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 Die Welt des Holzritters: Brusthonin und die Seuche

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Jannadar
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BeitragThema: Die Welt des Holzritters: Brusthonin und die Seuche   Mo Dez 27, 2010 5:05 am

Grüße. Punkt.
Ich wusste nicht wo man sowas postet. Und ich weiß nichtmal, ob man es Fanfic nennen kann. Interessiere mich ein wenig für die Story rund um Brusthonin und so. Seuche, Adma-Feste, Rothimmel-Legion. Hab meine Gedanken also schonmal ein wenig zu Papier gebracht wie ich mir die ganze Story vorstelle, eine ausdrückliche Fassung gibt es in Aion ja nicht. Ich erhebe halt auf keinen Fall Anspruch auf Richtigkeit. Das ist das, was ich so gelesen habe in eine Form gebracht, die für mich Sinn ergibt. Und wie es damals so aussah, in Atreia, als alles noch heile war und Daeva noch die großen Gestalten waren die den Draht zu Aion hatten. Also... falls sich wer mit der Geschichte auskennt und nen Fehler sieht... einfach Bescheid geben. Wie gesagt... des Holzritters Sicht der Dinge. Punkt.



Kapitel 1 – Zwei Tage bis zur Katastrophe

Balthasar

Heller Schein fiel durch die oberen Äste des mächtigen Baumes der am Rand des Dorfes an den Steinhang geschmiegt war.
Weitere seiner Art, ungleich kleiner, rahmten auch den Rest der steinernen Bauten ein welche im nachmittäglichen Schein des Turms der Ewigkeit Balthasar darstellten.
Unter den Ästen des größten Baumes, in dessen Wipfel die Einwohner für jeden Gefallenen in den letzten Jahren ein rotes Band geflochten hatten, stand ein hölzerner Tisch, bedeckt mit Karten und Büchern.
Zwei Gerüstete studierten die Dokumente, unterhielten sich leise, während das Leben im Dorf seinen normalen Lauf nahm. Bürger unterhielten sich, aus der Bäckerstube erhoben sich gekräuselte Rauchwolken, ein Porgushirte jagte einem entlaufenen Tier über den Platz hinterher.
Die beiden Menschen an dem Tisch ließen sich davon nicht irritieren. Rosige Haut wurde bei dem männlichen Soldaten von einer schweren Plattenrüstung größtenteils verdeckt, die Metallplatten in langsam ausbleichenden Blau-Tönen gefärbt.
Die klaren Bögen und abgeflachten Kanten der Rüstung griffen trotz des augenscheinlich langen Dienstes noch fehlerlos ineinander und boten ihrem Träger optimale Bewegungsfreiheit.
Ein massiver Schild war um den Rücken gebunden, das gleiche Wappen tragend welches auch die Rüstung der Beiden zierte:
Ein in die Seiten gezogenes, rotes Oval das in der Mitte durch einen schwarzen Balken senkrecht getrennt wird.
Ein Schwert baumelte vom Gürtel des Mannes während das sonst von einem Helm geschützte Haupt ein markantes, von Narben gezeichnetes Gesicht besaß, gekrönt von blonden, militärisch kurz geschorenen Haaren.
Die zweite Gestalt am Tisch war nur um ein Minimum weniger gepanzert. Den Wölbungen der Brust nach eine Frau trug sie ein hüftlanges Kettenhemd, verstärkt durch spärlicher eingelegte Platteneinsätze.
Ihre Rüstung wurde größtenteils von einem schlichten, in den gleichen Blau-Tönen wie die Rüstung ihres Kameraden gefärbten Ornat verdeckt, welches ab Hüfthöhe nach vorne hin offen war, den Blick auf die gepanzerten Beine freigebend und seine Trägerin nicht behindernd.
Ein Streitkolben war an ihrem Gürtel befestigt während das ovale Wappen auf dem Rücken des Ornats prangte.
Ihre wachen, blauen Augen huschten über die Karten indes ihre brünetten Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden waren.
„Wir sollten vorsichtig sein, General. Nachdem Berts und Sudris Zenturien vor kurzem noch jeden Tag Balaur-Angriffe auf den Ätherschild in der Nähe der goldenen Küste und den Brisen-Klippen meldeten ist es seit drei Tagen abrupt ruhig. Wir haben Berts Hundertschaft zurückgezogen da sie die schwersten Verluste einstecken musste und ungefähr 30 Daeva ihre Todesnachwirkungen kurieren müssen. Zwei der menschlichen Armeeeinheiten haben den Platz gefüllt.“, begann die junge Frau welche dem Aussehen nach kaum über Mitte zwanzig war.
Ihr Gegenüber folgte den Ausführungen lauschend und besah sich eine Karte auf der die junge Gerüstete die goldene Küste mit einem Finger einkreiste.
Er dachte kurz nach, den Blick auf die Karte gerichtet ehe er mit tiefer, basserner Stimme antwortete: „Damit sind Berts, Barches und Gentas Zenturien zwischen der Nahor-Burg und den Mithril-Minen stationiert, Sudris hält mit seiner Hundertschaft und ein paar Sterblichen die östlichen Klippen, Ernas hält Wacht an der Grenze der Brohum und Sirh hält mit Villaire und zweihundert Daeva den Zugang zur Adma-Feste des Fürsten.“
Leise klirrten einige Kettenglieder als die junge Frau nickte.
„Das ist die derzeitige Lage. Zenturio Bert berichtet außerdem das die Angriffe der Balaur an den Küsten seit Wochen an Intensität abnehmen. Die Handvoll Balaur die das Ätherschild lebend passieren werden immer weniger, sagte er. Als fehle ihnen der rechte Kampfeswille.“
„Wir werden abwarten müssen. Ich werde keine Einheit außerhalb des Ätherschilds schicken, Angeiya.“ Der Gerüstete hob den Blick zu der Frau. „Wie viele Einheiten hat der Hauptmann noch in seinen Garnisonen?“
Angeiya zog einen kleinen Stapel an Dokumenten zu sich heran und blätterte einige Seiten um ehe sie antwortete: „Die beiden Einheiten die nun an den Küsten lagern eingerechnet sind ungefähr 1200 Sterbliche verfügbar, eingeteilt in zwölf Einheiten. Der Großteil ist zur Zeit nicht unter Waffen aber jederzeit abrufbar sowie in den Gebieten zwischen Balthasar und der Adma-Feste als Milizen eingeteilt.“ Sie schob den Stapel wieder von sich und legte eine kurze Pause ein ehe sie weiter sprach. „Hauptmann Mignas will euch sprechen, General. Er meinte es ginge um die Verluste an Männern in seinen Einheiten.“
Kurzes Schweigen breitete sich über dem Tisch aus. Angeiya blickte den General an während dessen Aufmerksamkeit sich starr auf die Karten richtete.
Von der jungen Dorfbewohnerin die aus dem Backhaus kam und auf den Tisch zu hielt nahm keiner von beiden Notiz. Auch als eben jene Dorfbewohnerin einen Korb mit warmen Brötchen auf den Tisch stellte und mit schüchternem Lächeln wieder davon huschte störten sie sich nicht, und es vergangen noch einige Sekunden ehe der General tief seufzte.
„Wo ist der Hauptmann?“

Sie passierten Seite an Seite eine schmale Holzbrücke welche über einen blauen Fluss führte, kurz hinter dem Dorfausgang. Vor ihnen erstreckten sich Felder und Wiesen, unterbrochen von wenigen Bäumen und vielen Flussgabelungen.
Von weitem schon waren mehrere hundert Gestalten auf einer der größeren Wiesen aus zu machen. Als sie näher kamen erkannten sie ungefähr 400 Gerüstete, knapp 100 davon teilten die Rüstungsfarben mit dem General und Angeiya.
Auf der gesamten Wiese verteilt war es ihnen gemein das sie trainierten, manche den Bogenschuss, andere ließen Waffen aufeinander klirren, einzelne Gestalten, alle in den Blau-Tönen des Generals, flogen auf weißen Schwingen durch die Lüfte, schossen auf Übungspuppen auf dem Boden und umkreisten sich im Duell mit Übungswaffen.
Als die Beiden näher traten löste sich eine Gestalt aus dem allgemeinen Trubel der Übungen während viele Anwesenden die sie erspähten respektvoll salutierten.
Der hochgewachsene Mann der nun auf den General zu marschierte hatte schwarze, kurze Haare, welche ein wettergegerbtes Gesicht mit penibel gestutztem Schnurrbart krönten.
Über einem hüftlangen Kettenhemd trug er ein ledernes Wams, in schlichtem Braun gehalten. Er salutierte zackig als er vorm General hielt.
„General Virkel.“
Virkel nickte leicht zur Erwiderung.
„Hauptmann. Sie wollten mich sprechen?“
Mignas nahm lockere Haltung an ehe er antwortete.
„Herr, ich muss Bedenken äußern das sie meine Männer verschwenden. Meine Verluste sind in den letzten Monaten ins Extreme gestiegen. Herr, ich bin mir sicher das ihnen nur die Verteidigung im Sinn ist, trotzdem muss ich um eine Schonung meiner Kräfte bitten, vor allem da im Moment keine Kämpfe toben. Wir sind nur Menschen, Herr. Keine Daeva, wir brauchen Ruhe um zu kämpfen und...“
Eine knappe Handgeste Virkels schnitt dem sterblichen Hauptmann das Wort ab.
„Hauptmann, ich bin mir dessen bewusst. Aber sie sollten verstehen, das die Verteidigung dieses Landes über das Leben ihrer Männer geht. Denken sie nicht, ich sehe ihre Männer als Schlachtvieh. Es sollte ihnen vielmehr eine Ehre sein, die Lücken in unsere Verteidigung zu füllen wenn daevische Einheiten unpässlich sind.“
Das Gesicht des Hauptmanns nahm eine rötliche Färbung an als sich Zorn in seine Stimme schlich. Als er antwortete war seine Stimme lauter als vorher, nicht viel, aber ausreichend das nahe Trainingspaare verdutzt zu den beiden Männern sahen.
„General, eine Ehre? Mit Verlaub, es bedarf vier meiner Männer um nur einen Balaur zu fällen. Vier Männer, von denen im Schnitt 3 bei dem Versuch sterben. Sie sterben, General. Daeva können es alleine mit einem Balaur aufnehmen und sollten sie dennoch fallen, stehen sie wieder auf, General. Allein im letzten Monat mussten 300 Mann ihr Leben lassen als sie die südlichen Höfe verteidigten, weil ihre Daeva unpässlich waren. Wir sind keine Armee, General. Wir sind Milizen, ich meine... wie viele meiner Männer kämpfen mit den Waffen die sie von zu Hause mit gebracht haben? Dreschflegel und Mistgabeln. Ich weigere mich diese Männer weiterhin in erster Reihe sterben zu lassen, Hauptmann.“
Das Gesicht Virkels zeigte keine Regung, seine Stimme blieb ruhig.
„Sie überschreiten ihre Kompetenzen, Hauptmann. Lady Triniel trug mir auf dieses Land um jeden Preis zu verteidigen. Dazu ist es nötig all meine Streitkräfte optimal zu nutzen, Hauptmann. Ich muss sie kampfbereit halten, und auch für uns hat der Tod seinen Preis. Kümmern sie sich einfach darum, dass ihre Männer kämpfen und überlassen sie die Planung dieses Krieges der Rothimmel-Legion. Haben sie das verstanden, Hauptmann?“
Mignas' Gesicht war nur mehr eine Grimasse des Zorns.
Ohne Erwiderung oder Gruß wand er sich ab und stürmte wieder gen Übungsplatz auf dem immer mehr Gerüstete ihre Duelle unterbrachen um dem Geschehen zu folgen. Als sie wieder alleine waren wand Virkel den Kopf gen Angeiya.
„Schicken sie Boten an die Zenturien. Ich will morgen Abend zumindest einen Vertreter jeder Einheit im Dorf haben. Laden sie auch den Hauptmann und einen Adjudanten des Fürsten ein. Es wird Zeit, die Einheiten zu verteilen.“
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Jannadar
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BeitragThema: Re: Die Welt des Holzritters: Brusthonin und die Seuche   So Jan 02, 2011 5:24 am

Kapitel 2 – Der Abend des gleichen Tages

Adma-Feste, Äußerer Wehrgang

Rauer Wind pfiff um die steinernen Zinnen der imposanten Feste. In den Stein geschlagen war die Burg ein weit sichtbarer Hinweis darauf, wo der Herrscher dieses Landes seinen Sitz hatte. Die weite, grüne Adma-Ebene vor sich ging die Sicht von den oberen Türmen aus kilometerweit ins Land.
Auf dem breiten Wehrgang der den äußeren Ring der Feste markierte patrouillierten mehrere Gerüstete in schlichten Leder- und Kettenrüstungen, während die einzige Ausnahme dazu drei Menschen auf dem wuchtigen Torhaus waren.
Die mittlere Gestalt, eine Frau, überragte die beiden Anderen um einen halben Kopf. Gehüllt in eine schlichte Plattenrüstung fielen ihr die schwarzen Haare offen auf den Rücken, ein Schwert baumelte an ihrem Gürtel.
Eingerahmt wurde sie von zwei Legionären in blauen Rüstungen, Mischungen aus Platte und Leder. Beide Daeva waren kleiner als die Frau, während der Eine jedoch einen blonden Schopf mit hochmütigem Blick zur Schau stellte war der andere von eher schmaler Gestalt, braune Haare krönten ein jugendliches, lächelndes Gesicht.
„Man könnte fast denken sie haben es aufgegeben.“, sprach die Frau mit heller Stimme, bei näherem Hinschauen konnte man sie auf Ende dreißig schätzen.
Der schmächtige Mann an ihrer Seite gluckste leise.
„Es sind Balaur, Shaya. Bevor sie aufgeben, zerbricht der Turm der Ewigkeit.“
Beide lachten, nur der Dritte im Bunde blieb gefasst. Als er das Wort ergriff war seine Stimme ein gedehntes Näseln: „Sprich nicht so, Villaire. Das ist Ketzerei.“
Das Gelächter endete schnell, die Frau antwortete als erstes.
„Es war nur ein Spaß, Sirh.“
Sirh wandte seinen Kopf abrupt zu der Frau herum, sie zornig ansehend.
„Hauptmann! Ich verlange Respekt vor einem Daeva. Es heißt Zenturio Sirh, und es ist und bleibt Blasphemisch. Zu sagen, der Turm könnte zerstört werden grenzt an Sympathie mit den Balaur.“
Reflexhalber nahm die Frau Haltung an.
„Verzeiht, Zenturio. Es wird nicht noch einmal vorkommen.“
Sirh nickte bestimmt, Villaires Gesichtsausdruck zeigte, dass der Zenturio ein Seufzen nur schwer unterdrücken konnte. Sogleich sah Sirh zu seinem Mitzenturio.
„Villaire, ich erwarte Nachricht vom General. Außerdem sollten die Posten verstärkt werden. Die Draken werden ihre Kräfte sammeln. Du kannst dich mit Sicherheit um einen neuen Plan für die Patrouillen kümmern. Ich werde mit Lagermeister Dest und dem Fürsten noch einmal unsere Vorräte und Rationalisierungen besprechen müssen.“
Obwohl gleichgestellt nickte Villaire bei den Befehlen Sirhs nur ergeben. Der herrische Zenturio bedachte die sterbliche Hauptfrau noch mit einem strengen Blick ehe er von dannen zog, die Posten die er passierte nicht grüßend.
Nachdem er in einem Turmaufbau der hinunter auf den Innenhof und die Innenräume führte verschwunden war, gluckste Shaya.
„Wäre seine Kampfkraft so groß wie seine Arroganz könnte er Brusthonin alleine verteidigen.“
Sie lachte während Villaire es nur zu einem breiten Grinsen brachte.
„Ich sollte dich dafür rügen, Shaya. Er ist Daeva und einer der befehlshabenden Zenturios auf der Feste.“
„Und du bist der zweite befehlshabende Zenturio“, äffte sie seinen belehrenden Tonfall lächelnd nach, „und lässt dich dennoch von ihm herumschubsen.“
Sie trat näher an ihn heran, ihre Hände auf seine Schultern legend. Sein Lächeln schwand eine Spur, rasch blickte Villaire sich nach den Posten auf der Mauer um die zwar das Umland beobachteten, die zwei aber nicht registrierten.
„Lass das. Bitte. Nicht wenn wir gesehen werden könnten.“
Mit sanfter Gewalt ergriff er ihre Handgelenke und schob ihre Hände von sich. Sie seufzte, jedoch wirkte sie nicht minder heiter.
„Irgendwann wird er es herausfinden. Aber egal. Wollen wir den neuen Plan ausarbeiten, Zenturio Villaire? Drinnen? In einer verschlossenen Kammer?“
Er grinste bei ihrem gespielt soldatenhaften Ton, nickte aber vage.
„Das wäre wohl das Beste, Hauptmann.“
Den nötigen Abstand einhaltend, sodass niemand der sie sehen könnte etwas Falsches annehmen würde, schritten sie in das Innere der gedrungenen Feste in die Kammer die Villaire als Zenturio beansprucht hatte.
Während sie dort jeden Abstand außer Acht ließen, zeichnete sich am Horizont vor der Feste der Schatten eines Boten ab.


Grenze zum Gebiet der Brohum

Sanft wiegte sich das Gras der Steppe im leichten Wind.
Der Turm der Ewigkeit warf sein helles Licht auf die weiten, während die Hundertschaft an Daeva in dem Gebiet ihr Lager auf einer steinigen Erhöhung am Rand der Ebene aufgeschlagen hatte. Dutzende trainierten, doch sah man auch etliche die einfach nur faul in der Sonne lagen, schwatzten, um die Anhöhe flogen und Ausschau über die Steppe hielten. Am höchsten Punkt der Erhöhung war ein Zelt errichtet, welches sich in Sachen Größe von den normalen Soldatenzelten umher abhob.
Das Innere war nichtsdestotrotz spartanisch eingerichtet. Ein Feldbett, mehrere wuchtige Taschen, ein Rüstungsständer und ein klappriger Tisch samt Stuhl.
Auf eben diesem saß ein Daeva, die sehnigen Arme hinter dem Kopf verschränkt. Der Stuhl leicht zurück geneigt lagen die Füße des Daeva auf dem Tisch, seine Augen geschlossen.
Er öffnete sie erst als eine Gestalt in blauer Rüstung im Eilschritt auf das Zelt zu hielt und im Eingang Halt machte.
„Zenturio Ernas, Botschaft vom General.“
Der Zenturio nahm langsam die Füße vom Tisch und streckte die Hand nach dem Brief aus, den der Soldat in den Händen hielt.
Im Gegensatz zu seinem Untergebenen trug Ernas nur die Hose in den Farben der Legion, der Oberkörper frei.
Er überflog die Zeilen rasch und streckte sich zunächst ausgiebig. Relativ einsilbig gab er Befehl: „Hol die Jungs zusammen.“
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Jannadar
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BeitragThema: Re: Die Welt des Holzritters: Brusthonin und die Seuche   Fr Jan 07, 2011 6:15 am

Kapitel 3 – Vorabend der Katastrophe

Balthasar

„Und so ist es mir eine Ehre, dass mich Lady Triniel an die Spitze einer solch ausgezeichneten Kampfeinheit gehoben hat. Als mich mein früherer Lehnsherr Nezekan in den Dienst der gütigen Lady beordert hat, war ich mir nicht sicher was mich erwartet. Umso erfeulicher ist es, dass wir nun als eine Einheit Brusthonin schützen als wäre es der Turm selbst.“, tönte Virkels durch den Versammlungsraum, während der letzen Worten hob er seinen Weinkelch, „Auf die Rothimmel-Legion, Lady Triniel und den Schutz Brusthonins.
Alle am Tisch hoben ihre Kelche und zehn Kehlen wiederholten den Prost des Generals.
Mit ihm am Tisch saßen die Klerikerin Angeiya, die Zenturios Sirh, Barches und Gentas, vier Rothimmel-Legionäre als Abgesandte der übrigen Zenturien, Hauptmann Mignas als militärischer Führer der brusthonischen sterblichen Streitkräfte und ein Adjudant des Fürsten Lanmark.
Wie die anderen Daeva nunmehr in schlichter Freizeitkleidung nahm der General wieder Platz während sterbliche Bedienstete das Abendmahl auf trugen.
„Sirh, du hast die Feste in Villaires Händen gelassen?“, ergriff Barches als erster wieder das Wort während das Klirren von Besteck den Raum erfüllte.
Sirh nickte vage und bedachte Barches, welcher ein schlanker, gedrungener Daeva war, mit einem distanzierten Blick ehe er antwortete: „So ist es. Es schien mir falsch, als Zenturio an einer solch bedeutsamen Position wie der Adma-Feste nur einen Vertreter zu schicken. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Feste noch steht wenn ich zurückkehre.“
Gentas, dem man die familiäre Bindung mit Barches sofort ansah, öffnete mit einem Feixen in der Miene bereits den Mund für eine scherzhafte Bemerkung über den nicht anwesenden Villaire als Angeiya seiner statt die Stimme erhob, strenger als sonst ohne ihr Lächeln ein zu büßen: „Zenturio Villaire wird seine Aufgabe gut erfüllen. Er mag eine unscheinbare Autorität sein, aber die hohe Lady wird ihre Gründe gehabt haben ihn zum Zenturio zu ernennen. Ich verbitte mir solche Bemerkungen, Zenturio Sirh.“
Sirh wirkte deutlich beleidigt, nickte aber folgsam. Stille kehrte wieder ein, untermalt von den Geräuschen des abendlichen Mahls. Braxfleisch mit dem Gemüse, das die Bauern ganz jährlich in den Ebenen um das Dorf anbauten. Der General nahm scheinbar keine Notiz von dem kurzen Wortabtausch und griff gerade nach seinem Weinkelch, als auf dem Gang vor dem Versammlungsraum Stimmen laut wurden. Er hob soeben den Blick, als es dreimal an der Tür klopfte und diese schließlich aufgeschoben wurde. Nun richtete sich alle Blicke auf den Neuankömmling.
Während die beiden Sterblichen Teilnehmer des Mahls ruhig sitzen blieben und den neuen Gast nur irritiert musterten erhoben sich alle Daeva bis auf den General rasch und verbeugten sich vor der Gestalt im Türrahmen.
Diese war eine schmächtige Erscheinung mit sanften Gesichtszügen.
Eindeutig männlich trug sie eine weit geschnittene Robe in hellem Grün die auf der Brust einen zehnseitigen Stern zeigte, die Schultern waren mit einer extra Schicht Stoff ausstaffiert die über den Rücken hinweg zu seidenen, reinweißen Schwingen ausfielen.
Die langen, blonden Haare zusammen gebunden neigte der Gast nun auch das Haupt in Richtung des Generals der sich langsam erhob und nun ebenfalls eine Verbeugung andeutete.
„General Virkel, es ist mir eine Freude euch zu sehen. Mein Name ist Erles“, sprach der Fremde. Während die Zenturios und Gesandten wieder Platz nahmen, das Besteck jedoch liegen lassend, umrundete der General den Tisch und ging auf die Gestalt zu.
„Herr Erles, die Freude ist ganz meinerseits. Ihr bringt Kunde von den Lords?“, antwortete Virkel prompt, die angebotene Hand des vermeintlichen Boten schüttelnd.
Bei der Erwähnung der Empyrarchen war nun auch den beiden Sterblichen die Herkunft des Besuchs klar und sie nahmen aufrechte Sitzpositionen ein.
„So ist es, General.“, war es nun wieder an Erles zu sprechen. Mit einer fließenden Bewegung zog er einen versiegelten Umschlag unter seiner Robe hervor. „Lady Triniel lässt euch Grüße ausrichten und die Hoffnung, dass ihr euch mit eurem neuen Kommando zurecht findet. Sie ist zuversichtlich, dass ihr eurem fabelhaften Ruf gerecht werdet. Doch dies ist nicht der Einzige Grund, weshalb ich den Weg vom Turm aus hierher auf mich genommen habe, General.“
Bei den letzten Worten richtete der Bote den Blick auf die beiden Sterblichen im Raume undVirkel verstand. Sein Tonfall war rauer als der, mit dem er den Boten begrüßt hatte als er sich an Mignas und den Gesandten des Fürsten richtete: „Verlasst den Raum. Dies ist eine Sache der Daeva.“
Mignas Gesicht lief zornig rot an, doch er fügte sich. Ruckartig und grußlos stapfte er aus dem Raum, mehrere Gänge entfernt hörte man ihn fluchen.
Der Fürstengesandte wollte aufbegehren, wählte angesichts der harten Miene des Generals und seinen geballten Fäusten jedoch den Weg des geringstens Widerstands und folgte Mignas, ungleich ruhiger als dieser.
Als beide fort waren verschloss der General die Tür des Raums.
Nunmehr unter Daeva nahm er den Brief des Boten und ging damit zurück zu seinem Platz am Kopfende des Tisches.
Während er die Botschaft entfaltete nahm der Bote wortlos auf dem Stuhl den der Hauptmann vorher für sich beansprucht hatte. Angeiya und die anderen rangniederen Daeva hatten das Essen vorzeitig beendet, die angespannten Blicke lagen auf Virkel dessen Stirn sich mit jeder Zeile die er las zusehends in Falten legte.
Nachdem er fertig war lies er die Hand mit der Botschaft sinken bis sie auf dem Tisch auflag, seine Kiefer mahlten sichtlich aufeinander.
Niemand sprach, bis er den Brief schweigend an Angeiya zu seiner Linken weiter reichte. Auch sie überflog den Brief, war in ihrer Reaktion darauf jedoch längst nicht so gefasst wie der General. Den Mund fassungslos geöffnet stammelte sie leise: „Sie wollen... den Ätherschild... öffnen?“
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