins Gesicht zu sagen. Es gehörte Einiges dazu, ihn vor Empörung, Schock und Wut sprachlos zu machen, an dem Abend war es gelungen. Wie ER. Würde er damit anfangen, aus purem Vergnügen und gärender Langeweile andere Lebewesen zu fangen, zu foltern, zu demütigen und zu zerstören, ihnen Leib, Leben und Seele zu stehlen, dabei lachend, immer wieder lachend und mit Freude an diesem kranken Schaffen, dann vielleicht. Aber doch nicht so?

Am ganzen Körper zitternd vor Zorn und Frustration, stand Kiminayu wieder auf und setzte seinen ruhelosen Marsch durch das Zimmer fort. Wiederum ballten sich die Klauen, ehe er herum fuhr und dem Fensterrahmen einen mörderischen, krachenden Hieb verpasste.
Die Haut an seinen Knöcheln rötete sich, ein zweiter Schlag schürfte sie auf und ein dritter ließ sie bluten.
Das Leben war schon gemein, fürwahr.

Eine halbe Stunde später lag der Gladiator wiederum auf dem Bett und leckte das Blut von seinen zerschundenen Fingerknöcheln. Vor ihm lagen lose, zerknitterte Pergamentblätter und ein Fässchen mit Tinte.
Verdammter Scheiß, wie er so etwas hasste. Als Bittsteller zu kommen, war an für sich schon unangenehm. Und das Ganze gleich -ein säuerlicher Blick traf die unbeschrifteten Bögen- mehrfach hintereinander. „Ach, leck mich halt am Arsch...“ murmelnd neigte Kiminayu den Kopf, stützte das Kinn auf den Unterarm und begann sehr langsam und widerwillig zu schreiben. Auf alle Blätter exakt das Gleiche.

Wie beim Meutetreffen gesagt wurde, werden wir uns im Abyss in zwei Gruppen teilen. Eine Spähergruppe und eine, die vor der Festung direkt aufräumt und kämpft. Dazu braucht es Leute, die nicht gleich umkippen, wenn sie einen Tropfen Blut sehen. Wenn jemand vorher noch Kampftraining machen will, soll er einen Shugo los jagen. Wem das Ganze zu heikel ist, der kann sich auch der anderen Gruppe anschließen oder zu Hause bei Mutti bleiben. In jedem Fall wird das kein Kindergeburtstag.

Kiminayu


Angewidert betrachtete er für einen Moment seine eigene Schrift. Energisch, leicht nach rechts geneigt und spießerhaft sauber. Keine Sau- sondern eine Adeligenklaue. Nun, IRGENDETWAS musste man ja selbst mit dem widerwärtigsten Vater seit ungefähr einer Million Jahre gemein haben. Murrend setzte er die Namen der betroffenen Personen auf jedes Schreiben:

Prothall
Rhuwen
Shinrai


Er zögerte. Rhuwen hatte er eine Weile nicht gesehen, Drangur brauchte er nicht zu schreiben. Dieser komische, sich mit Bierhumpen bewerfen lassende Kerl...Aikata? Gemäß dem Fall, dass Razan und sein Lehrer nur noch ein Haufen rohes Hackfleisch waren, bräuchte Gruppe Zwei neben Spähern auch jemanden, der die Beiden schleppen konnte. Schwierig. Was Fingerfuchtelndes wäre auch nicht schlecht.
Der Gladiator knurrte und vergrub abermals den Kopf in den Laken. Wie das Leben doch gemein war...
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BeitragThema: Re: Was geschah!   Sa Feb 26, 2011 11:01 am

Ein Traum, schon wieder dieser verfluchte Traum - Diese rotglühenden Augen, soviel Böses, soviel Hass in nur einem Blick.
Ruhelos wälzt sie sich auf dem Bett, schweißnass, bleicher als normal, zitternd...

Das Klopfen an der Tür wird lauter, hat sie es wirklich so spät bemerkt? Ruckartig wacht die Träumerin auf, sitzt kerzengerade im Bett, schwer atmend. Die Augen schweifen rastlos durch das Zimmer - durchsuchen es nach Eindringlingen.
Niemand zu sehen, doch an der Tür klopft es noch immer.
"Wer ist da..?".. Die Stimme zittert, Angst und Unruhe ist darin zu erkennen.
Die Gastwirtin tritt ein, begutachtet die Assassine in ihrem Bett. "Geht es dir gut? Ich hörte einen Schrei und wollte nachsehen ob alles in Ordnung ist."

Sie hat geschrien? Daran kann sie sich nicht erinnern. Eine Klaue fährt über das Gesicht, von einem langsamen Nicken begleitet. "Alles in Ordnung, nur schlecht geträumt."
Die Wirtin wirkt wenig überzeugt, doch kennt sie die zickige, tempramentvolle Assassine zu gut um keine weiteren Fragen zu stellen. "Deine bestellten Waren sind gerade angekommen, ich werde sie dir unten zum Abholen bereit stellen."
Damit dreht sie sich ab und verlässt das Zimmer, begleitet von einem Blick in dem sich die Skepsis breit gemacht hat.

Tylinn rapppelt sich auf, steigt aus dem Bett und sieht sich noch einmal um.
Erinnerungen vernebeln den Verstand. Unwillkürlich reibt sie sich die geschundene Wange. Ein Fausthieb von diesem verluchten Welpenbalg. Aber der Hieb war verdient. Hat sie denn wirklich das Recht so über diesen Bastard zu sprechen... ihm solche bösartigen Dinge an den Kopf zu werfen, wenn doch der eigene Vater nicht viel anders ist?
Hasst sie diesen störrischen, respektlosen Daeva vielleicht nur weil der Vater das aus ihm gemacht hat was er jetzt ist?...Hasst sie gar nicht die Person sondern das was er ausstrahlt? - Hass und Bitterkeit. Ist sie denn soviel anders geworden nach ihrer Vergangenheit?

Gedankengänge die ihr keine Ruhe lassen - keinen klaren Verstand zulassen.
Ob er noch lebt? Gab es jemals einen Beweis seines Todes? - Nein, gab es nicht... dieses Wissen wird die Scharfzunge niemals loslassen. Was ist wenn er sie beobachtet, wirklich noch auf der Jagd nach seiner Tochter ist wie er versprochen hat und einfach nur auf den richtigen Moment wartet um zuzuschlagen? Oder will er nicht sie töten sondern das Kind?
Wartet er darauf das es geboren ist um es ihr dann aus den Armen zu entreißen, ihren Schmerz auf diese Weise ins Unendliche steigern... sie quälen..?

Gedanken die Angst verursachen - Angst welche sie kaum kennt... womit sie einfach nicht umgehen kann.
Vor Schmerz seufzend verzieht sie das Gesicht, geht auf die Knie und hält sich den Bauch. Krämpfe weil sie sich aufregt, nicht zur Ruhe kommt.
"Du musst dich beruhigen... "... Mit sich selbst redend - atmet tief ein und aus, schließt die Augen..verjagd die Gedanken an das Was wäre wenn.

Darüber würde sie sich später kümmern. Erstmal muss der Alpha befreit werden. Dazu kann sie nicht sehr viel beitragen, hoffentlich ist alles bestellte geliefert worden.. immerhin das kann sie tun.
Kämpfen darf sie nicht, Yhis hat leider Recht.. sie wird von Außen mitwirken müssen, das sollte machbar sein.. auch wenn es missfällt.

Noch immer ziehen Schmerzen durch den Bauch, doch mildern sie langsam ab. Das ist auch der Grund dafür das sie sich aufrichtet und zur Tür geht... sie öffnet und der Bestellung nacheilt.
"Hoffentlich ist alles da..."
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BeitragThema: Re: Was geschah!   Mo Feb 28, 2011 2:06 pm

Rhuwen sah Razan an, als er erzählte und verzog nur gelegentlich ein wenig das Gesicht, wenn Iraj eine etwas kitzlige Stelle erwischte während er die zahlreichen Wunden heilte. Sie lies die letzte Zeit noch einmal Revue passieren.

Ein Käfig… Geräusche, als hätte man ihr Watte auf die Ohren gepackt und verschwommene Bilder vor den Augen.
Man hatte sie eingesperrt in einen Käfig. Hatte sie zurück gedrängt, ihr die Kontrolle entzogen. Sie flog… hoch über den Ebenen der Salintuswüste. Sie konnte nicht zurück. Sie wusste nicht mehr wie. Sie war müde… so schrecklich müde und sie war es leid zu kämpfen.
Und langsam wurde sie rasend vor Wut und Trauer. Sie war gefangen… wie ein Tier eingepfercht und es gab nichts, mit dem sie hätte frei kommen können.
Der eiserne Wille, der sie festhielt und unterdrückte war beherrscht von Zorn, Hass und Rastlosigkeit auf der Suche nach Tauben. Jedes weiße Flügelpaar, dass dieses Ich von ihr sah, lies sie brodeln und gab ihr Kraft. Wieder schlug sie gegen die Gitterstäbe ihres Gefängnisses, wieder versuchte sie die Kontrolle zu erringen und wieder sankt sie keuchend und erschöpft auf den „Boden“.

Flügel… Waffenöl. Irgendwo waren diese feigen, arroganten Tauben mit ihren hellen glänzenden Rüstungen, den blank polierten Waffen und dem überheblichen Grinsen auf den Lippen, wenn sie Rhuwen sahen. Eine einzelne Asmodierin, allein, in feine Stoffe gehüllt und nur mit einem Langstab bewaffnet. Ein gefundenes Fresschen.

Kommt nur her Täubchen. Kommt her. Ich werde Euch nehmen, was ihr mir einst genommen habt. Meine Freiheit, mein Familie. Hass… Rache… euer Blut will ich. Jede Feder werde ich euch einzeln ausrupfen und das bei lebendigem Leib.


Zischend wie eine Schlange hallten die Worte im Kopf wieder. Sie war außer Kontrolle. Völlig beherrscht vom Rache- und Blutdurst. Ein leises, hämisches Kichern erklang aus ihrer Kehle. Vollkommen wahnsinnig klang es. Sie würde bleiben, dieses Mal würde sie niemand mehr einsperren oder unterdrücken. NIEMAND! Eher würde sie diesen Körper in Teile hacken lassen, als noch einmal so lange nichts tun zu können. Es war einfacher gewesen als gedacht. Rhuwen war geschwächt, enttäuscht von der Aussage des Alphas beim Treffen. Sie hatte angefangen zu zweifeln und sich bis zur geistigen Erschöpfung in ihre Bücher gestürzt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie zu schwach war, zu unterdrücken, was in ihr schlummerte.
Und SIE hatte die Gelegenheit ergriffen und die Kontrolle an sich gerissen.

Blut klebte an ihrer Rüstung, weiße Federn ebenso. Blut rann ihr über Wangen, Arme, Bauch und Beine und es war zum Teil ihr eigenes.
Na komm schon raus… dachte sie sich und lies sich lauernd auf einem Felsvorsprung nieder um dort zu warten. Sie wusste, dass noch zwei der Tauben übrig waren. Sie ROCH die Angst und das Blut der beiden. So töricht. Sie hatten SIE doch tatsächlich für harmlos gehalten, für „leichte Beute“.
Ruckartig drehte sie den Kopf nach links… weiß… Federn… glänzende Rüstung. Diese beiden würden das Licht des Tages nie wieder sehen, dafür würde sie sorgen.
Hass… Hass… Hass… unerträgliche Schmerzen… IHR seid schuld!


„Hast du das gesehn?“
„Was meinst du?“
„Sie ist immer noch hier!“
„Dann halt dein verdammtes Mundwerk. Dieses Biest von einem Raben ist verrückt, vollkommen wahnsinnig! Sie wird uns finden wenn du nicht den Mund hälst und dann enden wir wie die anderen vier. Hast du gesehen was sie mit ihnen angestellt hat?“
„I- Ich hab es gesehen du Trottel! Aber ich habe etwas…“

Der Rest des Satzes ging in einem Gurgeln unter, als ein blitzender Dolch von hinten durch die Kehle der Taube glitt. Glitzernde rote Augen erschienen dicht neben seinen Kopf und ein zu einer animalischen Fratze verzogenes Gesicht.

"Erwissssscht… feinesssss… Täubchen…“
Es war nur ein Flüstern, doch das bekamm der Elyos schon nicht mehr mit, denn der Dolch wurde mit einem unsanften Ruck wieder zurück gezogen. Blut quoll unter seinen Händen hervor, färbte die sandfarbene Rüstung rostig rot und er sankt zu Boden... die Augen matt und ohne Leben.

„Nun… zu dir… „ Der Dolch verschwand… Angst kroch in ihm hoch. Dieses… Wesen, als etwas anderes vermochte er es nicht mehr zu bezeichnen, war vollkommen außer Kontrolle. Er würde nicht weit kommen, doch er war verdammt noch mal der beste Schwertkämpfer in seiner Truppe gewesen. Warum hatte er Angst? Sie war nur eine Frau… sie war kleiner als er. Erschöpft sah sie aus und die zahlreichen Wunden, die ihr bisher zugefügt wurden machten ihr zu schaffen. Doch der unbändige Hass in ihren Augen sprach anderes. Sie würde ihn jagen, egal wie lange…
Nie würde er aufgeben… nie würde er weglaufen… diese Gedanken gaben ihm neue Kraft und so hob er seinen mächtigen Beidhänder…… zum letzten Mal.

Kauernd saß sie in einer Ecke ihres Zimmers. Wimmerte, weinte, wippte vor und zurück. Sie hatte Phiti nicht erreichen können, sie hatte all die anderen nicht finden können. Man lies sie nicht. Hass… kein Vertrauen! Warum vertraute ihr der Alpha nicht? Was hatte sie dieses Mal falsch gemacht? Es fraß sie innerlich auf, saugte sie aus wie ein Vampir.
Alles verloren, sie konnte nicht zurück… dieser Käfig würde ihre letzte Station sein. Sie hatte endgültig den Punkt erreicht, an dem sie nicht mehr konnte. Sie hatte ihren Weg verloren.
Und nun focht sie einen stummen Kampf mit sich selbst. Versuchte mit all ihrer verbliebenen Kraft die Kontrolle zu erhalten. Und so kauerte sie in ihrer Ecke, fauchen, fluchend, sich selbst immer wieder verletzend und mit sich streitend. Der Schmerz trieb ihr Tränen in die Augen und zeitgleich tat er gut, denn sie wusste, dass sie noch existierte. Niemand hatte sie gesucht, niemand hatte wohl nach ihr gefragt. War sie gut für die Legion? Würde sie wieder den Anschluss finden?
„Siehst du was du davon hassst? Du bissst schwach… viel zu schwach für diesssen Bund, den du eingegangen bisssst.“
„Nein! Das ist nicht wahr! Das ist nicht wahr!“

Die Worte gingen in ein Schluchzen über und wieder weinte sie heiße Tränen. Sie hatte versagt, wieder einmal.
Nun grub sie die Krallen tief ins eigene Fleisch. Warmes Blut floss in feinen Rinnsalen über ihre Klaue, sammelte sich für einen Moment in der Beuge der Ellenbogen, ehe es zu Boden troff.
Sie brauchte Hilfe… dringend Hilfe. Nur wer würde schon nach ihr suchen, wenn selbst ihr Gefährte es nicht tat? Sie vermisste Phiti, seine brummige Art und sogar seine Wortkargheit. Er hatte ihr unbewusst geholfen, die Kontrolle zu behalten. Er war ihr Ruhepol gewesen bisher. Wo war er jetzt? Für einen kurzen Moment wankte ihr zweites Ich unter der Welle an Gefühlen die in ihr aufflammten und Rhuwen hatte die Zeit den Kopf auf ihre Knie zu legen. Sie weinte, fluchte.

Sie sah erst wieder auf, als sie eine Tür hörte, die sich öffnete. Razan… Zorn flackerte erneut auf, unbändiger Hass auf diesen arroganten, überheblichen und völlig von sich selbst eingenommenen Daeva, der ihr Alpha war. Er hatte sie gekränkt, er hatte sie beleidigt. Er war dafür verantwortlich, dass sie Selbstzweifel hegte, sich nicht mehr sicher war, ob sei in die Legion passte. ER war es, der ihren Zustand verursacht hatte… und sie hasste ihn dafür doch sie brachte es nicht fertig ihn sofort anzugreifen. Sie KONNTE einfach nicht, denn ihre schwächere Hälfte hatte dafür gesorgt, dass sie so etwas wie Hochachtung für diesen Kerl empfand und auch Zuneigung. ER WAR DENNOCH SCHULD!
Doch etwas war hier anders… sie legte den Kopf schief… obwohl es in ihrem Zimmer aussah als hätte sie kürzlich Tauben darin zerlegt, was bis zu einem gewissen Grad stimmte, blieb er erschreckend ruhig. Und genau das, brachte sie abermals ins Wanken.
Nein… sie wollte nicht wieder verdrängt werden… nie wieder eingesperrt von der sanften Seite ihrer selbst.

Mit einem Mal hatte sie die Kontrolle wieder. Vor lauter Überraschung darüber überkam sie ihre Schwäche vollkommen unerwartet und sie sank zu Boden. Alles kam in ihr hoch, staute sich zu einem gewaltigen Wall an und übermannte sie. Ja… sie hatte versagt. Bei ihrem Sohn, bei Phiti, bei der Legion und bei sich selbst. Und sie fand den Weg nicht mehr… wieder kamen die Tränen hoch, und wieder weinte sie über die Verluste.

Als Razan sich zu ihr hinab gebeugt hatte, hätte sie vor lauter Überraschung beinahe einen Schluckauf bekommen. Von IHM hätte sie am wenigsten gedacht, dass er fast väterlich zu ihr sein würde. Sie hatte mit einer Standpauke gerechnet, aber nicht mit dieser Art von Zärtlichkeit und Hilfsbereitschaft. Und nun saß sie da, lauschte seinen Worten, seiner Geschichte, sah gelegentlich zu Iraj, ihrem Welpen. Der Bursche hatte tatsächlich Talent. Mit einem gelegentlichen Lächeln in seine Richtung sah sie weiterhin Razan an. Es tat gut die beiden hier zu haben und sie beschloss etwas, dass sie wohl verändern würde. Sie würde alles daran setzen mit ihrem zweiten Ich ins Reine zu kommen, wieder eins zu werden, wie früher. Aber erst würde sie zuhören.
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Hanhepiwin
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BeitragThema: Re: Was geschah!   Di März 01, 2011 11:28 pm

Schmerz reißt ihn brutal aus der Ohnmacht in welche es ihn zuvor noch gejagt hatte.
Ein leises Stöhnen, ruckartiges Atmen….Schmerzen….Wo? Kratzen im Hals. Ekliger Geschmack im Mund, schmatzen…Kopfschmerz.
Ein träger Versuch die Augen zu öffnen. Dunkelheit. ….Wo?
Augen wieder zu… kein Unterschied, die Dunkelheit ist gleich.
Sanfte, sonst so schützende Finsternis. Einsamkeit. Allein mit der Qual und doch froh darüber.
Wo war er?
Noch ein Versuch träge die Augen zu öffnen, leicht glühend. Eine Kammer, schlicht eingerichtet, nicht groß. Er liegt auf dem Bett. Der Geruch von Blut. Kälte….nackt!
…Nackt?...
Irritiertes Kopfschütteln fördert einen protestierenden Schmerz. Der Versuch sich zu bewegen höllische Qual.
Lafandas!
Er beginnt sich dunkel zu erinnern.
Eine Klaue hebt sich, streicht über das Gesicht. Er hält inne. Rot-blaue Male um die Handgelenke. Fesselspuren.
Erinnerung kehrt langsam wieder.
Prüfendes Streichen der Klaue zu dem rechten Ohr. Ein hastiges wegzucken… die untere Hälfte fehlt, alles voller getrocknetem Blut. Haar, Hals, der tief gebissene Nacken.
Die Augen schließen sich wieder, die Gedanken kämpfen sich aus der Trägheit. Erinnerung.
Schmerz, Leid, Folter….und doch….ein Grinsen legt sich auf die Lippen des Beschwörers.
Er hatte es Lafandas schwer gemacht, verdammt schwer. Bis dieser ausgetickt war, Razan mit Magie beschossen. Der Alpha musste ihn testen um zu wissen wie Lafandas tickte, wie konnte man ihn manipulieren? Reaktionen hervorrufen die man wollte. Und er war gar nicht so schwer zu durchschauen.
Ein leichtes Stöhnen…der Wall aus Schmerzen scheint sich nun zu sortieren und von bestimmten Körperstellen zu entstehen.
Das Grinsen kehrt zurück. Er hatte Lafandas die Fußsehne gekappt…war dafür aber durch einen Zauber bewusstlos gemacht worden und gefesselt, zum Foltern, wieder aufgewacht.
Das Grinsen wird noch breiter. Er hatte sich trotz der Armfesseln so sehr gegen Lafandas wehren können, das dieser schließlich voller Zorn aus dem Zimmer gestürmt war.
Dafür hatte Razan eine ausgekugelte Schulter….und statt Lafandas waren sechs seiner Diener wieder gekommen und hatten sich seiner angenommen. ….und wie sie das hatten…. Brechen wollten sie ihn….für Lafandas vorbereiten.
Gebrochen hatten sie nur sein Bein, jenes mit welchem er Lafandas getreten hatte.
Noch hielt er stand…er konnte sie fühlen. Rief sich gezielt die Bilder vor Augen. Er fühlte sie bei sich, trotz fehlendem Talisman. Seine Legion…selten verstanden als Alpha…viele Probleme…er war nicht leicht…und doch…viele standen hinter ihm. Freunde…herzliche Bilder des Abschieds …seine Liebsten. So leicht dürfte er sich nicht besiegen lassen. Er musste versuchen hier raus zu kommen, oder wenigstens durchzuhalten bis er befreit wurde. Sie würden kommen…er wusste es….nur nicht ob dies auch gut war…. Noch konnte er Lafandas schwer einschätzen, hatte zu wenig gesehen um zu wissen ob sie gut vorbereitet waren, ob sie eine Chance hatten oder Alle ins Verderben laufen würden. Für ihn? Das war es nicht wert. Einen Tausch hatte Lafandas ihm angeboten. Seine beiden Söhne, Shinrai und Drangur gegen Razan und Alazais Freiheit und dem Angebot, die Legion für immer in Ruhe zu lassen. Er hatte abgelehnt. Sie waren Legionsmitglieder, zudem sind sie keine verräterischen Elyos sondern Asmodier. Zusammenhalt! Kein Leben war durch ein Anderes zu tauschen. Keins wertvoller als ein Anderes…nun außer die der Vanahal vielleicht…die hätte er ohne zu zögern getauscht.
Seine Augen öffnen sich wieder, stark glühend. So leicht nicht. Er hatte es auch Alazais versprochen. Liegender, erschöpfter, gefolterter Freund….nur noch ein Auge…er wollte nicht wissen was sie mit ihm gemacht hatten. Er hatte ihm versprochen durch zu halten. Sie hatten es sich gegenseitig versprochen.
War es klug Lafandas zu provozieren, zu reizen, sich ihm entgegen zu stellen? Viele Verletzungen hätte er nicht, wenn er sich gefügt hätte. Aber…er wäre eine Schande als Leiter Cwn Annans wenn er es tun würde.
Er hatte das Gefühl Lafandas unterschätze ihn, aber das war auch gut so. Noch konnte der Alpha eigenen Gedanken drehen und manipulieren um sich selbst als Sieger dazustellen. Trotz Demütigungsversuchen, trotz Schändung. So leicht nicht!

Schmerz ignorieren, stöhnende Reaktion des Körpers. Aufrichten. Verletztes Bein vorsichtig anziehen. Blut auf dem Bett, Schwindel…zuviel verloren. Oberkörper mit einem Arm hoch stemmen, zitternd vor Schwäche. Ein kurzes Spucken zur Seite…ekliges Zeug….ekliger süßer Geschmack. Er konnte das nicht leiden.
Sitzend abwarten bis der Schmerz etwas abebbt. Er musste sich wieder wehrhafter machen. Zauberfähig….dafür…muss die Schulter eingerenkt werden. Ein schweifender Blick durch den Raum bleibt am Laken hängen. Krallen, ziehen, ratschen, zerreißen. Vorsichtig den verletzten Arm bewegen, zur Bettkante bringen und mit dem anderen Arm dort festbinden. Es braucht eine Weile…nur mit einer Klaue ist es schwierig. Ein abtasten der eigenen Schulter mit zischendem Atem. Wie rum ausgerenkt….wie rum einrenken? Stummes Nicken zu sich selbst und ein leichtes drehen des Oberkörpers. In Position bringen. Ein Zögern folgt. Noch mal wird am Laken gerissen und sich dann ein Stück davon zerknüllt in den Mund gesteckt.
Jetzt verweilt der Alpha schweigend im kalten Zimmer, aufrecht sitzend und die Augen geschlossen. Der nackte, verletzte Leib ist angespannt. Die gepeitschte Brust hebt und senkt sich unter tiefen, ruhigen Atemzügen. Breitbeinig sitzt er, als wäre es anders unfassbar unangenehm. Es könnte an der Verletzung am Bauch liegen, sieht aus als hätten sich Krallen in diesen getreten, vielleicht ist Innerlich etwas verletzt.
Lange verweilt er so als wolle er nicht weiter handeln. Der eine Arm am Bett festgebunden, der Oberkörper leicht weggedreht, so dass der Arm etwas hinter ihm ist. Volle Konzentration und dann….dreht er den Leib mit einem kräftigen Ruck noch ein gutes Stück weiter. Es kracht laut, ein durch das Tuch gedämpfter Schmerzensschrei erklingt. Heiß schießt ihm Wasser in die Augen und er sackt nach vorne, die Stirn gegen die kalte Wand. Der Körper will sich wieder in Ohnmacht retten, Schwärze flackert immer wieder durch seinen Kopf, doch diesmal kämpft er erfolgreich dagegen an. Keine Zeit und Grund sich jetzt dorthin zu retten.
Zitternd verweilt er. Kann die leisen winselnden Laute nicht verhindern die ihm, unter dem schmerzhaften Pulsieren seiner Schulter, immer wieder entweichen. Brennende Augen. Er ist soviel Leid am eigenen Leib nicht gewohnt….er muss hier raus.

Doch erstmal rührt er sich nicht weiter, es wird etwas dauern bis alles abgeklungen ist und er prüfen kann, ob seine Schulter nun ganz gebrochen ist oder doch wieder eingerenkt.

Wie lange war er ohnmächtig gewesen? Wie lange war er nun hier? Dem Zeitgefühl nach zu urteilen war es nicht mal ein ganzer Tag. Und er betete zu Aion, dass er sich irre. Wenn er nach dem ersten Tag schon so zugerichtet war…würde er viele weitere nicht überstehen.

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BeitragThema: Re: Was geschah!   Di März 15, 2011 5:06 pm

Triumphierend schnatternd strich sich der kleine Shugo über die feuchte Schnauze, nachdem er erfolgreich seine Briefe zugestellt hatte- jang, jang, das war wirklich nicht einfach gewesen, immer diese Asmodier, die sich in der Weltgeschichte herum trieben, nie wusste man genau, wo sie zu finden waren, heute hier, morgen dort und das Ganze am Besten noch in der Luft, dreimal verflixte Flügel aber auch...
Dennoch.
Rhuwen, Prothall, Shinrai und Tajira hatten ihre Briefe von Kiminayu erhalten. Zusätzlich mit einer neuen Notiz, für die der Shugo -verflixt noch eins, jang!- abermals alle hatte aufsuchen müssen. Und das so kurzfristig!
Die Mitteilung war ebenso kurz wie schlicht:

Heute Abend, neunzehnte Stunde und 'ne Halbe. Wir werden eine Runde Piraten spielen.


Was auch immer damit gemeint sein mochte...
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BeitragThema: Re: Was geschah!   So Jun 12, 2011 1:39 pm

Der Ausflug des Alphas war anders gelaufen, als eigentlich geplant. 2 Wochen wollte er weg sein, um die 3 höheren Mitglieder der Legion über den geplanten Angriff zu informieren. Es war nicht Cwn-Annan die angegriffen werden sollten, sie wollten Angreifen. Keine Elyos, keine Balaur, einen Asmodier. Sofern man diesen geisteskranken Kerl so bezeichnen konnte.
Drei Tage hätte er bei Dalvar sein sollen um ihn zu fragen ob er an ihrer Seite kämpft, aber er hatte schon allein für diese Sache eine ganze Woche gebraucht. Danach war er bei Rasza gewesen und auch diese hatte ihren Bruder nicht wirklich gehen lassen. Mit deutlicher Verspätung traf er schließlich in der Salintius-Wüste ein, bei dem Kloster, in welchem sich Alazais aufhalten sollte.
Genau hier kam alles ganz anders als geplant.
Alazais war nicht dort, war es nie gewesen. Die Briefe waren gefälscht. Man hatte dem Alpha eine Falle gestellt, mit einer alten Frau als ausführendes Opfer. Zwar erkannte er das seltsame Verhalten der Frau rechtzeitig und konnte ein hineintappen damit verhindern, doch eine wirkliche Wahl ließ man ihm bereits nicht mehr. Jeder Bewohner des Klosters und des angrenzenden Dorfes würde sterben wenn er nicht zu dem vereinbarten Treffpunkt erschiene. Eine Schuld, die er als Daeva nicht auf sich laden konnte. In großer Hitze durch die halbe Wüste geflogen, fand er sich erschöpft einem Kerl gegenüber, der seinem alten Lehrmeister Alazais mehr als ähnlich sah. Nur die Augen trugen nicht den Ausdruck den sie haben sollten. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch und einem kurzen Kampf, musste der Alpha geschlagen durch ein Portal folgen.

Die Falle rechtzeitig zu erkennen hatte ihm also scheinbar nichts genützt. Scheinbar! Denn er hatte die Gelegenheit genutzt um der alten Frau eine Nachricht für die Legion mitzugeben. Eine Mitteilung die beinhaltete was passiert war, hoffend, dass Cwn-Annan auch ohne seine Anwesenheit die richtigen Entscheidungen treffen würde.

Wie lange war er in Gefangenschaft gewesen? Einige Tage bis die Nachricht überhaupt bei der Legion ankam, vier weitere Tage bis sie aufbrachen um ihn zu befreien. Über eine Woche?

Folter, Nahrungs- und Flüssigkeitsentzug, Schmerzen, Seelische Qualen? Sein Körper sprach Bände, zeigte sich gezeichnet von einer Zeit, die ihm sicher noch lange auf der Seele lasten würde.

2 Tage nach der Befreiung war das Schiff der Freibeuter in Baltasar angekommen und hatte die erschöpften Cwn-Annan Mitglieder dort abgesetzt. Ihrer Hilfe hatte die Legion viel zu verdanken. Es war ein harter Kampf gewesen, aber ein erfolgreicher. Die Gefahr war gebannt, der Feind besiegt und jetzt hieß es Wunden lecken und sich erholen.

Es hatte keine Begrüßungsrede gegeben, kein Lob, keine Erzählung. Der Alpha, einst so dominant und selbstbewusst, hatte sich zurückgezogen und sein Zimmer nicht mehr verlassen. Die Tür war stets abgesperrt und nur Iraj betrat und verlies den Raum, als wäre er der einzige der die Erlaubnis hatte sich um den Beschwörer zu kümmern.

Erst seit wenigen Tagen sah man öfter eine verhüllte Gestalt die Taverne verlassen, mit niemanden sprechend und niemals sein Gesicht zeigend. Erst waren es nur Spaziergänge um die Taverne herum, dann Ausflüge die auch in den Sumpf und das Gebirge führten, schließlich wurde auch der Teleporter wieder benutzt. Immer nach einigen Stunden wieder zurück kehrend.


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BeitragThema: Re: Was geschah!   So Jul 03, 2011 11:11 pm

Anders, als Razan es zu tun pflegte, hatte Iraj einen kleinen Zettel in seinem Zimmer in der Taverne Baltasars hinterlassen, platziert auf einem Kopfkissen im Bett. Bin im Sumpf. Bleibe nicht lange weg. Iraj, war darauf in eher krakeliger Schrift geschrieben. Sogar Sandvika hatte er bescheid gegeben, auch wenn diese gerade mit einigen Bierhumpen beschäftigt gewesen war und mit einem „Jaja.“ nur fahrig in seine Richtung gewunken hatte. Er war sich nicht ganz sicher gewesen, ob sie ihn wirklich zur Kenntnis genommen hatte, doch die Anwesenheit einiger recht lauter, und schon recht betrunkener Gäste, hatte ihn dazu bewogen, den Schankraum eilig zu verlassen und sie nicht noch mal anzusprechen.
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Yhiseo
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BeitragThema: Re: Was geschah!   Di Jul 12, 2011 12:48 pm

Er würde Thall suchen müssen. Die Rüstung war in einem grauenhaften Zustand, nein wirklich: Ein Handschuhe fehlte, die Ketten am Rücken waren teilweise zerstört, ein Stiefel großzügig durchlöchert und das entsprechende Hosenbein zerrissen, als hätte sich ein gelangweilter Worg daran ausgetobt. Tatsächlich war es ein Alitaur gewesen, der dafür ein Auge verloren hatte. Und da das gefrustete Reptiel auch noch ein weiteres Mal versucht hatte, den Träger der zerschlissenen Rüstung zu verputzen, wurde es nur noch schlimmer: Erst gereizt, dann geblendet. Durch grelles Licht aus einer Flasche. Und schließlich geblendet auf die andere Weise. Mit einem Dolch und wenig Mitgefühl.

Der trockene Schlamm hing zwischen jedem, JEDEM der Kettenglieder. Und er selbst musste sich auch noch waschen...! Klirrend sank das Kleidungsstück zu Boden, die Bürste darauf und die staubigen Hände im Gesicht. Vielleicht hätte er sich noch nicht heilen lassen sollen... Klar waren Splitter der eigenen Rippen in der Lunge nicht sehr fein, aber Razans Schlag in den Magen hatte nicht genug Schmerz hinterlassen, um ihn davon abzulenken, dass er nicht bei Iraj im Tempel war, und den herrlichen Moment mit dem Alpha wie er ihn kannte am Ende aufs Übelste verdorben hatte. Jetzt fraßen ihn mal wieder die eigenen Gedanken auf.

Ein gestresster Seufzer entrang sich seiner Brust. Deswegen ging Atreia doch nicht unter. Razan war nicht nachtragend, zumindest in normalen Momenten. ...So redete er es sich jedenfalls nun ein. Und Iraj... Iraj war gut aufgehoben. Ob er inzwischen schon aufgewacht war? Vielleicht war Aikata ja auch wieder bei ihm, oder er würde ihn auf dem Weg zum Tempel entdecken - wenn er nur endlich mit der Putzerei fertig war!

Einige Minuten später klirrte es lauter, als das immerhin größtenteils gesäuberter Kettenhemd doch ein wenig unachtsam zu dem Rest der Ausrüstung fiel, ein dreckiger Beta aufsprang, um mit einem Haufen frischer Kleidung in den Waschraum im Keller zu wetzen.
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