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 "Eh?" oder so ähnlich.

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Jannadar
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BeitragThema: "Eh?" oder so ähnlich.   Do Dez 23, 2010 5:27 am

*kopf kratz* Plötzliche Post-Lust. Werd wohl... Hmm... jede Woche einen Abschnitt on stellen. Sind zwar nicht sonderlich viele, aber wenn man immer nur wenig vorgesetzt bekommt liest es sich leichter, als wenn ich jetzt alle 17 Seiten poste. Dann tut sich das nämlich kein Schwein an *_* Und so vielleicht doch der ein oder andere *schulterzuck* Bitte Rechtschreibfehler und solche Patzer zu entschuldigen. Weitestgehend eliminiert, aber meine korrigierte Version ist mir irgendwann mal Verschütt gegangen. Hoffe das ist der richtige Ort für Charstorys. Das hier ist Phitis. Der Eh'er. Wenn fehl am Platze... verschieben. Danke im Vorraus. Und... Nja... ich wäre nicht das Phiti, wenn hier kein charakteristisches Schlechtmachen wäre, also... so besonders ist das Ganze nicht. Manche Stellen sogar fast schon kitschig. Aber hey... meine Post wird von einem Hermelinmenschen gebracht. Daeva ist im ersten Abschnitt nur ein Kompliment. Die purple lady of perfection and psychosis damals im AN-Forum hat sich dran aufgehängt. *wirft ein paar lose Popcorn-Körner durch den Raum und nimmt in der letzten Reihe auf nem Klappstuhl Platz während vorne der Film beginnt*


1. Trübes Licht fiel durch das Fenster über dem Bett, leuchtete den Raum aus und traf auf der gegenüberliegenden Zimmerseite auf die Tür.
Er wusste es, er sah den Schein durch seine geschlossenen Lider. Und er wollte nicht. Ohne die Augen zu öffnen gähnte er laut und streckte sich auf der Matratze. War es denn wirklich schon Zeit auf zu stehen?
Er ließ im Halbschlaf seine Klaue über das Bett wandern, nach ihr suchend. Er blinzelte verwirrt als er sie nicht fand, öffnete müde die Augen und setzte sich auf um sich langsam um zu sehen.
Die zerknitterte Decke bedeckte seine Beine und lag sonst verwahrlost über das Bett ausgebreitet. Er gähnte wieder.
Es war wohl wirklich Zeit. Er schlug die Decke zur Seite und schwang die Beine über die Bettkante. Mit einem leisen seufzen stand er auf, hob die Arme über den Kopf und streckte sich zur vollen Größe.
Kurz in der Pose verharrend ließ er die Arme schließlich wieder sinken, trat an das breite Fenster das die Wand beherrschte und sah hinaus.
Er liebte das, jeden Morgen.
Den Blick über die Ebene schweifen lassen, die Wälder die das Panorama vor den Eisbergen Altgards ausfüllten bewundern und in einiger Entfernung die Hütten sehen die Basfelt darstellten. Er verlor sich jeden Morgen darin.
Schwelgte in Gedanken.
Doch aus eben diesen riss ihn das Geräusch der Tür.
„Papa nackt.“
Gefolgt von einem leisen Kichern kullerten die Worte langsam und schleppend durch den Raum und ließen Prophaniti lächelnd über seine Schulter sehen.
„Na Großer, wo ist Mama?“
Mit beiden Händen an der Türklinke stand Tyras im Rahmen, kaum groß genug um die Tür überhaupt zu öffnen.
Der Dreijährige trug noch seinen weiten Pyjama und grinste bis über beide Ohren als er ein „Küche!“ rief, sich umdrehte und lachend den Flur entlang rannte, dabei mehrmals fast über seine eigenen tapsigen, viel zu eifrigen Schritte stolpernd bis er in eine Tür ein bog.
Lächelnd sah er seinem Sohn nach. Als er aus dem Flur verschwunden war machte sich Prophaniti daran seine Kleider zusammen zu suchen, welche nach dem gestrigen Abend über das gesamte Zimmer verstreut waren.
Er hob die leere Weinflasche die auf seinem Oberteil auf, drehte sie in der Hand und warf sie dann achtlos auf das Bett hinter sich.
Auf dem Weg in die Küche streifte er es über und betrat den Essraum.
Tyras stellte gerade einen Teller auf den Tisch, eine Aufgabe für die er sich bereits strecken musste und fast rückwärts umgefallen wäre.
Nachdem er die Glanzleistung vollbracht hatte, nicht nur den Teller sicher auf den Tisch zu bugsieren, sondern diesen auch noch an den richtigen Ort zu stupsen, tapste er zufrieden zurück zur Anrichte um den nächsten zu holen.
Dabei passierte er sie.
Viel zu sehr mit der Arbeitsplatte vor sich beschäftigt bemerkte sie Prophaniti gar nicht. Er lächelte und sah ihr einen Moment bei der Arbeit zu, während Tyras verzweifelt versuchte einen neuen Teller von der Anrichte zu klauben.
Leise durchschritt der hochgewachsene Asmodier den Raum, darauf bedacht das keiner von beiden ihn bemerkte.
Erst als er mit einem geflüsterten „Guten Morgen, schöne Deava.“ seine Klauen um ihre Hüften legte und sich an sie schmiegte zuckte sie kurz zusammen und wand ihm dann ihr Gesicht zu.
„Du sollst dich doch nicht so an schleichen“, lächelte Nihas, das Messer mit dem sie gerade hantiert hatte nieder legend.
Er küsste sie und sah sie lächelnd an. Ihre zierlichen Züge, das spitz zu laufende Kinn, die schmalen Augen mit den lila Iriden, das kurze, offene schwarze Haar das ihr Gesicht einrahmte.
Sie sah noch etwas müde aus, vielleicht hatte sie einen leichten Kater vom Wein. Sie roch etwas verschwitzt, und er lächelte als er daran dachte das es ihm wohl nicht anders erging.
„Die Verlockung war zu groß.“
Sie lehnte den Kopf an seine Brust und öffnete den Mund um etwas zu erwidern als ein lautes Krachen sie beide zusammen zucken lies.
Viel zu plötzlich aus ihrer Zweisamkeit gerissen dauerte es einen Moment bis sie die Ursache gefunden hatten.
„Putte macht“, stellte ihr ebenso verwirrter Sohn fest, der bei dem Versuch einen Teller zu nehmen rückwärts umgefallen war und nun sitzend die Tellerscherben um sich herum betrachtete.
Seufzend löste sich Nahis von ihrem Mann und ging auf Tyras Scherbenhaufen zu.
„Tyr, wenn dus nicht packst sollst du doch einen von uns rufen hab ich doch gesagt.“
Kopfschüttelnd hob sie ihren Sohn, der versuchte möglichst schuldbewusst zu wirken, hoch und setzte ihn auf einen Stuhl ehe sie sich auf den Boden kniete und begann die Scherben auf zu lesen.
Kurz sah Prophaniti ihr zu, bevor sein „Ich hol nen Besen.“ von lautem Pochen an der Tür unterbrochen wurde.
Nihas sah gen Flur und lächelte Prophaniti kurz an.
„Geh nur, ich mach das schon.“
Er zögerte kurz ehe er aus der Küche ging und sie mit dem Aufsammeln der Scherben allein ließ.
Er folgte dem Flur ein paar Meter bevor er an der Tür hielt gegen die immer energischer gepocht wurde.
Er öffnete stirnrunzelnd die Tür und wurde schlagartig ernst als er den Besuch sah. Der gedrungene Asmodier in der Tür war wesentlich kleiner als Prophaniti, hatte dunkelgrüne Haare und trug feste Lederrüstung.
Die Faust noch immer zum klopfen erhoben ließ er sie nur langsam sinken.
Prophaniti verschränkte die Arme und musterte seinen Gast.
„Was ist, Moras?“
„Es ist wieder soweit.“, brachte Moras schief lächelnd hervor.
Prophaniti seufzte. „Wann?“
„Schon morgen... Crest war diesmal sehr... nun, spontan“
„Morgen?“, Prophaniti dachte nach, „Ich muss das erst mit...“ Er wurde unterbrochen und drehte den Kopf über die Schulter als Nihas hinter ihm im Flur das Wort ergriff
„Du gehst wieder?“ Traurig sah sie ihn an, die Hände auf Brusthöhe gefaltet.
Er sah sie kurz an ehe er leise antwortete: „Ich muss“
Wortlos drehte sie sich um und verschwand wieder in der Küche, im letzten Blick mit dem sie ihn bedachte sah er eine Träne funkeln. Unsicher blickte er ihr nach, wollte ihr nach, wurde aber von einem verlegenen Räuspern seitens Moras aufgeschreckt.
„Ich … ähm... ziehe dann mal weiter...“ murmelte der kleine Jäger und wand sich um um zu gehen.
Prophaniti fluchte innerlich, warf einen letzten Blick den Flur entlang und rief Moras hinterher.
„Warte... ich... komme mit... das wird das letzte Mal.“
Er verließ die Tür mit gesenktem Kopf, und folgte dem etwas verdutzten Moras auf seinem Weg die anderen Jäger auf zu suchen.

Tiefe Nacht war über das Tal herein gebrochen als Prophaniti nach Hause kehrte. Vom Gribadesee bis zum Moslan-Wald waren sie gereist, jeden Jäger auf suchend und für ihren morgigen Aufbruch einstimmend.
Erschöpft wankte Prophaniti die sanfte Steigung zu seinem Haus empor, den Blick gen Boden gesenkt. Erst als er unmittelbar vor der Tür stand hob er den Blick und öffnete die Tür leise.
Nur aus einem Raum drang Licht, flackernder Feuerschein erhellte das Wohnzimmer.
Er schritt den Flur entlang und versuchte keine Geräusche zu machen die seine Familie aufwecken könnten.
Als er den Türrahmen des Wohnzimmers erreichte blieb er schwach lächelnd stehen.
Vor dem Kamin, auf einem Brax-Fell, lag Nihas, in eine dünne Decke gehüllt, den Flammen zu gewandt. Er musterte sie eine ganze Zeit lang, wie sie schlief.
Als er sich wieder umdrehte um still in ihr gemeinsames Schlafzimmer zu gehen und sie nicht zu wecken begann sie leise zu sprechen.
„Du bist spät...“
Ihre Stimme war kaum mehr als nur ein Flüstern, ein Wispern, und doch verstand er sie klar und deutlich. Er hielt inne und drehte den Kopf über die Schulter.
„Entschuldige... ich... wollte dich nicht wecken“
„Hast du nicht. Ich habe auf dich gewartet... komm her“
Er blieb noch einen Moment im Türrahmen stehen, ehe er in das warme Wohnzimmer eintrat. Auf sie zu gehend streifte er sein Hemd ab und warf es in eine Ecke des Raums um sich schließlich hinter sie auf das Fell zu legen, seine Brust an ihren Rücken und einen Arm um sie legend.
„Wie lange liegst du hier schon?“
„Ich weiß nicht...sei Tyras im Bett liegt... ein paar Stunden?“
„Es tut mir Leid... aber...“, er brach ab.
Sie drehte dem Feuer den Rücken zu und schmiegte sich an ihn.
„Psst... ich weiß... es ist wichtig... ich hätte nicht so reagieren sollen... aber immer wenn ihr geht habe ich unendliche Ang...“
Weiter kam sie nicht da er seine Lippen auf ihre drückte. Nach langer Zeit löste er sich von ihr.
„Musst du nicht... Ich weiß was ich tue... Mir passiert nichts.“
Er löst seinen Arm um sie und fährt ihr durchs Haar. Sie löste ihren Kopf von seiner Brust und sah ihm in die Augen als sie flüstert.
„Ich liebe dich...“
Er lächelte nur.
Nach langer Zeit schliefen sie eng umschlungen ein.
Das letzte Mal.
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Jannadar
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BeitragThema: Re: "Eh?" oder so ähnlich.   Do Dez 30, 2010 4:55 am

*legt ne neue Filmrolle ein*

Mit einem leisen Surren zog sich der Gürtel durch die Öse um fest geschnallt zu werden. Prüfend hob er die Arme und streckte sie zu beiden Seiten aus, leise knarzte das Leder seiner Rüstung. Als letztes nahm er die fingerlosen Handschuhe auf die vor ihm lagen, streifte sie über die Krallen.
„Pass auf dich auf...“
Nahis' Worte ließen ihn schwer schlucken.
„Werde ich..“, kam es gemurmelt zurück als er den gegen die Wand lehnenden Bogen nahm und von allen Seiten begutachtete.
„Ich weiß doch aber... ich habe ein schlechtes Gefühl...“
Prüfend spannte er den Bogen zwei, dreimal ehe er ihn seufzend wieder an lehnte und sich zu ihr umdrehte.
„Vertraust du mir nicht?“
Sie sah ihn ungläubig an.
„Wie kannst du so etwas denken?“
Er lächelte sanft.
„Entschuldige... war nicht so gemeint“
Prophaniti ging langsam durch den Raum auf sie zu, besorgt lächelnd verschränkte sie die Arme.
„Schon gut... aber versprich mir eins...“
Er legte seine Arme um sie.
„Alles was du willst.“
Sie entspannte sich sichtlich beim flüstern.
„Komm zurück...“
Lächelnd küsste er ihren Schopf.
„Nichts kann mich daran hindern.“
Sie lächelte schwach zu ihm empor.
„Papa weg?“
Verwirrt saß Tyras auf einem Stuhl in der Ecke des Raums, obwohl es alle halbes Jahr passierte hatte er sich wohl noch nicht daran gewöhnt. Lächelnd löste sich Prophaniti von Nihas und kniete sich vor seinen Sohn.
„Nicht für lange, Großer.“
Tyras bekam große Augen, eine kindliche Art von Trauer mischte sich in seinen Blick.
„Papa soll nicht weg.“
Gequält wischte Prophaniti ihm eine Träne aus dem Auge.
„Hey, du wirst doch nicht weinen. Ich bin bald wieder da.“
Geräuschvoll zog der Dreijährige die Nase hoch und wischte sich selbst über die Augen um mit weinerlicher Stimme zu antworten.
„Ich will mit Papa.“
Prophaniti seufzte traurig.
„Das geht nicht, Großer. Du musst doch auf Mama aufpassen. Machst du das für mich? Wie ein großer Junge?“
Mit rotgeweinten Augen nickte das Kind, unfähig zu antworten. Er merkte wohl. dass es ein längerer Abschied war. Prophaniti nahm seinen Sohn in den Arm und fuhr ihm durch die Haare.
„Danke, Großer.“
Der hochgewachsene Asmodier erhob sich, warf seinem Sohn einen letzten aufmunternden Blick zu und ging wieder auf seinen Bogen zu.
„Wenn alles gut geht bin ich in ein, vielleicht zwei Wochen wieder da.“
Er nahm den Bogen und legte ihn mit der Sehne über die rechte Schulter, griff den Köcher von der Anrichte und trat an Nihas.
„Ich komme wieder...“
Sie wischte sich eine Träne aus den Augen, lächelte ihn traurig an und schritt dann an ihm vorbei zu ihrem Sohn. Seufzend verließ Prophaniti das Zimmer, nurnoch die ersten Wortfetzen Nihas' zu Tyras hörend.
„Papa kommt bald wieder, dann gehen wir....“ Er hörte nichts mehr als er das Haus verließ.
Er war der Letzte. 19 andere Jäger waren vor seinem Haus versammelt. Crest, der Anführer des Verbands stand etwas abseits und lies den Blick über die Gruppe schweifen.
Größer noch als Prophaniti, jedoch viel drahtiger wurde er oft unterschätzt. Doch schon bei genug Gelegenheiten hatte er bewiesen das er schneller, stärker und wesentlich geschickter war als so manch anderer Asmodier.
Mit seinem langen Mantel, dem kalten Blick und der tief ins Gesicht gezogenen Kapuze sah er wie eine stumme Pflichtermahnung aus, nur aufs Ziel bedacht. Als Prophaniti heraus trat ruckte Crests Kopf zu ihm herüber.
Sein Auftauchen als Zeichen des Bereitseins deutend marschierte er los, der Mantel wehte hinter ihm her. Nach kurzem Zögern setzte sich der nun 20-köpfige Tross in Bewegung.
Stille legte sich über die Gemeinschaft, nur hier und da von Gemurmel durchbrochen während sie dem Lauf der Straße und dem weit voraus laufenden Crest folgten.
„Der hat ja noch schlechtere Laune als sonst.“
Es dauerte einen Moment bis Prophaniti bemerkte das die Worte an ihn gerichtet waren. Unvermittelt tauchte Moras an seiner Seite auf.
Kurz nickte er dem anderen Jäger zu.
„Hat er heute schon was gesagt?“
Moras grinste.
„Wenn, dann wäre er nicht Crest. Ich frag mich nur wo wir noch hin wollen... wir haben die Grenze schon seit ner guten halben Stunde passiert.“
Prophaniti setzte zu einer Erwiderung an als sein Vordermann plötzlich stoppte. Ein gutes Stück vor ihnen stand Crest ruhig auf der Straße und schien sich um zu sehen, eine Hand als Stopp-Befehl erhoben. Er drehte sich zu seinen Männern um.
„Baut das Lager auf.“
Mehr brauchte er nicht zu sagen. Routiniert teilten sie sich in zwei Gruppen auf, schlugen zu beiden Seiten des Pfades Lager auf, versteckt, das niemand zufällig über sie stolperte.
Es dauerte keine zwei Stunden bis sie fertig waren. Zelte waren errichtet, Deckungen geschaffen. Niemand der diese Straße passierte würde sie bemerken, wäre aber nicht vor ihrem Blick verborgen.
Es dämmerte bereits als Prophaniti Crest endlich fand.
Der stoische Jägerführer lag etwas entfernt zum Lager auf der Lauer, tiefer im Dickicht, trotzdem mit gutem Blick auf die Straße, und Prophaniti fand ihn nur weil er fast über ihn gestolpert gewesen wäre.
„Unachtsamkeit fordert Leben.“, waren die einzigen Worten die er dem verdutzten Prophaniti widmete als er ihn abschätzig musterte.
„Verdammt, wie machst du das immer?“
„Ganz einfach... ich bin besser als ihr.“
Prophaniti schüttelte bei dieser Antwort nur den Kopf. Von Crest war man keine anderen Antworten gewohnt, widersprechen sinnlos. Seit jeher war er ruhig gewesen, doch wenn er sprach dann meist abfällig über Andere.
Also besann er sich auf den Grund warum er tatsächlich nach ihm gesucht hatte.
„Warum sind wir diesmal hier draußen?“
Schweigen. Geduldig wartete Prophaniti auf irgendeine Regung des Jägers, und gerade als er erneut fragen wollte ergriff Crest das Wort.
„Die Späher sind zurück. Die Skruven haben die Ernte eingefahren.“
„Sie starten einen neuen Transport?“
Crest nickt unmerklich.
„An Basfelt vorbei, die Festung meiden und dann in den Sumpf.“
Prophaniti runzelte die Stirn.
„Man könnte meinen das sie es langsam begreifen das es kein Vorbeikommen gibt.“
„Sie werden es nicht begreifen... sie sind Tiere, mehr nicht.“
Scheinbar war damit für Crest das Gespräch beendet da er den Blick wieder auf die Straße heftete.
Ihn stumm verfluchend marschierte Prophaniti zurück ins Lager.
Einen Transport starten. Er wusste wie ungenau die Späherberichte waren. Sie konnten Wochen hier lagern ohne das was passiert. Das war schon oft genug vor gekommen.
Aber nicht diesesmal.
Die Nacht lag wolkenverhangen am Himmel, schwerer Regen ging auf das Lager nieder, und das einzige Licht im Lager kam von dem gedämpften Feuer.
Seit zwei Wochen waren sie jetzt hier, wenn man Crest nicht mit zählte neun Mann auf dieser Seite der Straße. Moras hielt Wache an der Straße, während die anderen am Feuer saßen. Redis, Mochs und Tern schliefen. Stille herrschte, nur durchbrochen vom Prasseln des Feuers und dem Regen der auf die Planen über ihnen traf.
Prophaniti starrte in die tanzenden Flammen, doch mit den Gedanken war er weit weg. Was machten sie wohl gerade?
Tyras würde schlafen. Und Nihas? Würde sie wach liegen? Auf ihn warten? Oder würde sie... er schrak hoch. War da eben etwas gewesen?
Er sah sich um, und in den wachsamen Blicken seiner Kameraden erkannte er das auch sie etwas vernommen hatten. Er war sich nicht sicher, konnte es nicht greifen.
Es war wie ein kurzes Signal am Rande seiner Sinneswahrnehmung. Er forschte mit seinen Blicken in den Regen ringsum.
„Na was, da ist Moras wohl im Stehen eingeschlafen und hat sich hingelegt.“
Lachend sah Taes in die Runde, Beifall heischend, verstummte jedoch schnell wieder als er sah, dass die Besorgnis nicht aus den Augen seiner Sitznachbarn wich. Er seufzte.
„Jetzt stellt euch nicht so an, komm Kras, beweisen wirs.“
Er stieß seinen Sitznachbar Kras kurz an und erhob sich, in die Richtung verschwindend in die auch Moras für seine Wache gegangen war, dicht gefolgt von Kras.
Es folgte einen Moment Stille. Und diesmal hörte man es deutlicher, er war darauf vorbereitet.
Das gleiche Ereignis das ihn auch eben schon aus seinen Gedanken gerissen hatte. Ein Geräusch. Zwei dumpfe Aufschläge, kaum zu hören in dem Regen, als wäre ein Mensch gestolpert.
Er sah zu den beiden verbliebenden Menschen am Feuer, Horas und Sias, Zwillinge, und auch sie horchten auf.
Unruhig rutschte Sias auf seinem Platz umher und öffnete den Mund um etwas zu sagen als ein lang gezogener Schrei die Nacht durchbrach. Wie eine Person sprangen sie auf, doch es war kein menschlicher Schrei, viel zu hoch und kehlig.
„Mau...“, flüsterte Horas und als wäre das eine Art Losungswort gewesen, das alles in Gang setzte, explodierte die Reihenfolge der Ereignisse plötzlich. Das Blattwerk zu Prophanitis Linken wurde praktisch zerfetzt als Crest auf die Lichtung sprang, den langen Mantel hinter sich her wehend und seine beiden blutverschmierten Schwerter in den Händen.
„Auf!“
Nur Prophaniti und Horas besaßen die Reflexe nach ihren Waffen zu greifen, während Sias wie erstarrt zu Crest blickte.
Die drei Schlafenden reckten verwirrt die Köpfe empor, als es die Begrenzung der Lichtung ihres Lagers fast zerriss.
Mit bestialischen Schreien drangen von allen Seiten hochgewachsene Mau-Krieger in ihr Lager. Redis, Mochs und Tern starben in den ersten Augenblicken als die Welle pelziger Leiber einfach über sie rollte und verschwinden ließ.
Nur noch zu viert standen Horas, Crest, Prophaniti und Sias, der noch immer wie gelähmt war, Schulter an Schulter um die Feuerstelle als sie die Welle traf.
Sias starb auf der Stelle. Ohne Waffe und unfähig sich zu rühren rammte ihm ein Mau seine Waffe bis zum Heft in die Brust.
Bei den letzten drei Überlebenden sah es anders aus. Das Letzte was Prophaniti von den anderen sah war Crest der sich mit einer Drehung in den Angriff schraubte und Horas der verzweifelt seine Waffe zur Parade hoch riss.
Ab dann war Prophaniti zu sehr mit seinen Gegner beschäftigt. Der erste Krieger machte Anstalten ihm das gleiche Ende wie Sias zu kommen zu lassen, scheiterte jedoch daran das Prophaniti den Schlag zur Seite schlug und dem Mau seinerseits die Klingen übers Gesicht zog.
Schreiend ging der Mau zu Boden, als bereits der Nächste über ihn spurtete.
Seine Waffe hoch über den Kopf erhoben reagierte er zu langsam als Prophanitis Schwertspitze sein Herz durchbohrte.
Der Katzenmensch taumelte ein paar Schritte zurück ehe er von einem seiner Artgenossen unsanft zur Seite und nieder gestoßen wurde.
Ein erstickter, menschlicher Schrei in seinem Rücken verriet ihm das Horas tot war. Doch er hatte keine Zeit danach zu sehen als gleich zwei andere Mau auf ihn eindrangen.
In starke Bedrängnis gedrängt durch ihre raschen Schläge erschien es ihm wie ein Wunder als er ein Loch in der Deckung des von ihm aus rechten Mau fand. Eine letzte Parade anbringend schlug er sein Schwert nach Rechts und drang tief in die Seite des Mau's der gequält keuchend auf die Knie sank.
Mit einem Ruck versuchte Prophaniti sein Schwert hoch zu reißen um einen Schlag des anderen zu begegnen als er merkte das sein Schwert fest steckte.
In den hölzernen Rüstungsteilen des halbtoten Mau steckend lies er das Schwert los und riss die Augen auf als er die krude Mau-Waffe auf sich zu rasen sah.
Ein Zucken durchlief ihn als sie sich tief in seinen Bauch grub und aus seinem Rücken wieder austrat. Er starrte auf die Klinge nieder, konnte es nicht fassen als sein Blickfeld verschwamm.
Komm zurück
Ich weiß was ich tue
Die Worte hallten ihm durch den Kopf als er in das abstruse, tierhaft-grinsende Gesicht des Mau blickte.
Als der Mau die Klinge wieder heraus löste sank er auf die Knie.
Komm zurück
Nihas
Er fiel. In Schwärze.
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BeitragThema: Re: "Eh?" oder so ähnlich.   Do Dez 30, 2010 5:05 am

kA wieviele Tränen ich bei dieser Story schon vergossen habe... Crying or Very sad
Und ja, ich meine das ernst.
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Jannadar
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BeitragThema: Re: "Eh?" oder so ähnlich.   Do Jan 06, 2011 5:05 am

Ich weiß nicht, ich finde sie so kitschig...



Er fiel. Oder nicht?
Er bewegte sich nicht, und doch wusste er das er in Bewegung war, spürte es.
Er wusste nicht ob er lag, saß, stand, rannte.
Seine Augen waren geschlossen und hundert Gedanken rasten ihm durch den Kopf.
Was war los? Wo war er? Was war passiert?
Nur langsam ordnete er das Wirrwarr in seinem Kopf.
Die Jäger. Das Lager. Die Nacht. Mau. Tod? War es das? War er tot?
Er erinnerte sich, sah wieder wie ihn der Mau durchbohrte.
Er musste tot sein. Er versuchte die Augen zu öffnen und war überrascht wie schwierig es war. Wie in Zeitlupe hoben sich seine Lider, gaben ihm eine verschwommene, dann klarer werdende Sicht. Er stierte in einen aschgrauen Himmel.
Seltsam.
Er hatte sich den Äther anders vorgestellt. Lange blieb er so liegen, unfähig sich bewegen zu könne, nein, zu wollen.
Nach einer Ewigkeit wie es ihm schien erhob er sich doch. Er setzte sich in eine sitzende Position und lies den Blick umher wandern.
Ein ungläubiges Ächzen entfuhr ihm als er eine endlose Steppe um sich herum sah.
Der Boden rissig und staubig, das es aus sah als ob man eine gigantische Schluchtenlandschaft von oben bestaune.
Er erhob sich und spürte wie bleischwer seine Glieder waren. Unsicher und auf wackligen Beinen stand er, meilenweit umgeben von nichts.
Er tat einen unsicheren Schritt nach vorne als ihn ein Schaudern durch lief. Ruckartig drehte er den Kopf herum.
Keine zehn Meter von ihm entfernt stand ein Mensch, und Prophaniti war sich sicher das er eben noch nicht da stand.
Er musterte die Person, die mit geneigtem Kopf still da stand, eine Weile, wendete den Blick aber schließlich ächzend ab.
Die Person ließ sich nicht erkennen, wie ein Dunstflimmern umgab sie die Luft, machte Details unkenntlich und verweigerte jeden Blick der etwas über die Person erraten hätte lassen.
Kopf schmerzend sah Prophaniti auf den Boden und verharrte eine Weile, unfähig etwas zu tun da ihm sein Körper den Dienst verweigerte.
Schließlich öffnete er den Mund um etwas zu sagen als plötzlich eine Art Ruck durch die Ebene lief.
Es war nichts Greifbares, nichts was man mit Sinnen begreifen konnte und trotzdem so kraftvoll das er den Blick wieder gen Mensch richtete.
Das Hitzeflimmern war verschwunden.
Vor Prophaniti stand eine Frau wie er am zierlichen Körper erkennen konnte, kleiner als er, mit geneigtem Kopf fiel ihr das schwarze Haar vor Gesicht.
Langsam hob sie den Kopf und Prophaniti erstarrte als er sie erkannte.
Nihas's Gesicht war eine Maske des Grauens, unbeschreibliche Schrecken und Schmerz in ihr Gesicht gegraben.
Aus leeren Augenhöhlen schien sie ihn anzustarren.
Prophaniti spürte wie sein Körper zitterte als er in das leichenhafte Gesicht seiner Frau sah.
Als sie sprach war ihre Stimme nicht mehr als ein enttäuschtes Flüstern und trotzdem so schrill und heiser das es Prophaniti das Nackenfell aufstellte.
"Du hast versagt…"
Die Worte trafen ihn wie Faustschläge.
War er dafür verantwortlich? Hatte er versagt…?
In einer Explosion an Kraft schrie er sie an.
"Was hätte ich tun sollen?!"
Wieder öffnete sie den Mund, sprach mit Prophanitis eigener Stimme.
"Ich weiß was ich tue… nichts kann mich daran hindern zurück zu kommen."
Er konnte nicht mehr. Die Schwere seiner Glieder ignorierend drehte er sich um und rannte.
Die Erscheinung hinter sich lassend trieb er seine Beine an schneller zu sein, ihn so weit weg zu tragen wie es nur ging.
Ein Krachen von Stein kam hinter ihm auf und er bot allen Mut auf über die Schulter zurück zu blicken.
Da wo eben noch Nihas stand kippte der Boden, fiel in ein Loch das sich kreisförmig weiter ausbreitete und dessen Rand auf ihn zu raste.
Panisch richtete er den Blick wieder nach vorne, nur noch von dem Wunsch beseelt zu entkommen, vor Nahis, vor dem Loch.
Schon bald schmerzten seine Beine, Schweiß stand ihm auf der Stirn und doch trieb ihn das Geräusch des Weltenbruchs hinter sich vorwärts.
Als der Boden unter ihm weg kippte fiel er, krallte sich in den Boden der sich schon bald löste und ihn mit in die Schwärze nahm.
Er hörte nur noch ein Echo dieser Traumwelt.
"Komm zurück."
Mit einem Aufschrei riss er die Augen auf.
Als habe er tagelang die Luft angehalten atmete er gierig und krampfhaft ein während er in den tiefblauen Himmel sah der Elysea darstellte.
Es verging eine ganze Weile in der er nur da lag und schwer atmete. Sonst tat er nichts. Er wollte nicht denken.
Er wollte nicht darüber nachdenken, was passiert war, was er gesehen hatte. Langsam begann er zu spüren wo er war.
Er lag auf Regen durchweichter, nass-kalter Erde, an den Rändern seines Blickwinkels sah er die Kronen von Bäumen.
Er hob einen Arm der sich schmatzend aus dem Matsch löste, stützte sich mit der Handfläche ab und drückte sich auf.
Sein Blickfeld verschwamm als er sich aufsetzte und er schloss die Augen.
Kopfschmerzen wummerten hinter seiner Stirn und ein leichtes Ziehen durchfuhr seine Magengegend.
Als sich seine Kopfschmerzen wieder gelegt hatten trat er einen erneuten Versuch an die Augen zu öffnen.
Ein Schlachtfeld bot sich ihm. Menschen- und Mauleichen bedeckten die Lichtung auf deren Mitte er lag.
Die Erinnerung kam wie eine Flutwelle über ihn. Er sah nach links. Die Schlafstätten auf denen Redis, Mochs und Tern einfach nieder gemetzelt worden waren.
Sein Blick wanderte über die Lichtung.
Dort entlang war Moras für seine Wache aufgebrochen. Taes und Kras waren ihm bald gefolgt.
Er sah weiter nach rechts. Von dort war Crest auf die Lichtung gehechtet. Und nach ihm die Mau. Er senkte den Blick wieder gen Boden.
Nicht weit von ihm lag Horas. Eine stumpfe Waffe hatte ihm den Schädel eingeschlagen.
Daneben sein Zwillingsbruder, der gleich zu Beginn durchbohrt worden war.
Als er Crest fand atmete er entsetzt auf.
Umgeben von einem Ring aus Mauleichen lag der Jägeranführer, sein linker Arm war an der Schulter lediglich ein schwarzer Stumpf.
Scheinbar hatte ihn eine magische Entladung am Arm getroffen woraufhin die Krieger sich auf ihn gestürzt hatten. Unzählige Stichwunden bedeckten seinen gesamten Körper.
Er stockte bei dem Gedanken.
Wenn selbst Crest nicht bestehen konnte, warum lebte er dann noch? Er erinnerte sich an seinen Traum und schauderte.
Langsam sah er an sich herab. Seine Lederrüstung wies einen klaffenden Spalt auf wo sie von der Mauklinge durchbohrt worden war.
Er löste seine abstützende Kralle aus dem Matsch und fuhr über die Bauchregion der Rüstung bis zu dem Spalt. Zögernd nahm er schließlich die andere Hand zu Hilfe und zog das Oberteil der Rüstung aus.
Stirn runzelnd sah er hinab. Von der eigentlich tödlichen Wunde war nicht viel mehr als eine breite Narbe geblieben.
Er schüttelte den Kopf und musste sich beherrschen nicht laut los zu lachen. Alle tot, er lebte und war scheinbar unverletzt.
Es konnte nicht sein. Träumte er noch? Er schloss kurz die Augen ehe er sich schließlich ganz erhob.
Die bleierne Schwere aus seinem Traum hatte er hinter sich gelassen, er spürte eine unbändige Kraft die ihn seine Kopfschmerzen vergessen lies.
Er dachte nach und ließ den Blick erneut über die Lichtung wandern. Er wusste nicht ob er lachen sollte, dass er lebte, oder verzweifeln sollte, da alle anderen tot waren. Alle anderen? Er sponn den Gedanken weiter.
Sie waren gefallen, gescheitert als sie von Maukriegern überrascht wurden.
Waren sie nur wegen ihnen hier gewesen? Oder gingen sie weiter? War Basfelt das Ziel?
Er verwarf den Gedanken gleich wieder.
Es waren viele gewesen, aber Basfelt unterstand Altgards Schutz. Bei seinem nächsten Gedanken verkrampfte sich alles in ihm.
Basfelt war sicher.... aber nicht das Umland.
Seine Gedankenwelt machte einen schmerzhaften Sprung zu seiner Familie. Bevor er wusste was er tun sollte rannte er bereits.
Wo eben noch Ratlosigkeit herrschte fixierte sich nun alles auf sie. Nahis. Tyras.

Seine Lungen brannten und seine Beine verweigerten ihm fast den Dienst als er in Sichtweite seines Hauses kam und die Nacht schon längst angebrochen war.
Schon weitem spürte er das etwas nicht stimmte. Er konnte keine Details erkennen, alles sah aus wie sonst und doch spürte er die Falschheit an diesem Bild.
Er zögerte kurz bevor er langsam den Hang zu seinem Haus beschritt.
Je näher er kam desto größer wurde der Knoten den er im Hals spürte. Und er konnte sehen was ihm den Eindruck von Falschheit vermittelte.
Die Fenster waren zerbrochen, die Anzeichen eines kleinen Brandes zeichneten eine Hälfte des flachen Daches.
Die massive Tür war aus den Angeln gerissen und hing nach innen. Zitternd blieb Prophaniti auf dem Hof stehen und starrte in die dunkle Öffnung des Türrahmens ins Innere.
Als wollte das Haus ihm den Anblick ersparen reichte der Blick nur wenige Schritt weit bevor er in Dunkelheit überging.
Unsicher tat er einen Schritt auf die Tür zu als ihm der durchdringende Geruch nach Blut aus dem Haus entgegen schlug und ihn fast in die Knie gingen lies.
Schmerzhaft hämmerte eine hämische Stimme in seinem Kopf.
„Sie sind tot, du kommst zu spät, du hast versagt!“
Er dachte an die Gestalt in seinem Traum.
Kalte Angst durchlief ihn. Er konnte nicht dort herein.
Konnte er?
Er musste. Er musste sie sehen. Sie waren nicht tot solange er sie nicht gesehen hatte.
Mit wackligen Schritten näherte er sich der Tür, die Stimme in seinem Kopf, die unablässig das gleiche Wort schrie, ignorierend.
„Versagt, Versagt, versagt!“
Als er in den dunklen Flur trat umfing ihn Kälte und der Blutgeruch war überwältigend. Wie in Trance lief er weiter, blickte in jeden Raum an dem er vorbei kam und leer vor fand.
Lediglich die Tür des Wohnzimmers war angelehnt. Er legte eine Kralle auf sie und stockte. Sie waren dort drinnen.
Sie waren tot. Musste er es sich antun und sie sehen?
Lange Zeit blieb er reglos stehen. Schließlich fasste er einen Entschluss. Langsam schob er die Tür auf und fiel beim Anblick des Raumes fast in sich zusammen.
Die Feuerstelle war verwaist und leer. Durch das zerbrochene Fenster fiel das Licht der Sterne und beleuchtete aus purer Bosheit die Szene am Boden.
Im Sternenschein lagen Nihas und Tyras. Nihas lag bäuchlings auf dem Boden.
Ein tiefer Einschnitt verlief von ihrer Seite fast zum Bauchnabel.
Ihre linke Hand war auf die schwere Wunde gepresst während der rechte Arm weit von ihr gestreckt war.
Sie hatte versucht Tyras zu erreichen.
Wenige Schritt von ihr lag sein Sohn. In zusammengerollter Haltung lag er da, den Blick der toten Augen auf seine Mutter geheftet.
Fast sah es aus als ob er lediglich schliefe, wären da nicht die offenen Augen und der eingeschlagene Schädel gewesen.
Prophanitis Blick fiel auf den Gegenstand den sein Sohn umklammerte und erkannte darin das Holzschwert das er ihm zum dritten Geburtstag geschenkt hatte.
„Du musst für mich auf Mama aufpassen. Wie ein großer Junge.“
Seine eigenen Worte hallten in seinem Kopf.
Er zitterte.
Langsam hob er die rechte Klaue, wollte sie ihnen entgegen strecken.
Als er stockte fuhr er mit einem Aufheulen herum, fiel hinaus auf den Flur und erbrach sich. Er schrie, hämmerte die Faust gegen Boden und Wand.
Stundenlang, so schien es ihm, war er in blinder Raserei gefangen, schlug seine Klauen blutig ehe er zusammen sackte.
Sie waren tot.
Alles, seine gesamte Welt drehte sich nur noch um diese Tatsache, um das Bild im Wohnzimmer. Tot.
Sie waren ihm genommen.
Warum?
Weil er versagt hatte.
„Komm zurück.“
Er hatte versagt und sie sind gestorben.
„Papa soll nicht weg.“
… sind gestorben.
„Ich weiß was ich tue.“
Langsam hob er den Kopf.
Seine Augen glommen tiefrot als er aufstand. Sie waren tot. Er hatte versagt. Das waren zwei Sachen die ihn fast zur Verzweiflung trieben.
Er lebte.
Und er wusste warum sie tot waren.
Sein Versagen.
Doch die Mau hatten sie getötet.
Langsam schritt er aus dem Haus.
Die Mau. Er hatte ein Ziel. Etwas das ihn ablenkte. Weiter trieb. Nicht nachdenken ließ über...
Er verwarf seine Gedanken.
Er wusste was er zu tun hatte.
Das Leuchten seiner Augen war das Letzte was man von ihm sah als er im Wald verschwand.
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BeitragThema: Re: "Eh?" oder so ähnlich.   Do Jan 06, 2011 12:39 pm

Ich bekomm richtig Gänsehaut... *schnieft*
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Jannadar
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BeitragThema: Re: "Eh?" oder so ähnlich.   So Jan 09, 2011 5:31 am

So. Das Ende wird vorgezogen weil Ferienende. Ich weiß, ich weiß. So besonders isses nit als das man es erwähnen müsste. Egal. Der letzte Teil.

„Ey, Hedes, noch ne Runde!“
Der Ruf ertönte aus einer Ecke der Taverne und veranlasste den Wirt ein weiteres Maß fertig zu machen um es an den Rand der Theke zu stellen.
Seufzend hievte Siria das Bier hoch und trug es zu dem vollen Tisch der scheinbar von einer Korona aus Zigarettenqualm beschützt wurde.
Hustend stellte sie das Maß ab und wand sich ab um um dem stickigen Qualm wieder zu entkommen.
„Siria, du könntest uns eigentlich noch anders helfen.“
Lallend landete Bekas Hand auf Sirias Hintern.
Aus Reflex fuhr sie herum und verpasste ihm eine schallende Ohrfeige.
Kurz sah er sie verdutzt an ehe er auflachte.
„Dein Pech, du verpasst was... „
Für wenige Sekunden musterte er sie noch anzüglich ehe er sich einen der Humpen nahm und sich wieder seinen Saufkumpanen zu wandte die die Szene grölend kommentierten.
Die Lippen zusammen gepresst fuhr sie herum und stapfte zügig zurück zum Tresen an dem sie sich leise seufzend niederließ.
Nachsichtig lächelnd sah Hedes von dem Glas auf das er gerade wusch.
„Nimms nicht persönlich... du weißt wie er ist wenn er betrunken ist.“
Sie riss ihren Blick vom Tresen und sah zu ihrem Arbeitgeber.
„Nicht wenn er betrunken ist, sondern immer...“
Keifte sie ihn giftig an und fuhr leiser mit entschuldigendem Ton fort.
„Tut mir Leid...“
Er lachte kurz auf ehe er sie besorgt musterte.
„Schon gut, du... mach Feierabend. Wie lang bist du jetzt schon hier? Acht Stunden? Geh heim, es sind eh nur noch Beka und seine Leute da... das pack ich auch alleine.“
Sie biss sich auf die Unterlippe ehe sie langsam nickte und ein „Danke“ flüsterte.
Die Schürze auf dem Weg zum Hintereingang aus ziehend und über einen Bügel werfend tritt sie in die kalte Nacht die in Basfelt herrschte.
Die mollige Wärme der Taverne zurücklassend bedeckte ihre Arme sofort wohlige Gänsehaut und lies sie sich strecken.
Den Blick gen Himmel gerichtet begann sie ihre Heimreise durch Basfelt. Sie gähnte lang während sie dem gepflasterten Weg folgte.
Es musste schon weiter über Mitternacht sein und insgeheim jubelte sie beim Gedanken an ihr warmes Bett.
Sie war hundemüde und ihr schmerzten alle Glieder, wie immer wenn sie die Nacht fast durcharbeiten musste.
Sie lauschte in die Stille der Nacht und hielt plötzlich inne.
Schritte?
Sie drehte sich um und musterte den Weg den sie eben beschritten hatte.
Menschenleer lag er vor ihr, in einem bläulichen Schimmer getaucht den Elysea auf sie herab warf.
Jetzt hör ich schon Gespenster. Schlafmangel...
Langsam drehte sie sich um und ging weiter, den Blick gen Boden gerichtet.
Sie lachte in Gedanken.
Schritte.
Pah.
Niemand war so dumm in dieser Kälte freiwillig draußen rum zu laufen.
Sie verwarf ihre Gedanken als sie die Geräusche wieder hörte.
Sie beschleunigte ihr Tempo als sie bemerkte das die Schritte näher kamen.
Als sie Sie fast genau hinter sich hörte rannte sie schon fast bis eine kräftige Hand sie an der Schulter fasste und herum riss.
Ihr erschrockener Aufschrei wurde von einer Hand unterdrückt die sich unsanft auf ihren Mund drückte.
Von ihrem weitaus stärkeren Gegenüber leicht angehoben schleift er sie in die Gasse zwischen zwei Häusern bevor er sie gegen eine Hauswand drückt, die Hand noch immer auf ihrem Mund.
Panisch schlug sie um sich, bis sie von einem groben Schlag in den Magen jedoch zur Ruhe gebracht wurde.
In dem Schatten des Gebäudes konnte sie nicht erkennen wer ihr gegenüber stand, doch als sie das Lachen und die leise Stimme hörte weiteten sich ihre Augen angsterfüllt.
„Na so eine Überraschung dich hier zu treffen, willst uns wohl doch noch helfen, hmm?“
Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit und enthüllten Bekas trunkenes Grinsen.
Er gab dem Mann der sie in eiserner Umklammerung hielt einen Wink und er drückte sie hinab auf die Knie während sich Beka vor sie kniete.
Seine Augen leuchteten vor persönlichem Sieg als er ihre linke Brust umfasste und grob zusammendrückte. "Oh ja, wir werden noch eine Menge Spaß haben heute...“
Mit Tränen in den Augen versuchte sie seine Hand abzuschütteln und überschüttete ihn mit einer Welle aus Flüchen die von der Hand die auf ihrem Mund ruhte in nichts sagendes Gemurmel verwandelt wurde.
Wieder lachte er.
„Nun komm schon, du hast es doch bestimmt mal wieder nötig.“
Die auf ihrer Brust ruhenden Hand näher zu ihrem Ausschnitt führend zerriss er ihr Oberteil mit beiden Händen.
Durch die Hand gedämpft schrie sie auf während sein Blick auf ihren Brüsten ruhte.
Triumphierend strich er mit der Linken über ihre Brust während er die Rechte zwischen ihre Beine legte.
Mit einem Mal ließ er von ihr ab und erhob sich um zu seinem Kumpanen zu schauen.
Als sie die Beule sah die sich in seiner Hose gebildet hatte begann sie wieder herum zu schlagen, durch den Griff des Mannes hinter ihr aber völlig erfolglos.
„Wie abgemacht, erst ich, dann du, Drok.“
Drok grunzte nur missmutig, widersprach aber nicht während Beka bagnn an seiner Hose herum zu nesteln.
Mit einem Ruck zerrte Drok sie herum und drückte ihren Oberkörper kraftvoll gegen den Boden sodass nun ihre Kehrseite gen Beka zeigte.
Tränen liefen über ihre Wangen, doch jeder Versuch der Gegenwehr wäre vergeblich gewesen.
Sie machte sich darauf gefasst Bekas Hände auf ihrem Hintern zu fühlen, wie er ihre Hose herunter riss. Umso überraschter war sie jedoch als ein ersticktes Seufzen zu hören war, gefolgt von einem dumpfen Aufschlag.
Verwirrt drehte sie den Kopf gen Beka, der nun ohne Hose regungslos am Boden lag.
Aus den Augenwinkeln bemerkte sie das hinter Beka jemand anderes stand.
Wesentlich größer als ihr Beinahe-Vergewaltiger waren lediglich die Umrisse des Fremden zu sehen, als scheue sich das spärliche Licht der Gasse ihn kenntlich zu machen.
Selbst seine rot-glühenden Augen erhellten sein Gesicht nur schemenhaft während er stumm da stand, den Blick auf Drok geheftet.
Dessen Griff lockerte sich zu sehends unter dem bedrohlichen Blick des Fremden bis er ganz los ließ, einen stolpernden Schritt zurück machte und plötzlich aus der Gasse rannte.
Verwirrt sah sie ihm nach ehe sie sich langsam herum wälzte und unsicher zu dem Fremden sah, für kurze Zeit vergessend das sie barbusig im Dreck der Gasse lag.
Sie schüttelte ihre Verwirrung jedoch schnell ab, kroch eilig ein paar Schritte zurück bis sie gegen die Wand des Gebäudes stieß und sich unsicher auf rappelte.
Während all dem stand der Fremde stumm da, das Leuchten seiner Augen erloschen und nun nurnoch ein Schemen vor der gegenüberliegenden Hauswand.
Zitternd stand sie da, versuchte mit der Linken ihre zerissendes Oberteil zusammen zu halten und stützte sich mit der Rechten an der Wand hinter ihr ab.
Der Fremde ging nun auf sie zu, ignorierte den am Boden liegenden Beka.
Mit einer Bewegung der sie kaum mit den Augen folgen konnte war der Fremde heran, presste nun seine Hand auf ihren Mund um ihren Schrei zu unterbinden und zog sie weiter in die Nacht.
Für einige Zeit sah sie absolut nichts, unter dem Blätterdach und abseits der Straße herrschte völlige Nacht.
Ihre Arme waren auf dem Rücken gekreuzt und wurden von dem Fremden umklammert, und so schob er sie durch den Wald.
Stumm und mit Tränen in den Augen lief sie vor im her, und als ihre Arme von der kruden Haltung zu schmerzen begannen standen sie plötzlich wieder vor einem Gebäude.
Langsam führte er sie herum und sie stutzte als sie in dem Gebäude ihr eigenes Heim erkannte.
Mit einem kurzen Blick auf die menschenleere Straße führte er sie schließlich zur Tür in dessen Türsturz er stehen blieb und ihr zuflüsterte:
"Ich werde dich jetzt loslassen, und du wirst nicht schreien, eh?"
Sie nickte nur eiligst, von der Bedrohlichkeit in der Stimme des Fremden völlig eingeschüchtert. Langsam löste er seine Klaue von ihrem Gesicht zur Tür, während sie die Lippen fest aufeinander presste.
Die Klinke herunter drückend schob er die Tür mit der Schulter auf und sie in die Dunkelheit des Hauses.
In völliger Schwärze dirigierte er sie durchs Haus, und obwohl absolute Finsternis herrschte führte er sie als wäre es Tag, stieß nirgends an und lief nirgends gegen.
Er folgte dem Flur und bog unvermittelt ab. Mit einem Ruck stieß er sie vorwärts und sie landete leise aufschreiend auf ihrem Bett.
Ängstlich starrte sie liegend in die Dunkelheit in der der Fremde stand, der scheinbar nach irgendetwas im Zimmer suchte.
Als das Licht einer Kerze plötzlich auflammte hatte er es scheinbar gefunden denn er drehte sich wieder zu ihr und lehnte sich gegen die Komode auf der nun die Kerze brannte.
Wieder die Überreste ihres Oberteils zusammen raffend setzte sie sich auf, zog die Beine an und sieht unsicher zu dem Mann.
Gegen das Licht der Kerze war er nicht zu erkennen, doch als er schließlich hinter sich langte und die Kerze nahm, sodass er nun selbst von ihr beleuchtet wurde, erschrak Siria.
"P.. P... Prophaniti?"
Mit großen Augen starrte sie auf ihren Schwager. Obwohl sein Gesicht hagerer war als das letzte Mal, die Augen eingesunken und sein Blick ausdruckslos, erkannte sie ihn wieder. Sein abgerissener Eindruck wurde durch die zerschrammte und stellenweise zerfetzte Lederrüstung unterstrichen als er kurz nickte.
"Aber.. Wie.. Ist das möglich?"
Während sie fassungslos auf den verwahrlosten Asmodier blickte erinnerte sie sich mit einem flauen Gefühl im Magen an den Herbst des Vorjahres.
Als einer der Dorfbewohner kreidebleich ins Dorf gerannt kam und von dem Jägergemetzel berichtete, dass so gut wie alle Höfe zwischen dem Mauland und Basfelt nur noch Ruinen war.
Als man ihre Schwester Nihas und ihren Neffen fand. Und nun stand er hier. Von den Toten auferstanden.
Und er reagierte nicht auf ihre Frage. Immer noch stumm stand er da, musterte sie.
Es verging eine ganze Weile bis er doch etwas sagte.
"Zieh dir was an."
Kurz sah sie ihn verwirrt an ehe sie nach unten blickte. Ihr zerissenes Hemd hing herunter und erneut hatte sie vergessen es zusammen zu halten.
Rot werdend schlug sie sich einen Arm vor die Brüste, sprang auf und eilte zu ihrem Schrank. Kurzerhand streifte sie das zerissene Teil ab und zog sich ein Neues über bevor sie sich noch immer rot wieder zu Prophaniti wand.
"Proph..."
"Wo sind sie?"
"Wer?"
Er zögerte.
"Nihas. Tyras."
Sie senkte den Blick. Leise antwortete sie.
"Nicht weit vor dem Dorf. Mit allen anderen die zu der Zeit... gestorben sind."
Er seufzte leise, ging zum Bett und setzt sich auf die Kante.
Zögernd musterte sie ihn ehe sie sich neben ihn stellte und ihre Hand auf seine Schulter legte.
"Was... Wie..."
"Ich weiß es nicht, eh?"
Flüsternd und mit gesenktem Blick war alle Bedrohlichkeit aus seiner Stimme gewichen.
Unsicher setzte sie sich neben ihn.
"Du.. Bist den Mau damals entkommen?"
Er nickt.
"Wie?"
"Ich weiß es nicht, eh?"
"Du weißt es snicht?"
Er schüttelt den Kopf.
"Was hast du in dem vergangenen Jahr gemacht? Warum warst du nicht hier? Bist zurück gekommen?"
Er hob den Kopf und sah in die Kerzenflamme.
"Du willst wissen wo ich war, eh?"
Sie nickt.
Leise begann er zu erzählen...

Sanft strich sie über seine Brust, fuhr herunter über den Bauch und zog die Hand langsam wieder zurück.
Er genoss es, musterte ihren Körper.
Die weichen Kurven, das glänzende Fell, die flache Nase.
Sie war perfekt.
Und nur das beste kam für ihn als Häuptling in Frage. Rach'nerk ließ sich weiter von seiner Gespielin betänzeln, von der rauchgeschwängerten Luft völlig benebelt.
Schnurrend ging sie nun vollends auf ihn zu, und er brummte zufrieden beim Gedanken sie endlich bespringen zu dürfen.
Umso verärgerter war er als plötzlich lautes Stimmengerufe vom Zelteingang herein drang.
Gerade als sich seine Gespielin neben ihm niederließ schwoll das Gerufe weiter heran und brachte Rach'nerk dazu zu reagieren.
"Risa'ka, was ist?"
Seine Frage lies die Wache vom Zelteingang hereintreten welche einen kurzen Ausschnitt des Nachthimmels hinter sich preis gab.
Mit einer tiefen Verbeugung antwortete der Mau.
"Häuptling, die Skurvs am Dorfeingang berichten, einen Eindringling gesehen zu haben."
"Dann geht nachgucken!"
"Ja, Häu..."
Weiter kam er nicht.
Ein feiner Blutregen traf Rach'nerk als eine Schwertspitze aus Risa'ka's Magen heraus trat, kurz gedreht wurde und mit einem Ruck wieder herausgerissen wurde.
Mit weit aufgerissenen Augen ging die Mauwache zu Boden und gab den Blick auf seinen Mörder frei.
Die vermummte Gestalt war nur wenig kleiner als der Mau, ein Halztuch und Dreck verdeckten sein Gesicht.
Völlig in Schwarz schritt er über den Leichnam der Mauwache hinweg auf Rach'nerk zu. Dieser saß noch etwas verdutzt da während seine Partnerin bereits fauchend auf fuhr.
Der Fremde machte kurzen Prozess mit der nackten, unbewaffneten Mau. Indem er sich um seine eigene Achse drehte fuhr das Schwert herum und enthauptete sie.
Noch in der selben Drehung machte er einen weiten Satz auf Rach'nerk zu und ließ ihn mit einerm Schlag des Schwertknaufs in Schwärze versinken, noch ehe der Körper seiner Partnerin zu Boden gefallen war.
Nur langsam verschwanden die Nebel der Bewusstlosigkeit. Ein wummernder Schmerz in der linken Schläfe war das erste das er wieder wahrnahm.
Er stöhnte kurz ehe er die Augen öffnete und durch sein Zelt blickte.
Es dauerte einen Moment bis er bemerkte was los war. Es saß auf einem der kruden Stühle des Zeltes, Arme und Beine an den Stuhl gefesselt.
Auch der Ruf nach Hilfe blieb ihm verwehrt.
Ein dickes Seil verlief um seinen Kopf und schnitt tief in seine Wangen ein wo es als Knebel durch seinen Mund führte.
Was war los?
Er erinnerte sich an seine Gespielin, die Wache... Den Mörder.
Er sah sich um, und tatsächlich saß in einer der Zeltecken der Mensch der Risa'ka getötet hatte.
Mit ausdruckslosem Gesicht starrte er zu ihm herüber bis er sich erhob und langsam auf ihn zu ging.
Rach'nerk wand sich in den Fesseln und schrie ihm Flüche entgegen. Vergeblich. Ein paar Schritte vor ihm blieb der Mann stehen.
Er flüsterte etwas in seiner primitiven Menschensprache das Rach'nerk nicht verstand ehe er sein Schwert zog.
Erneut kämpfte der Mau gegen die Seile an die ihn hielten.
In zwei blitzenden Bögen wirbelte der Mann sein Schwert ehe er die blutverschmierte Klinge wieder weg steckte.
Rach'nerk schrie vor Schmerzen auf als das Blut begann aus seinen Schlagadern zu pulsen.
Er sträubte sich, bäumte sich auf, während der Asmodier sich einen Stuhl heranzog.
Stumm lächelnd saß er Rach'nerk gegenüber und sah zu wie der Mau verblutete.

Mit offenem Mund lauschte sie ihm bis zum Ende.
"Du… du…."
Sie brach ab. Schüttelte den Kopf.
Er blickte ausdruckslos gen Boden.
Langsam fasste sie sich wieder.
"W.. Warum bist du wieder hier?"
Er hob den Kopf und sah sie ernst an.
"Du kannst stechen, eh?"
Im ersten Moment war sie verdutzt, nickte dann.
"Aber… ich hab es das letzte mal vor zwei Jahren gemacht."
Er stand auf und wankte wieder gen Tür, und erst jetzt bemerkte sie das ein Rucksack dort stand.
Er langte hinein und holte ein Bündel heraus das er achtlos in ihre Richtung warf.
Mit einem fleischigen Geräusch kam Rach'nerk's Kopf auf und beendete sein Kullern vor Sirias Füßen.
Kreidebleich sah sie hinab auf den Kopf, zog die Füße aufs Bett und schrie kurz auf.
Prophaniti ging wieder auf sie zu und deutet auf den Kopf.
"Auf der Stirn."
Langsam beruhigte sie sich und sah voller Ekel auf den Maukopf.
Auf dessen Stirn war ein langgezogenes Muster, in Weiß war es deutlich zu sehen auf dem ansonsten braunen Fell.
Sie nickte langsam als er fragte:
"Du kannst es, eh?"

Mit zittrigen Fingern lies sie die Nadel sinken und sah auf ihr Werk hinab.
Obwohl sie permanent das Gefühl hatte es verzogen zu haben war es perfekt.
"Fertig, eh?"
Prophanitis Augen waren geschlossen um ihr die Arbeit um sein Auge zu erleichtern.
Er lag flach auf dem Boden und wirkte nicht so als hätte er noch viel Geduld.
Vorsichtig tupfte sie um das Tattoo herum.
"Ja. Aber warte noch ein wenig."
Er knurrte genervt, fügte sich aber. Nach langer Zeit saß er schließlich in ihrer Küche während sie an ihrer Anrichte lehnte.
"Was wirst du jetzt machen?"
Er zögerte bevor er antwortete.
"Vergessen."
"Vergessen?", echote sie.
Er nickte und erhob sich.
Fassnungslos sah sie ihn an und murmelte das Wort noch einmal für sich.
Unbeirrt ging er auf den Ausgang zu, wurde jedoch von ihr am Arm gepackt und angehalten.
"Was heißt du willst 'Vergessen'?"
Er riss sich von ihr los.
"Es hinter mir lassen, verdammt."
Wutentbrannt sah er sie an.
"Du willst deine FAMILIE hinter dir lassen?"
Fassungslos kreischte sie ihn an.
Vergessen? Einfach so?
All seine Wut schwand aus seinem Blick als er sich wieder umwandte und den Raum verließ.
Kurz blieb sie in der Küche zurück ehe sie ihm nachlief.
Er stand bereits auf der Straße und sah der Morgendämmerung entgegen als sie hinter ihm stand.
"Wirst du wieder kommen?"
Obwohl er ein "Vielleicht" murmelte schüttelte er den Kopf.
Ohne eine Reaktion abzuwarten oder sich noch einmal umzudrehen lief er los, zuerst langsam, dann immer schneller ehe er sich vom Boden abstieß und auf schwarzen Schwingen schon bald über dem Wald verschwand, eine fassungslose Siria zurücklassend.
Dämmerlicht herrschte zwischen den Bäumen als Prophaniti die kleine Lichtugn betrat.
Annährend 30 Meter im Umfang stach sie aus dem Wald, klar abgeschnitten vom umgebenden Unterholz.
Bedächtig schritt er zwischen den schlichten Holzgestellen hindurch.
Die Namen der Begrabenen standen auf den Gestellen.
Crest. Moras. Krask. Nihas. Tyras.
Er hielt inne.
Langsam sank er auf die Knie und sah auf die beiden Gräber.
Lange kniete er nur da, mit gesenktem Blick.
Tot.
Er hatte es akzeptiert.
Es schmerzte ihn nicht mehr das sie tot waren.
Es schmerzte ihn nur, dass er nicht zu ihnen konnte.
Unsterblichkeit.
Ein Geschenk.
Nach Stunden erhob er sich wieder, blickte noch einmal auf die Gräber und verschwand ebenso leise wie er gekommen war.
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