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 Rikkas Aion-Kurzgeschichten-Sammelthread

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Copper
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BeitragThema: Rikkas Aion-Kurzgeschichten-Sammelthread   Fr März 11, 2011 1:56 am

Willkommen! ^___^

Da ich es irgendwie nicht schaffe passable "Was Geschah?" Erzählungen zu schreiben und auch einfach so öfter mal Texte aus dem Leben meiner Chars schreibe, sammel ich die nu einfach hier, weil sie zu selten überhaupt irgendwohin passen.

Den Anfang macht etwas, was eigentlich als "Was Geschah" Text gedacht war aber dann doch mutiert ist... njaaa.

Jedem, der mag, viel Spaß beim Lesen. =)
study

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Copper
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BeitragThema: Re: Rikkas Aion-Kurzgeschichten-Sammelthread   Fr März 11, 2011 2:36 am

(Dieses Forum frisst sämtliche Formatierungen und Layout -,-)


Sand. So weit er sehen konnte reihte sich Düne an Düne, bis sich die schwammigen Ockertöne in unbestimmter Ferne und hitzeflirrender Luft verloren. Die feinen Körnchen waren überall, blieb an seinem schweißfeuchten Körper kleben und sorgten dafür, dass er sich so unwohl fühlte, wie schon lange nicht mehr. Selbst das Gehen auf dem pulverigen Sand hatte ihm zu Beginn einen unangenehmen Schauer den Rücken hinunter geschickt, als unvermittelt Erinnerungsbilder vor seinem geistigen Auge aufgeblitzt waren, von denen er gehofft hatte, sie schon vor langem irgendwo tief in sich vergraben zu haben.
Er und Shinrai wanderten nun schon seit Stunden durch diesen Glutofen, geleitet von einem Stück Papier, das sich Karte schimpfte und doch bestenfalls als Kritzelei zu bezeichnen war. Einmal mehr sah Iraj hinab auf die krakeligen Linien, stellte fest, dass sich keinerlei Ähnlichkeit mit der ihn Umgebenden Sandmasse ausmachen lies und blickte unauffällig, und ebenfalls zum wiederholten Male, zu Shinrai, der mit einigen Schritten Abstand hinter ihm folgte.
Der Kantor hatte den Blick gesenkt und wirkte in Gedanken versunken. Still war er. Nachdenklich? Oder schüchtern? Manchmal sah es danach aus, doch dann wiederum war es der Rotschopf gewesen, der den Kerl von der Salintus-Wache dazu gebracht hatte, ihnen den Weg zum Tempel zu beschreiben. Iraj hatte nicht übel Lust gehabt diesen kekskrümelnden Schnösel von dem Eimer zu treten, auf dem er wohl aus purer Faulheit gesessen hatte, als er sich über Irajs unfreundlichen Tonfall beschwerte. Stattdessen hatte er Shinrai das Wort überlassen und siehe da, dieser hatte mehr Erfolg gehabt. Er selbst war schließlich nur noch froh gewesen, aus diesem Lager abhauen zu können.
Er wandte den Blick wieder nach vorn und hob eine Klaue, um sich damit durchs Gesicht zu fahren und Schweiß fortzuwischen. Diese elende Hitze...

Später stapfte er immer noch verdrossen durch den Sand. Der einzige Unterschied war, dass es seit einer Weile konstant bergauf ging, eine große Düne, die viel zu langgezogen war, als dass es Sinn gemacht hätte, sie zu umlaufen, statt zu erklimmen. Wieder sah er auf das bisher recht nutzlose Stück Papier, doch es befand sich keine Markierung an der Stelle, an der er sich wähnte, die auf einen Hügel dieser Art hingewiesen hätte. Entnervt blieb er stehen um zu verschnaufen.
„Sollte hier nicht irgendwo ein See kommen..?“, fragte er vor sich hin, als wäre da irgendwo ein böser Geist, der dafür sorgte, dass sie seit Stunden im Kreis liefen. Auch Shinrai blieb stehen und sah sich um. Beiläufig öffnete er eine weitere Schnalle seines Kettenmantels, wirkte allgemein aber nicht halb so erschöpft wie Iraj.
„Ja... ich denke schon...“, meinte er und musterte Iraj, der schon nur noch deshalb auf die Karte starrte, weil ihm schlicht nichts anderes einfiel.
„Da hätten wir genauso gut einfach so loslaufen können.“ Um dem Impuls, die Karte in kleine, feine Stückchen zu reißen, nicht nachzugeben, streckte er den Arm aus und hielt sie Shinrai entgegen, der sie auch an sich nahm und seinerseits studierte, während Iraj bereits wieder unterwegs war. Wieder lies er den andren förmlich stehen, obwohl er keinen Grund dazu hatte. Warum wusste er selbst nicht genau. Doch wie die Male zuvor folgte Shinrai ihm klaglos.
„Wenn er uns nur nicht falsch geschickt hat...“, murmelte dieser hinter ihm, was Iraj dazu brachte, den Kopf im Gehen zu wenden und ihn irritiert anzusehen. Daran hatte er noch gar nicht gedacht. Und er wollte es auch nicht, er wollte nicht umsonst durch diese Ödnis gestapft sein, dafür hatten sie viel zu wenig Zeit.
Und dann geschah ein kleines Wunder. Als er den Blick wieder nach vorn richtete, hatte er den Gipfel des sandigen Hügels erreicht und sah hinab auf den kleinen See, von dem der Kerl mit dem Eimer gefaselt hatte. Als Shinrai neben ihm ankam atmete er ebenso erleichtert auf, wie Iraj. Doch er handelte nicht so unbesonnen, wie dieser. Denn kaum hatte der den See erblickt, breitete er die schwarzen Flügel aus, auf denen das Licht kupferne Reflexe aufblitzen ließ, und segelte entlang der Düne abwärts auf das Wasser zu.


Shinrai blieb verdutzt einen Moment stehen, in dem er Iraj bloß teils alarmiert, teils verwundert hinterher sah, dann tat er es ihm gleich, um den Abstand zwischen ihnen nicht zu groß werden zu lassen. Auf schwarzroten Schwingen glitt er hinab und lies sie schließlich wieder verschwinden, um sich umzusehen, während Iraj schon auf das Wasser zuhielt. Er selbst zögerte zu folgen. Mit einem Mal hatte er ein ungutes Gefühl im Bauch, ein nervöses Kribbeln, und im nächsten Moment sollte er auch herausfinden, wieso.
Er richtete den Blick gerade noch rechtzeitig wieder auf Iraj, um zu sehen, wie sich hinter diesem ätherischer Dunst sammelte. Bevor er selbst reagieren oder Iraj etwas bemerken konnte, sprang diesem ein Assassine so wuchtig in den Rücken, dass es ihn vorn über von den Füßen riss. Scharfe Klingen blitzen auf und der Angreifer schlug zu, was seinem völlig überrumpelten Opfer einen langen, tiefen Schnitt quer über den Rücken einbrachte, noch bevor beide hart auf dem Boden aufprallten.
In einer schnellen, tausendfach geübten Bewegung nahm Shinrai seinen Stab vom Rücken und rannte los, den Blick auf den Assassinen gerichtet, der, wie er nun erkannte, zu den Lepharisten gehörte, und der triumphierend auf dem bäuchlings und etwas benommen im Sand liegenden Iraj hockte, um ihn unten zu halten.
Wieder flackerte es am Rande seines Sichtfeldes, doch in diesem Moment nahm er dies lediglich zur Kenntnis und konzentrierte sich weiter auf den Kerl über Iraj, der damit beschäftigt war, den sich nun etwas unkoordiniert wehrenden Kantor festzuhalten. Bei ihm angekommen schmetterte er dem Lepharisten mit Schwung den Stab gegen den Kopf und sah noch, wie der haltlos über Iraj zusammensackte, als er sich schon wieder umdrehte und beinahe elegant einem anderen, heranspringenden Assassinen auswich. Glattweg an ihm vorbeigehuscht, schenkte Shinrai diesem dann auch erstmal keine Beachtung mehr und wandte sich dem nächsten zu.
Er wusste dass die Banditen nie alleine auftauchten, doch er sah sich mittlerweile 4 Angreifern gegenüber, zählte man den mit, der Iraj mit seinem Gewicht an den Boden nagelte und sich so langsam wieder aufrappelte, und den, der ihn eben verfehlt hatte. Allerdings merkten die Burschen schnell, dass sie mit ihm kein so leichtes Spiel hatten. Mühelos parierte er ihre Angriffe, traf sie zielsicher und heftig mit dem schweren Stab und schickte einen nach dem anderen in den heißen Wüstensand.
Bis hinter ihm plötzlich ein leises, schmerzgetränktes Keuchen erklang, gefolgt von den noch etwas schleppend, aber entschlossen klingenden Worten: „Halt! Sofort aufhören! Oder ich schneide dem Kleinen hier die Kehle durch!“

Iraj wurde an den Haaren gepackt und sein Kopf unsanft in den Nacken gerissen. Im nächsten Moment fühlte er die Klinge, die ihm der Kerl mit einigem Druck an den Hals hielt, um seine Worte zu untermalen. Immer noch drehte sich alles, aber nun wurde es schnell besser. Er versuchte sich nicht zu bewegen und öffnete nach einem Moment die Augen. Er sah Shinrai, um den herum drei Kerle im Sand lagen und sich langsam und sichtlich angeschlagen wieder hocharbeiteten, während der Kantor selbst in seine Richtung blickte und den Stab etwas sinken ließ.
„Gut so!“, keifte der Kerl, der ihn festhielt, „Runter mit der Waffe!“ Shinrai tat, wie ihm geheißen und beugte sich langsam hinab, wobei er den Forderungen stellenden Kerl nicht aus den Augen ließ.
„Und was dann..?“, fragte er ruhig, die anderen waren mittlerweile wieder auf den Beinen, zögerten aber erneut anzugreifen.
„Dann gebt ihr uns alle eure Wertsachen und niemandem wird etwas passieren.“ Iraj fühlte, wie der Zug an seinen Haaren verstärkt wurde und die Klinge in seine Haut Schnitt. Angesichts des Schmerzes der in seinem Rücken pochte, verblasste das eher störende Brennen dieser kleinen Wunde jedoch fast völlig.
„Und wenn wir nichts von Wert dabei haben..?“, wollte Shinrai wissen, während seine Hand mitsamt dem Stab nun am Boden angelangt war. Iraj verfolgte mit heftig klopfendem Herzen jede seiner Bewegungen. Was hatte er vor? Oder wollte er nur Zeit schinden, weil ihm selbst auch nichts einfiel? Andererseits hatte er mit solchen, eher beiläufigen Gegenfragen auch schon den Eimertypen aus der Reserve gelockt. So unauffällig wie möglich verlagerte Iraj sein Gewicht etwas zur Seite, um einen Arm freizukriegen und schaffte es auch. Zu abgelenkt war der Kerl, der ihn bedrohte, als er antwortete: „Pah! Feine Pinkel, die ihr seid, werdet ihr sicher etwas dabeihaben! Und – EY!“
Iraj hatte gefühlt, wie sich Äther um Shinrais Gestalt herum gesammelt hatte. Im Gegensatz zu den Lepharisten, die den zum Boden hinabgebeugten Kantor umzingelten, und so wurden diese einmal mehr von der Schnelligkeit ihres vermeintlich leichten Opfers überrascht. Mit einem mächtigen Schwung breitete der Kantor die starken Flügel aus und stieß den einen Lepharisten, der ihm am nächsten war, einfach wieder in den Sand. Die übrigen bekamen den heftigen Luftzug und aufgewurbelten Sand ab, auch der über Iraj lockert seinen Griff fluchend, als Sand sie überrieselte.
Und dann tat Iraj vermutlich zum ersten mal heute etwas sinnvolles. Als er sah, dass sich Shinrai nun schnell, mit ausgebreiteten Flügeln, wieder aufrichtete und zum Schlag ansetzte, griff er selbst mit der freien Hand nach dem Waffenarm des Assassinen. Präzise traf Shinrais Hieb und war so wuchtig, dass es den Kerl seitlich weg und in den Sand schlug, Iraj sorgte dabei lediglich dafür, dass die Klinge ihm nicht doch noch die Kehle aufschnitt.
Kaum war das Gewicht von ihm runter war er auf den Füßen, nahm den Stab vom heftig protestierenden Rücken und drehte sich um. Ein Dolch flog in dem Moment auf Shinrai zu, verfehlte den geschickten Kantor aber ebenso harmlos, wie die nunmehr eher verzweifelt wirkenden Angriffe der Lepharisten. Und so unternahm er auch nichts, um Shinrai zu helfen. Er wäre ihm wohl ohnehin nur im Weg...
Ein gequältes Stöhnen und eine Bewegung im Augenwinkel ließen ihn den Kopf drehen und er sah, wie der Kerl, dem er das dumpfe, schmerzhafte Pochen in seinem Rücken zu verdanken hatte, dabei war durch den Sand davonzukriechen. Er wandte sich ab von dem Kampf und folgte dem Flüchtigen. Er sah nicht mehr, wie mühelos Shinrai auch die übrigen Lepharisten kampfunfähig machte und wollte es auch nicht, er hatte genug gesehen, um zu verstehen...
Sein Blick war starr auf die kriechende Gestalt gerichtet. Blut tropfte dem Kerl am Kinn hinab und der Kiefer begann bereits jetzt sich in unheilvollen, dunklen Rot- und Blautönen zu verfärben und als er Iraj bemerkte, begann er panisch zu jammern. „Nein! Hau ab! Bleib mir bloß vom Leib!“
Irajs Hand schloss sich fester um den Stab, als in ihm plötzlich und unerwartet heftig blinde Wut aufwallte und sich mit dem Frust vermischte, der an ihm nagte, und der fast schlimmer war, als der Schmerz im Rücken und das Gefühl von heißem Blut, das langsam durch die Kettenglieder nach unten sickerte.
„Ooh, großer Lephar, steh mir be - “, weiter kam der Lepharist nicht. Ohne großartig auszuholen schlug Iraj zu. Er zielte nicht mal auf irgendeinen besonderen Punkt, sondern schmetterte ihm einfach nur den Stab gegen den Schädel und der Bandit fiel einmal mehr in den Sand. Sekundenlang sah er noch auf ihn herab, während das Gefühlschaos so schnell wieder abzuklingen begann, wie es gekommen war, als hinter ihm Geschrei lautwurde.

„FÜR LEPHAR!“ jammerte der verbliebene Lepharist und stürzte sich wild auf Shinrai. Seine Klinge zuckte vor und zielte nach der Brust des Kantors, doch der hatte immer noch die beeindruckenden Schwingen ausgebreitet und schlug damit in Richtung des Angreifers. Irritiert zog der die Klinge weg und hieb nach einem Flügel, doch er traf nichts als leere Luft. Dafür traf ihn nun mit brutaler Wucht die mit harten Hörnern gespickte Spitze des Balaurstabes, den Shinrai mit diesem Hieb eher wie einen Speer führte, und schleuderte ihn unter schrillem Schmerzgeschrei wieder in den Sand. Sich windend fasste er sich an die Brust auf Höhe des Schlüsselbeins, ehe einige Momente später wohl auch über ihm Schwärze zusammenschlug und er reglos liegenblieb.
Wachsam ließ Shinrai den Blick über die besiegten Banditen schweifen dann drehte er sich zu Iraj um. Dieser stand in einiger Entfernung still neben einem weiteren, den Stab in der Hand an seiner Seite und sah ihm undefinierbar entgegen. Er rührte sich auch nicht als Shinrai zu ihm hinüberging und ihn umkreiste, um sich die Wunde auf dem Rücken anzusehen. Lediglich seine Mähne, die bereits bis zur Mitte des Rückens blutig war, sträubte sich und zeigte ihm somit, was er davon hielt, dass er ihm nahekam. Trotzdem hob er nach kurzer Begutachtung eine Hand und ließ sie knapp über der Wunde verweilen.
„Soll ich..?“, fragte er und wartete auf Erlaubnis, wie er es immer tat, während er weiter die Wunde ansah. In einer schrägen Linie hatte der Hieb des Lepharisten getroffen und obwohl die Ketten dem Schlag nicht standgehalten hatten und gesplittert waren, hatten sie doch dafür gesorgt, dass die Wunde nicht gefährlich war. Trotzdem blutete sie stark und tat mit Sicherheit ordentlich weh.
Nach reichlichem Zögern nickte Iraj schließlich.

Er musste sich beherrschen stehenzubleiben. Er wusste Shinrai wollte ihm helfen, aber er hätte das sicher auch selber geschafft. Vielleicht. Oder auch nicht... Ergeben widerstand er dem Impuls sich wegzudrehen und fühlte Shinrais heilende Kräfte auf sich wirken. Es fühlte sich seltsam an, anders, als wenn er selbst versuchte eine Verletzung zu heilen, die er sich zugezogen hatte. Doch schließlich versiegte der Schmerz und Shinrai trat einen Schritt zurück.
„Danke...“, murmelte er ohne den andren anzusehen. Er folgte ihm auch erstmal nicht, als er sich schließlich zum Wasser wandte und sich dort in die Hocke sinken lies. Statt dessen sah er wieder auf den bewusstlosen Lepharisten hinab und fühlte Zweifel in sich aufkeimen. Etwas mehr als zwei Tage, mehr Zeit blieb ihnen nicht. Mehr Zeit blieb ihm nicht. Wenn es im Abyss genauso lief, wie hier gerade, war er eher eine Gefahr für alle anderen als irgendeine Art von Hilfe.
Er ballte die Fäuste und versuchte den Gedanken abzuschütteln, doch es wollte ihm nicht recht gelingen. Auch Stunden später, als sie die Pfütze mit dem Wasser, das pisswarm war und absolut widerlich schmeckte, wie Iraj feststellen sollte, samt den Lepharisten schon lange hinter sich gelassen hatten, kreisten schlimme Befürchtungen durch seinen Kopf. Vielleicht war die Hitze schuld. Das eintönige auf und ab der Dünen, das sie erneut umgab und der Sand. Sand so weit das Auge reichte.


Zuletzt von Iraj am Do März 17, 2011 2:12 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Copper
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BeitragThema: Re: Rikkas Aion-Kurzgeschichten-Sammelthread   Do März 17, 2011 2:12 am

Reesh Portrait <-- klick

Heute war einfach nicht sein Tag.
Er spuckte Blut und bitter schmeckenden Speichel vor sich in den Abyssstaub, während er vorgebeugt und mit einer Klaue auf einem Trümmerstück abgestützt dastand. Die andre presste er auf die tiefe, heftig blutende Wunde an seiner Seite. Wie hieß es so schön? Neugier ist der Katze Tod. Und er war wohl zu neugierig gewesen, hatte für einen Moment nicht aufgepasst und den Dolch des elysischen Assassinen in Perfektion bis ans Heft zwischen die Rippen bekommen.
Er ließ den Kopf hängen. Sein Atem ging gepresst und rasselnd, und beständig tropfte Blut von seinen Lippen. Auch am Bein lieft es hinab, tränkte das robuste Leder immer mehr und hinterließ eine herrlich kontrastierte Spur auf dem Boden. Zu allem Überfluss begann er nun auch noch zu zittern. Er hasste das...

Mit einem leisen, unwilligen Knurren, das eher klang, wie ein feuchtes Gurgeln, löste sich der Jäger von dem Mauerstück und setzte seinen Weg fort. Hindurch zwischen größeren und kleineren Überresten der alten Zivilisation Atreias, von einer der zerstreut im Süden des oberen Abyss schwebenden Scherben der Ruinen von Roah zur nächsten.
Verdammt viel Licht gab es hier, es blendete ihn förmlich und machte es schwer sich in irgendwelchen Schatten zu bewegen. Allerdings suchte er sich ohnehin nur noch rein instinktiv und aus lauter Gewohnheit immer wieder Deckung und tote Winkel, denn die Blutspur, die er hinterließ, musste selbst dem blindesten Elyos so sehr ins Auge stechen, als verliefe sie einmal quer durch ihre feine Hauptstadt. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis man ihn aufspürte.

Die Distanzen zwischen den Scherben legte er mehr in einem trudelnden Gleiten zurück, als dass er wirklich flog, und ein paar Scherben weiter begannen die Ruinen erneut um ihn herum zu tanzen, sich zu verzerren und drohten schließlich zur Seite zu kippen. Rein aus Reflex griff er irgendwo neben sich, bekam etwas aus Stein zu fassen und hielt sich daran fest. Ihm war unglaublich übel. Er hoffte, dass ihm noch genug Zeit blieb, dem Elyos, der ihn letztendlich entdecken würde, vor die Füße zu kotzen, bevor er sich am Obelisken wiederfand.

Langsam und wankend ging er weiter. Die Festung von Roah war bereits in Sichtweite, ein dunkler Umriss, verwaschen von der wogenden Atmosphäre des Abyss, aber er wusste, er würde es nicht bis dorthin schaffen. Andernfalls wäre er schwer enttäuscht von seinen weißgefiederten Freunden, es wunderte ihn ohnehin schon, dass sie so lange brauchten. Immerhin hatte er dreien von ihnen den beschwerlichen Heimweg erspart, inklusives dieses verfluchten Assassinen. Schließlich verriet ein Knistern hinter ihm, knapp oberhalb der Grenze des überhaupt Hörbaren, dass er nicht mehr alleine war.
„Ach... nicht noch...“, stöhnte er lustlos und blieb stehen, ohnehin am Ende seiner Kräfte angelangt.

Ein leichtes Vibrieren ging durch den Boden unter seinen Füßen und im nächsten Moment schossen dornenbewehrte Ranken aus dem gebackenen Sand empor und umschlangen seine Beine. War ja klar gewesen. Es war immer das selbe. Eher genervt rollte er mit den Augen und harrte der Dinge, die da kommen mochten, während sich die Ranken auch um seine Arme und den Rumpf schlangen. Der Schmerz, der durch seinen Leib fuhr, als Dornen durch die klaffende Wunde gezogen wurden, fegte für einen Moment nicht nur die Übelkeit bei Seite, sondern auch weite Teile seines Bewusstseins, und so waren es die Ranken, die ihn hielten und verhinderten, dass er einfach zusammenklappte.

Als er mühsam den Kopf wieder hob und gegen die wogenden Schleier anblinzelte, die seinen Verstand umgaben, sah er die Gestalt vor sich. Ein hochaufgeschossener Mann, gekleidet in edelste Stoffe, die besetzt waren mit fein gearbeiteter Ornamentik, in der einen Hand aufgeschlagen ein Buch, so dick, dass man Reeshs Einschätzung nach einem Balaur damit problemlos den Schädel einschlagen konnte. Um die andere, erhobene Hand glühte arkanes Licht auf, das nach und nach an Intensität zunahm.

Reesh schnaubte abfällig, wobei erneut Blut an seinem Kinn hinablief. Wenn er in der Lage war, noch irgendetwas tief und ehrlich zu empfinden, dann war es Verachtung. Er fühlte, wie sich die Luft um ihn herum auflud, wie Äther in einer so gewaltigen Menge sich sammelte, wie sie nur ein Zauberer zustande brachte.
Na mach schon... , dachte er mit schwindender Geduld und wachsender Mordlust, denn das kalte, selbstgefällige Lächeln hätte er dem Kerl nur allzugern aus der Visage geschnitten... Er hatte nichts gegen Selbstgefälligkeit, im Gegenteil, das war eine Sache, die er selbst auch sehr gut beherrschte, aber die Art, wie der Elyos ihn dabei ansah, weckte in ihm die Assoziation eines Schlachters, der vor einem Stück Vieh stand. Ein niederes Tier ohne Wert - wild, gerissen und gefährlich zwar, aber dennoch nicht mehr als ein Tier, das war es, was die Elyos in ihm, und seiner Rasse im Allgemeinen, sahen. Und er tat sein Bestes, um dafür zu sorgen, dass sie zumindest teilweise Recht behielten... Unter normalen Umständen. Heute jedoch verlor er.

Dennoch tat er dem Zauberer nicht den Gefallen, sich im Griff der Wurzeln zu winden und zu versuchen sich zu befreien, auch wenn die Präsenz der Beschwörungen, mit denen dieser ihn gleich angreifen und vermutlich töten würde, allmählich übermächtig wurde. Er fühlte die Spannung zwischen den Haaren seiner Mähne, hier und da stob ein Funkenbogen in der Nähe von einem Objekt zum anderen und die Robe des Elyos, die Reesh für recht geschmacklos hielt, wogte sacht im ätherischen Gleißen, dass den Mann umgab.
Der Jäger tat nichts weiter, als den Kopf eine Winzigkeit anzuheben, herausfordernd das Kinn etwas vorzurecken und den Kerl vor sich unbeeindruckt anzusehen.

„Na los.“, forderte er und wartete. Der Schmerz, der seinen Körper marterte, schwang deutlich in seiner Stimme mit, dennoch blieb sie kühl. Sein Herz schlug schnell, aber das lag an dem mittlerweile mehr als bedenklichen Blutverlust. Er war ruhig. Er wusste was gleich kommen würde und er konnte sich nicht daran erinnern, wann er das letzte mal wirklich Angst empfunden hatte, weder vor dem Tod, noch vor irgendetwas anderem. Dieses Gefühl war ihm, wie viele andere auch, über die Jahre abhanden gekommen.
Helles Funkeln und weiße Federn lenkten seine Aufmerksamkeit für einen Moment hinter den Zauberer und er erkannte mit dem letzten, quälenden Atemzug eine ganze Legion Elyos, die sich hier und da zwischen den Ruinen zeigten und sich das Spektakel ansahen.
Aasfresser... , dachte er noch. Heute war wirklich nicht sein Tag.
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Copper
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BeitragThema: Re: Rikkas Aion-Kurzgeschichten-Sammelthread   Do Mai 19, 2011 8:51 pm

Schon eine ganze Weile saß der Jäger dort oben auf der Mauer und starrte aus unerfindlichem Grund in den wabernden Abyss hinaus, dorthin, wo sich die zerstreuten Ruinenscherben Roahs in der Hitze verloren. Vorhin hatte sie ihn dabei beobachtet, wie er den Kopf schräggelegt hatte, als würde er lauschen, und auch jetzt noch hockte er sichtlich angespannt dort oben.
Rikka strich sich mit einer schwer gepanzerten Klaue eine Haarsträhne aus dem Gesicht und sah kurz zurück zu ihrem Trupp. Der kleine Kampfverbund wurde gerade von einem Offizier der Festungswachen für einen Einsatz instruiert, der sich inzwischen an den hünenhaften Templer gewandt hatte, nachdem er vom eigentlichen und heute in seinem Verhalten einmal mehr höchst zweifelhaften Anführer kommentarlos stehengelassen worden war. Der Offizier bedeutete dem insgesamt fünfköpfigen Trupp, ihm ins innere der Festung zu folgen und stapfte einfach los, auch wenn ihm nur die drei Daeva folgten, die bei ihm geblieben waren. Auf einen unmissverständlichen Wink des Templers hin, der deutlich machte, dass Rikka sich beeilen sollte, drehte sie sich wieder zur Mauer und sah empor.

„Hey! Es geht los!“, setzte sie den Jäger in Kenntnis. Ihren Helm hielt sie unter den rechten Arm geklemmt und an ihrer Seite wartete ihr Schwert auf seinen Einsatz, sowie der wuchtige Schild auf ihrem Rücken.
Der dunkle Umriss oben auf der Mauer reagierte nicht sichtlich. Unheilvoll aber ruhig, wie lauernder Pulsschlag, glühten die den Bogen wie Adern durchziehenden Furchen mal heller und mal dunkler auf, während der Jäger an sich reglos verharrte. Allerdings war sich Rikka sicher, dass er sie gehört hatte. Und sie konnte es nicht leiden, wenn er sie ignorierte.
Es war für sie in ihrer schweren Rüstung nicht möglich, sich so leise zu bewegen, dass sie nicht gehört wurde. Und so wich der Jäger dem Stein, den sie vom Boden aufgeklaubt und nach ihm geworfen hatte, spielend leicht aus, indem er nur den Kopf etwas einzog und sich geringfügig zur Seite neigte.
Als Antwort flog Rikka kurz darauf ein zusammengerolltes Pergament entgegen, das sich anhand des Siegels unschwer als der Befehl zu erkennen gab, wegen dem sie hier waren. Missmutig sah sie noch einen Moment zur Mauerkrone und murmelte ein halblautes: „Du bist unmöglich...“, vor sich hin, während sie sich kopfschüttelnd umdrehte, um den anderen zu folgen.

* * *

Eine ganze Weile war es nun schon still da draußen. Dennoch hockte er weiter wie ein Geier auf der Mauer und starrte in die flirrende Dimension des Abyss, ohne auch nur im Ansatz schlau zu werden aus dem, was er zuvor wahrgenommen hatte. Rikka hatte es nach ihrem dritten Anlauf endlich aufgegeben und ging ihm nicht weiter auf die Nerven, brauchen würden sie ihn nicht, der Auftrag war ein Witz. Viel mehr interessierte ihn, was da draußen vor sich ging.
Und nun sah er auch Bewegung. Lautlos und in einer fließenden Bewegung erhob er sich und huschte auf der Mauer entlang in den Schatten eines massigen Pfeilers, den Blick auf die beiden Umrisse gerichtet, die sich wenig später als zwei Asmodier herausstellten: Ein ziemlicher Brocken flog einem wesentlich schmaleren und kleineren Kerlchen hinterher, das bedenklich trudelte und auch auch auf die Landung keine guten Haltungsnoten mehr bekommen hätte.
Reesh legte einmal mehr den Kopf schräg, die beiden boten einen mehr als seltsamen Anblick. Der Kleine ging noch, er sah erschöpft aus, auffällig war lediglich, dass er unbewaffnet herumflog. Der Große allerdings trug obenrum gar nichts, außer einigen großzügigen und dekorativen Blutspritzern – und ebenfalls keine Waffe. Stirnrunzelnd beobachtete der Jäger, wie der Hüne für eine Unterhaltung zum Teleporter flog und den Kleinen, den es unsanft auf die groben Platten des Festungsbodens gehauen hatte, links liegen ließ. Irgendwie kam ihm der große Kerl bekannt vor.
Aber auch an dem Kurzen war etwas Bekanntes. Sie waren weit weg, aber das Banner auf seinem Rücken erkannte er dennoch, was ihn zunehmend verwirrter eine Braue heben ließ. Er würde diesem Erze sammelnden Assassinen wohl die eine oder andere Frage stellen müssen, wenn er ihm das nächste mal in die Quere kam, unter anderem, ob es in seiner Legion sowas wie eine gesteigerte Selbstmordneigung gab.

Reesh beobachtete noch, wie der Kerl mit den Hörnern den kleinen rothaarigen sitzen ließ und zurück in die Richtung flog, aus der er gekommen war, dann zögerte er nicht länger. Er lies sich auf der anderen Seite der Mauer hinabfallen, kam leichtfüßig auf dem Boden auf und hastete diverse Gänge entlang auf einen seitlich gelegenen Ausgang der Festung zu, um zu vermeiden, von dem Kleinen gesehen zu werden. Allerdings legte der Große ein erstaunliches Tempo vor und er erahnte ihn bereits mehr, als dass er ihn wirklich sah. Die eigenen Flügel ausbreitend, schwang er sich in die Luft und folgte dem Kerl, wobei er in der Deckung der Scherben blieb, an denen sie vorbei kamen und auch so war der Abstand zu ihm gewaltig.
Sogar so gewaltig, dass er ihn irgendwann aus den Augen verlor. Kurz landete er auf einer zerfallenen Mauer und beäugte ein Drakenskelett, das seinerseits zu ihm hochstarrte. Im nächsten Moment sah das untote Ungetüm nur noch eine zerfasernde Wolke ätherischen Dunstes, während sich der Jäger nun auf gut Glück und unsichtbar weiter in die Richtung bewegte, in die der Brocken geflogen war, zumindest wenn man seinen Weg logisch fortsetzte.
Einige Minuten später hockte Reesh erneut in einem Schatten, denn er mochte Logik. Allerdings wurde dieser nicht von einer Ruine geworfen, sondern von einem riesigen, schwarzen Schiff, das düster und bewegungslos zwischen den Scherben schwebte. Es wurde schwarzer Stern genannt und war das Schiff der Freibeuter. Er wusste davon, hatte dieses Ding allerdings nie zuvor gesehen. Er musste zugeben, dass der Anblick etwas beeindruckendes hatte, fragte sich allerdings mehr und mehr, was zum Henker hier draußen derartig interessant sein konnte, dass diverse Leute halb nackt respektive schwer gezeichnet hier herumflogen und auch die Freibeuter in der Gegend kreuzten.
Zumal er zunehmend zu spüren begann, dass er sich verdammt weit vom nächsten Obelisken entfernte. Zu weit, wenn er Pech hatte. Und das war nun auch das einzige, was ihn daran hinderte, dem Schiff zu folgen, als es sich langsam in Bewegung setzte und beidrehte. Er knurrte leise. Wenn es etwas gab, was er mehr hasste, als irgendwo hinzufliegen und ohne Ergebnis dazustehen, dann war es irgendwo hinzufliegen und ohne Ergebnis dazustehen, obwohl er genau wusste, das irgendetwas vor sich ging. Und dieser Umstand nervte ihn nun gewaltig...
Im Schutz einer halb zerfallenen Säule sah er dem Schiff nach, wie es weiter hinaus in den Abyss segelte und schließlich in den diffusen Schleiern verschwand.
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Copper
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BeitragThema: Re: Rikkas Aion-Kurzgeschichten-Sammelthread   So Jul 03, 2011 11:05 pm



Anders, als Razan es zu tun pflegte, hatte Iraj einen kleinen Zettel in seinem Zimmer in der Taverne Baltasars hinterlassen, platziert auf einem Kopfkissen im Bett. Bin im Sumpf. Bleibe nicht lange weg. Iraj, war darauf in eher krakeliger Schrift geschrieben. Sogar Sandvika hatte er bescheid gegeben, auch wenn diese gerade mit einigen Bierhumpen beschäftigt gewesen war und mit einem „Jaja.“ nur fahrig in seine Richtung gewunken hatte. Er war sich nicht ganz sicher gewesen, ob sie ihn wirklich zur Kenntnis genommen hatte, doch die Anwesenheit einiger recht lauter, und schon recht betrunkener Gäste, hatte ihn dazu bewogen, den Schankraum eilig zu verlassen und sie nicht noch mal anzusprechen.

Und nun schritt er über einen Baumstamm, der kaum breiter war, als seine Füße und zwei Ufer miteinander verband. Unter ihm befand sich braunes, undurchsichtiges Wasser, doch der Weg über den Stamm gestaltete sich für ihn nicht als schwierig. Er hielt seine Waffe, den schweren, völlig aus Metallen bestehenden, zu den Enden hin spitz zulaufenden und edel verzierten Stab in den Händen, und somit quer vor der Brust. Auf diese Weise balancierte er problemlos hinüber zur anderen Seite und betrat erneut den weichen, moosigen Sumpfboden.

Es fühlte sich gut an, durch die Gegend zu streifen. Er genoss die unterschiedlichen Untergründe unter seinen Füßen, blickte aufmerksam in Nebelschwaden, die hier und da dicht über dem Boden dahinzogen, lauschte auf die Geräusche, die ihn umgaben und roch die feuchte Luft des Sumpfes, auch wenn die nicht wirklich nach Blumenwiese duftete.
Er hatte das Wandern fast völlig eingestellt, seit er in dem kleinen Bergdorf Baltasar etwas gefunden hatte, das sich erstmals wieder nach einem Zuhause anfühlte, selbst wenn er nur zur Miete in einem der Tavernenzimmer wohnte. Zuvor war er nie lange an einem Ort geblieben und ziellos und allein durch Asmodae gestreift. Zuhause, das bedeutete für ihn einen Ort, an dem er gerne war und an den er auch gern zurückkehrte. Ein Ort, an dem er sich wohlfühlte.

Dennoch entsprach es wohl seinem Wesen, dann und wann aufzubrechen und einige Tage umherzuziehen. Und genau das konnte er im Moment nicht. Oder erlaubte es sich vielmehr nicht. Ein paar Wochen waren vergangen, seit er der Meute geholfen hatte, Razan zu befreien und seit dem war er im Dorf geblieben. Er kümmerte sich um Razan, so gut er konnte und wartete ansonsten auf ihn, denn der Beschwörer hatte schnell wieder angefangen das Dorf zu verlassen. Wohin er verschwand, wusste Iraj nie. Razan hatte sich ziemlich verändert, hüllte sich seither in eine lange Robe mit Kapuze und trug das Wappen seiner Legion nicht mehr. Iraj machte sich Sorgen um ihn.
Auf einem morastigen Hügel blieb er stehen und sah sich um. Als erstes ging sein Blick nach hinten, er war schon wieder so in Gedanken versunken, dass er nicht ganz wusste, wie er hier rauf gekommen war. Flaches Wasser stand überall, durchzogen von etwas erhöhten, erdigen Inseln. Die Bäume standen gleichsam im Wasser, wie auch an Land auf ihren hohen Wurzeln, die sich erst in mehr als drei Metern Höhe zu einem Stamm vereinigten und spannten ihre mit bläulichen Blättern bewachsenen Äste schirmartig.
Weit und breit war nichts zu sehen, was keine Pflanze oder dreckige Pfütze war. Doch das bedeutete nicht, dass er hier sicher war, selbst einige Pflanzen in dieser Gegend hatten ihren Geschmack für Fleisch entdeckt, und Iraj hatte eigentlich nicht vor als Mittagessen zu enden. Zwischen den lichten Baumkronen hindurch konnte er hinter sich immer noch den vagen Schein Baltasars ausmachen. Er war also noch nicht allzuweit vom gleichnamigen Dorf entfernt. Trotzdem stand er bereits in wilder Sumpflandschaft, sie begann quasi sofort, wenn man das Dorf verließ. Und er persönlich hatte noch nie viel von befestigten Wegen gehalten.

So ging, oder vielmehr schlidderte, er den Hügel auf der anderen Seite wieder hinab. Er nahm sich vor ab jetzt besser aufzupassen, was ihm für die Dauer von etwa zwei Minuten auch vorbildlich gelang. In der Zeit bewegte er sich am Rande eines sehr träge fließenden, ebenfalls schmierig braunen Gewässers entlang, wobei seine Füße bei jedem Schritt bis zu den Knöcheln im Schlamm einsanken. Er beobachtete einige Moskys in der Nähe, die umherflatterten, aber sie waren harmlos, solange man sie in Ruhe ließ.
Noch mal blickte er zurück um nach dem Licht des Baumes zu sehen. Er hatte nicht vor, weit zu gehen und auch nicht, lange wegzubleiben, obwohl es ihn gerade regelrecht juckte. Razan blieb auch immer länger fort und wenn er da war, hatte Iraj stets das Gefühl, dass er eigentlich gut zurecht kam. ...eigentlich. Iraj wusste nicht, ob er mit seiner Kopfzerbrecherei übertrieb und den Fehler beging, zu viel von sich auf andere zu schließen. Vermutlich war es so. Razan war schließlich nicht er.
Grübelnd und erneut ohne wirklich auf seine Umgebung zu achten, setzte er seinen Weg fort. Hindurch unter einem der riesigen, hochwurzligen Bäume, hinein in immer dichter werdenden, fast violett wirkenden Nebel.
Razan hatte sich verändert, hatte im Moment Macken, die vorher nicht dagewesen waren, aber abgesehen von den ersten Stunden nach der Befreiung, als sie sich noch auf dem Freibeuterschiff befunden hatten, hatte er ihn nie wirklich so erlebt, wie er es... aus irgendeinem Grund erwartete. Im Gegenteil, er selbst war es gewesen, der kurz vor der Rückkehr doch noch die Nerven verloren hatte.

Wieder kam er an ein flaches Gewässer. Er registrierte beiläufig einen weiteren, halb im Wasser liegenden Baumstamm und hielt darauf zu. Das Wasser war nur selten wirklich tief, aber man wusste nie, was unter der trüben Oberfläche lauerte. So hob er den Fuß und stieg auf den Stamm. Sein Gedankengang wurde jäh unterbrochen, als sein nächster Schritt ins Leere ging und der Baumstamm unter ihm mit einer schlängelnden Bewegung wasserspritzend davonstob.
Mit einem erschrockenen Keuchen und dem erfolglosen Versuch, wild mit den Armen rudernd sein Gleichgewicht wiederzufinden, klatschte er rückwärts und der Länge nach in das Wasser. Für Sekunden geriet sein Kopf unter Wasser und er hörte nichts, als das dumpfe Rauschen und Gluckern von Luftblasen. Die Brühe war kalt.
Gerade, als er wieder Luft schnappen konnte und den Kopf schüttelte, um etwas von dem Wasser loszuwerden, das er in den Ohren hatte, packte ihn etwas am Schienbein und riss ihn weg, sodass er wieder unterging, obwohl ihm das Wasser im Sitzen gerade bis an den Hals gereicht hatte. Er fühlte einen ungeheuren Druck auf den Stiefelschaft wirken, obwohl der aus starrem Metall bestand und er trat mit dem anderen Fuß zu. Er traf irgendwas längliches, uneben und rauh.
Das Ding, das ihn gepackt hielt, quittierte seinen Tritt nur mit einem noch brutaleren Ruck, der einen üblen Schmerz durch sein Bein schickte, bis hinauf in die Hüfte. Er konnte immer noch nichts sehen, obwohl er in beginnender Panik die Augen öffnete, doch das Wasser war völlig trübe von aufgewirbeltem Schlamm und es brannte tierisch in den Augen. Er griff haltsuchend mit der freien Hand um sich, mit der anderen, in der er den Stab hielt, schlug er ungezielt nach seinem Gegner. Er traf auch, aber das Wasser nahm seinen Schlägen den Großteil der Kraft, die normalerweise darin lag.

Wieder riss das Ding an seinem Bein, zerrte ihn durchs Wasser, während er sich jeden schmerzhaften Aufschrei verbiss und die Krallen der freien Hand tief in den viel zu weichen, schlammigen Boden grub. Immer mehr verschluckte das Wasser die Geräusche um ihn, immer seltener hörte er das dumpfe Sprudeln von aufgeworfener Wasseroberfläche, was nur bedeuten konnte, dass er in tieferes Wasser gezogen wurde.
Erneut öffnete er die Augen und wieder fand er sich in einer dichten, braunen Wolke. Doch er hatte recht. Die Oberfläche war nun mindestens einen Meter über ihm und der Grund fiel immer weiter ab. Und als er an sich hinabblickte, sah er auch, mit was er es zu tun hatte. Ein etwa vier Meter langer Alitaur hatte sein Bein gepackt und quetschte den Stiefelschaft mit seinen langen, kräftigen Kiefern zusammen, in denen dolchartige Zähne bleckten, die teilweise auch vergleichbar lang waren.
Als hätte es dieser Erkenntnis bedurft, kapitulierte sein Stiefel beim nächsten Herumwerfen des Alitaurenkopfes und Iraj wurde zusätzlich zu dem neu aufflammenden Schmerz im gesamten Bein auch noch von den Zähnen der Echse gemartert, die sich nun ein gutes Stück in den Unterschenkel bohrten. Diesmal konnte er nicht anders, als aufzuschreien. Ein Schwarm Luftblasen suchte sich wirbelnd seinen Weg zurück zur Oberfläche und Iraj verlor dadurch kostbare Atemluft.

Wieder schlug er nach dem Biest, traf es an der Seite, ohne es dabei jedoch irgendwie zu verletzen, denn die dicke Haut bestand aus steinharten Panzerplatten. Der Körper war lang und endete in einem kräftigen Schwanz. Die Beine waren kurz, aber stämmig und krallenbewehrt, aber sie stellten das kleinere Problem dar. Die wahre Gefahr ging von diesem Maul aus, in dem sein Bein feststeckte, wie in einem Schraubstock. Und von dem Sauerstoffmangel, der sich langsam bemerkbar machte. Ein wenig war Iraj über sich selbst erstaunt. Er hatte Angst in diesem Moment, sein Bein tat höllisch weh und er würde schlichtweg in absehbarer Zeit versuchen luftzuholen und damit Wasser einatmen, vorrausgesetzt der Alitaur kam nicht vorher auf die Idee, sein Bein loszulassen und sich stattdessen seinen Kopf zu packen.
Aber trotz dieser Aussichten geriet er nicht heillos in Panik. Noch nicht. Er war nicht mehr sehr weit davon entfernt, aber noch reagierte er mit den Reflexen des Kämpfers, der er mal gewesen war. Jetzt, da er gesehen hatte, mit was er es zu tun hatte, packte er seinen Stab mit beiden Händen und richtete eines der spitzen Enden auf den Kopf des Alitauren. Einen weiteren, grässlichen Ruck an seinem Bein ließ er noch über sich ergehen, dann hob er die Arme über den Kopf, verkantete den anderen Fuß hinter dem langen, hässlichen Maul der Echse, und zog sich dann mit aller Kraft zusammen, wie eine Sprungfeder. Irgendetwas brach knackend in seinem verdrehten Knie, als er beide Beine anwinkelte, und er knurrte schmerzerfüllt und mit zusammengebissenen Zähnen. Dennoch stieß er mit den Armen zu und bohrte die Spitze des Stabes in das einzige, was ihm an dieser Kreatur weich und verletzlich erschien: das winzige, boshaft funkelnde Auge.

Der nächste Ruck an seinem Bein entstand dadurch, dass der Alitaur ihn zwar loszulassen gedachte, aber im ersten Moment noch mit den Zähnen in den zersplitterten Metallstücken des Stiefels festhing, doch dann schlängelte er mit einer Schnelligkeit davon, die seiner bloßen Masse Hohn sprach.
Iraj trieb einen Moment sinkend und zusammengekrümmt unter Wasser, und kämpfte gegen den Impuls an, jetzt und sofort luftzuholen. Sein Bein schmerzte unerträglich und blutete, doch auch an seinem Stab klebte dunkles, zähes Blut. Dann begann er zu schwimmen, mit bereits viel zu kraftlosen Bewegungen. Seine Kettenrüstung zog ihn unbarmherzig nach unten und er konnte sein rechtes Bein nur unter heftigen Schmerzen bewegen, doch irgendwas sagte ihm, dass er auch gar nicht versuchen durfte, direkt nach oben zu schwimmen. Er paddelte in die Richtung, aus der er gekommen war und erreichte das sanft abfallende, schlammige Ufer, das er eben hinabgezerrt worden war. Er griff nach allem, was sich bot, Wurzeln, Steine, dem Schlamm selbst und versuchte wieder nach oben zu kommen.
Er spürte, wie ihm die Sinne schwanden. Das rauschen des Wassers in seinen Ohren wich einem hohen, permanenten Piepton und sein Sichtfeld zog sich immer weiter zusammen, seine Glieder wurden taub...
Dann war sein Kopf plötzlich über Wasser. Er merkte es, doch es dauerte ein, zwei weitere, schmerzhafte Herzschläge lang, bis sein Körper das tat, was er ihm eben noch unter Aufbietung sämtlicher Willenskraft verboten hatte. Er begannt qualvoll wieder zu atmen, schluckte Wasser und hatte erneut das Gefühl ersticken zu müssen. Und dann war die Panik plötzlich da, die so lange hatte auf sich warten lassen. Er hustete, rutschte aus, und tauchte wieder unter. Seine Lunge schrie förmlich nach Sauerstoff und trieb ihn dazu, panisch weiterzuklettern. Er wusste nicht, ob sein Bein überhaupt noch dran war, alles was er wahrnahm, war ein Fleck purer Pein dort, wo sein Bein sein sollte, als er das Ufer empor kroch.
Hustend und verzweifelt nach Luft schnappend zog er sich aus dem Wasser und ein Stück das Ufer hinauf. Seine Lunge brannte, sein ganzer Körper zitterte und er hatte kaum noch Kraft, und so blieb er schließlich bäuchlings und nach Luft ringend liegen.

~ ~ ~

Eine ganze Weile, in der er am Rande der Bewusstlosigkeit dahintrieb, rührte er sich nicht. Er war besudelt mit zähem Schlamm und das feine Rinnsal aus Blut, das sich seinen Weg den sanft geschwungenen Hang hinab suchte, erreichte mittlerweile das Wasser. Die Oberfläche des kleinen Sees war wieder unbewegt und trügerisch friedlich. Es war still um ihn herum und es war dunkler geworden. Der Nebel war dichter.

Iraj blickte müde vor sich hin und lauschte dem Pochen seines Herzens, das mittlerweile wieder ruhig und gleichmäßig war. Seine Atemzüge begleitete zwar ein leises, rasselndes Geräusch und ein leichtes Stechen in der Brust, aber das war nichts im Vergleich zu dem Schmerz, der sein Bein zerwühlte, und der stärker wieder an sein Bewusstsein drang, je mehr er zur Besinnung kam.
Er biss die Zähne zusammen, zog die Arme an den Körper und stemmte sich zittrig in die Höhe. Das Gewicht verlagerte er dabei auf das linke, angewinkelte Bein, während das verletzte kraftlos ausgestreckt blieb und schmerzhaft auf jede Bewegung hin protestierte.
Umständlich rammte er den Stab in den Schlamm. Er hatte die Waffe nach wie vor in der Hand, es war so sehr Reflex geworden, sie festzuhalten, sie um keinen Preis loszulassen, dass er es auch heute nicht getan hatte. Obwohl es das Rausklettern vermutlich erleichtert hätte. Jetzt nutzte er den Stab, um sich daran hochzuziehen. Leise, gequälte Laute entrangen sich seiner Kehle, als das Bein eine Schmerzwelle nach der anderen durchfuhr und er erneut gegen den weichen, nachgiebigen Sumpfboden anzukämpfen hatte, der sofort wieder unter ihm wegrutschen wollte.

Seine Waffe war nunmehr zur Krücke degradiert. Er zog das Bein etwas an den Körper, was relativ gut funktionierte und ihm sagte, dass zumindest im Hüftgelenk noch alles mehr oder weniger in Ordnung war, aber sein Knie... Er dachte lieber nicht darüber nach, sondern humpelte mit zusammengebissenen Zähnen das Ufer hinauf, bis der Boden wieder eben wurde. Er steuerte auf einen Baum zu und war wieder völlig außer Atem, als er bei einer der hoch aufragenden Luftwurzeln ankam und sich keuchend dagegenlehnte.
Er fühlte Verzweiflung in sich aufkeimen. Er hatte keine Ahnung, wie er so zurück nach Baltasar kommen sollte. Widerstrebend sah er an sich herab zu seinem Bein. Er war immer noch durchnässt und schlammig, die Hose ließ keinen direkten Blick auf das Bein zu, aber er sah die Spuren, die der Alitaur an seinem Stiefel hinterlassen hatte. Perfekt gestanzte Löcher zierten das Metall, das blutverschmiert war, es war völlig deformiert und drückte schmerzhaft.

Ohne viel Hoffnung nahm er eine Hand vom Stab und legte sie vorsichtig an sein Knie. Es war wegen einer alten Verletzung ohnehin schon lange nicht mehr richtig in Ordnung gewesen. Er presste die Augen zusammen und versuchte sich zu konzentrieren, was ihm alles andere als leicht fiel. Er sah... abgerissene Sehnen und Knochensplitter, das Gelenk, dass nicht mehr so saß, wie es sollte... Widerstrebend öffnete er die Augen und sah hinab auf den etwas nach innen verdrehten Unterschenkel. Das konnte er unmöglich heilen. Bei Razan hatte er es auch nicht geschafft.

Er richtete sich wieder auf und lehnte den Hinterkopf gegen die Luftwurzel. Er musste zurück, irgendwie. Und da ihm keine andere Möglichkeit blieb, setzte er sich wieder in Bewegung. Er bewegte sich, langsam, humpelnd, auf den Stab gestützt, ein Stück bergauf. Er wollte weg von diesen Gewässern und den Alitauren und suchte nach einem der wenigen, etwas befestigten Wege, die durch den Sumpf führten. Immer wieder verlor er einzelne Blutstropfen. Er war oft genug in den Sümpfen gewesen, um eigentlich zu wissen, welche Gefahren hier lauerten. Er hätte das Dorf nicht verlassen dürfen, nicht jetzt, wo sein Kopf so voll war mit Gedanken, die ihn ablenkten.
Während er dort so gequält entlang hinkte, sah er kurz Kiminayu vor sich, wie er, auf eine hölzerne Krücke gestützt, über den Tavernenflur humpelte. Vielleicht war dies die Strafe dafür, dass er ihm vor kurzem die Krücke weggetreten hatte... wer wusste das schon.

Eine Weile schleppte er sich weiter und sah sich schließlich erneut am Ende seiner Kräfte angelangt. Er war mittlerweile auf dem Weg angekommen, doch stand ihm nun kalter Schweiß auf der Stirn und er zitterte heftig. Er fror. Wieder suchte er nach einem der Bäume um sich auszuruhen, doch dieses Exemplar verhielt sich seltsam. Er neigte sich zur Seite. Iraj blieb stehen und blinzelte ihn an, sein Kopf fühlte sich schwer an. Immer weiter neigte sich der Baum und mit ihm der Boden, Iraj taumelte zur Seite, stolperte... Seine Hände hatten keine Kraft mehr und er verlor den Stab, der auf dem weichen Boden liegenblieb. Haltlos und schwer fiel er auf die Knie hinab, beide Knie, doch mehr als ein erschöpftes Wimmern kam ihm nicht mehr über die Lippen, obwohl der grelle Schmerz ihn noch weiter in Richtung Bewusstlosigkeit trieb. Er kippte zur Seite und schlidderte einen Hang hinunter, drehte sich mehrfach um die eigene Achse und schlug am Fuße des Hanges mit der Schläfe gegen irgendwas hartes.

Die Welt um ihn verschwand.
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